WIRTSCHAFT
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Juni 2008 --------
Aktien
von Ausländern mehr verkauft als gekauft
Der langanhaltende Sturz von Indices an der Banjalukaner Börse hat dazu
geführt, dass ausländische Investoren in den ersten drei Monaten dieses
Jahres und zum erstenmal seit der Gründung dieser Börse mehr Aktien
verkauft als gekauft haben. Im Verkauf (32,9 Millionen Mark) blieben
sie damit gegenüber dem Vorjahr gleich, im Kauf jedoch (18,4 Millionen
Mark) gingen sie um die Hälfte zurück.
Anleger aus 19 Ländern haben in diesen drei Monaten Geschäfte an der
Börse von Banja Luka gemacht. Unter den Verkäufern von Aktien waren
Litauer, Kroaten und Slowenen am aktivsten, unter den Käufern Serben
und Slowenen.
Fluglinie Mostar - Stuttgart
Exil-Bosnier und deutsche Touristen (besonders Medjugorje-Pilger) sind
die Zielgruppe einer neuen Fluglinie zwischen Mostar und Stuttgart:
Ab Mostar jeweils dienstags und samstags um 15.45 Uhr, ab Stuttgart
an den gleichen Tagen jeweils um 18.45 Uhr. Der Flug dauert etwa zwei
Stunden, der niedrigste Preis für ein Ticket mit Rückflug inkl. Gebühren
beträgt 135 Euro. Mostar subventioniert die Fluglinie mit 100.000 Mark
(KM) jährlich.
Die führende Bank in BiH
Mit 4 Milliarden Mark (KM) Aktiva ist die in Bosnien seit 15 Jahren
vertretene Raiffeisen-Bank das führende Haus in diesem Land. Raiffeisen
zählt in BiH etwa 700.000 Kunden, das jährliche Wachstum liegt bei 10
%.
Weniger Zoll für Autos
Gemäß dem "Vorläufigen Abkommen", das sofort nach Unterzeichnung des
Assoziierungs- und Stabilisierungsvertrags in Kraft getreten ist, wird
der derzeitige Zollfuß von 16 % auf Neuwagen um die Hälfte reduziert
und mit 1. Januar 2009 ganz abgeschafft; für Gebrauchtwagen wird er
allmälich reduziert (um 20 % jährlich) und in fünf Jahren abgeschafft.
Im Bereich des Handels gilt das Assoziierungs und Stabilisierungsabkommen
nämlich jetzt schon, also noch vor der Ratifizierung der beteiligten
Parlamente.
Standards, die zu nichts verpflichten
Zwar hat das BiH-Institut für Standardisierung bereits 7.979 von insgesamt
12.678 EU-Standards übernommen, doch in der Praxis bedeutet das noch
nicht viel - mangels diesbezüglicher Vorschriften sind diese Standards
nämlich nicht für die Wirtschaft obligatorisch. Wenn die Standards nicht
erfüllt werden, gibt es auch keinen Export in EU-Länder. Ein Hersteller
jedoch, der sich nach den Standards richtet - sie beziehen sich hauptsächlich
auf Lebensmittel, technische Güter, Bibliothekswesen -, kann sich von
einem internationalen Institut für Standardisierung die Qualität seiner
Produkte und Dienstleistugen bestätigen lassen.
Salzburger Wirtschaftsdelegation in Banja Luka
Positiv resümiert ein Wirtschaftsanwalt, der österreichische und internationale
Konzerne vertritt, den Besuch einer Salzburger Wirtschaftsdelegation
in Banja Luka, der Hauptstadt der sogenannten "Republika Srpska" (RS)
in BiH: "Ich bin mit den Gesprächen sehr zufrieden, besonders wegen
der Information, dass der Rechtsrahmen in der RS auf europäischem Niveau
ist, hinsichtlich der Eintragung von ausländischem Kapitel und der Prozeduren
bei Investitionsprojekten." Auf österreichischer Seite besteht Interesse
am Bau von Wohnungen, Hotels und Straßen in der RS.
Bürger verschulden sich immer mehr
Bürger der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) haben im Jahr
2007 um 38 % mehr Verbraucherkredite aufgenommen als im Jahr davor -
damit dominieren Verbraucherkredite mit mehr als 60 % die Verschuldungsstruktur,
teilt das Büro für Bankwesen in der RS mit. Dieses Institut soll im
Auftrag der Regierung die Ursachen für das Wachstum in diesem Bereich
analysieren und Maßnahmen ergreifen, um die mikroökonomische und finanzielle
Stabilität des Bankensektors zu bewahren. Die Verschuldung pro Einwohner
beträgt 1.311 Mark (KM), Leasing-Arrangements nicht mitgerechnet.
Insgesamt betrug das Wachstum bei den Krediten im Vorjahr 34 %. Die
Banken verfügen über Aktiva in der Höhe von 5,4 Millionen KM.
Größtes Handelszentrum auf dem Balkan
Die slowenische Handelskette "Merkur" hat in Sarajevo ihr größtes Handelszentrum
auf dem Balkan eröffnet. Auf einer Fläche von 14.000 m2 werden 35.000
verschiedene Artikel angeboten. Das Unternehmen hat 25 Millionen Euro
in das Zentrum investiert und beschäftigt dort 100 Angestellte. Ähnliche,
aber kleinere Filialen bestehen in Kroatien, Serbien und Makedonien.
In BiH ist noch der Bau von drei Regionalzentren - in Banja Luka, Mostar
und Tuzla - geplant, bis 2013 sollen dort 700 Angestellte beschäftigt
sein und ein Umsatz von rund 155 Millionen KM erreicht werden.
"Hemofarm" liefert Arzneimittel nach Deutschland
Der Arzneimittelhersteller
"Hemofarm" - eines der seltenen Unternehmen der bosnischen "Republika
Srpska" (RS), das mehr als 300 Arbeiter beschäftigt, wird schon bald
erste Lieferungen seiner Produkte nach Deutschland schicken. "Mit Stolz
können wir sagen, dass unsere Produkte in den Labors von EU-Ländern
überprüft und bewilligt wurden", sagt Direktor Aleksandar Veselinoviæ.
"Unser Betrieb öffnet nicht nur für sich selbst die Tür zur EU, sondern
für das ganze Land. Denn wenn es hier möglich ist, beste pharmazeutische
Präparate für den sehr anspruchsvollen EU-Markt zu produzieren, dann
wird das wohl auch mit anderen Waren gelingen."
Da reicht der Durchschnittslohn nicht mehr zum Leben
Der gewerkschafliche
Verbraucherkorb für eine vierköpfige Familie kostete im Mai dieses Jahres
in der bosnischen "Republika Srpska" 1.584 KM (Mark); die größten Ausgaben
verursachen Lebensmittel (595 KM) und Wohnen (410 KM). Der Durchschnittslohn
ist aber weit geringer - im Gastgewerbe etwa 445 KM, in der Verarbeitungsindustrie
480 KM, im Bauwesen 510 KM, im Kommunalbereich 596 KM und in der Landwirtschaft
599 KM...
Als dringende Maßnahme zum Aufhalten der zunehmenden Verarmung wird
die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Arzneimittel,
Kleidung u.a. von 17 auf 5 % gefordert.
Österreichischer an vier Kraftwerksbauten beteiligt
Die aus großen
österreichischen Unternehmen bestehende "APET Group" ist einer der strategischen
Partner der "Elektroprivreda (Elektrizitätswirtschaft) BiH" beim Bau
und bei der zukünftigen Nutzung der Wasserkraftwerke "Ustikolina", "Vranduk"
und "Vrilo" und des Heizkraftwerks "Kongora". Für diese vier Projekte
sind Investitionen von 834 Millionen Euro angekündigt worden. Die anderen
strategischen Partner dabei sind "EnBW" aus Deutschland und "KazTransGas"
aus Kasachstan.
Kroasan - sprich: Croissants - aus der Fabrik
Mit Investitionen
in Höhe von 4,5 Millionen Euro ist in Aleksandrovac (bei Lakta¹i in
der Nähe von Banja Luka) die "Kroasan" (Croissant)-Fabrik "Sima" gebaut
worden - die erste Konditoreiwarenfabrik dieser Größe in der ganzen
Region. Milorad Dodik, Premierminister der bosnischen "Republika Srpska"
und selbst aus Lakta¹i gebürtig, verheißt für das kürzlich eröffnete
Unternehmen "eine expansive Exportpolitik" und verspricht "eine Erweiterung
der Kapazitäten der Fabrik aus den Mitteln des Entwicklungsprogramms".
Schon im nächsten Jahr will man den EU-Markt erreichen. "Sima" beschäftigt
120 Angestellte, bis zum Jahr 2010 sollen es 250 sein. Ein Vertrag über
Zusammenarbeit wurde mit der italienischen "DI.Al Pucci" geschlossen.
Bosnien kauft schnelle spanische Züge
Innerhalb
der nächsten zwei Jahren sollen schnelle spanische "Talgo"-Züge auch
in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) verkehren - nachdem
schon die andere Entität "Föderation" (FBiH) den Kauf von neun dieser
Züge um 67 Millionen Euro beschlossen hat. Die Regierung der RS hat
sich erst nach einigem Zögern dazu entschieden, einen 40-Millionen-Euro-Kredit
der spanischen Regierung anzunehmen.
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Mai 2008 --------
Höhere
Löhne in der RS
Seit Ende
des Kriegs in Bosnien werden in der einen Entität "Republika Srpska"
(RS) zum ersten Mal höhere Löhne verzeichnet als in der anderen Entität
"Föderation" (FBiH):
Der Durchschnittslohn betrug im Februar 2008 in der RS 724 Mark (KM)
- 11 KM mehr als in FBiH. Der Hauptgrund ist, dass die Löhne aus der
öffentlichen Hand gestiegen sind, insbesondere der Beschäftigten im
Gesundheitswesen (seit Ende 2005 gab es da eine Steigerung um 160 %).
Die höchsten Löhne im ganzen Land finden sich noch immer im Finanzbereich
der FBiH (durchschnittlich 1176 KM), dann in der öffentlichen Verwaltung
sowohl von FBiH als auch RS. Die niedrigsten Löhne haben im Februar
2008 die Beschäftigten in der Verarbeitungsindustrie der RS bezogen
- 453 KM.
Wahlloser
Import statt Nutzung der eigenen Kapazitäten
Widersprüche
und Mängel: Aus eigener Produktion deckt BiH nur 35 % des Bedarfs an
Obst und Gemüse, importiert werden jährlich rund 70 Millionen Kilo zu
einem Wert von 35 Millionen Mark (KM). Es liegen aber 60 % der landwirtschaftlichen
Nutzflächen unbearbeitet brach, und außerdem gibt es mehr als 300.000
Arbeitslose.
Importiert wird völlig wahllos. Auf den Märkten werden Obst und Gemüse
mit der mehrfach höheren Pestizidmenge verkauft, als erlaubt ist. Für
genetisch veränderte Äpfel aus dem Ausland bezahlt man 4 Mark pro Kilo,
während einheimische Obstgärten verwuchern. In der Erinnerung sind noch
Projekte lebendig, wo mit wenig Geld Arbeitsplätze im Bereich der Heilkräuter-
und Bohnenzucht geschaffen wurden und die Produkte ihre Käufer in Europa
fanden. Man weiß noch, dass es jedenfalls möglich ist... Heute aber
ist Landwirtschaft ein Tätigkeitsfeld für Analphabeten, sagen manche,
"ein letzter Zufluchtsort für jene, die sonst überhaupt keine Möglichkeiten
haben".
"Allianz"
strebt nach Serbien und BiH
Die deutsche
Versicherungsgesellschaft "Allianz" - weltweit eines der größten Unternehmen
in diesem Bereich - interessiert sich für einen Zugang zu den Märkten
Serbien und BiH. Über ihre kroatische Niederlassung "Allianz Zagreb"
möchte sie sich in Bosnien etablieren, sagte "Allianz"-Vizedirektor
Klaus Junker bei der Eröffnung einer Niederlassung in Ljubljana (Slowenien).
Hygiene
ist teuer geworden
Die Teuerungswelle
in BiH ist von den Nahrungsmitteln auf Hygiene-Produkte übergesprungen
- sie kosten nun um bis zu 50 % mehr. Schätzungen zufolge sollte eine
Familie im Januar etwa 60 bis 70 Mark (KM) für solche Produkte (vom
Waschpulver bis zum Shampoo) ausgeben, im Mai aber waren es schon rund
130 KM.
51
% würden für einen besseren Arbeitsplatz auswandern
Um eines besseren
Arbeitsplatzes willen würden 51 Prozent der BiH-Bürger sofort auswandern,
ergab eine Umfrage unter 1600 Personen zum Thema "Erwünschter Arbeitgeber".
Paradox ist, dass Arbeitslose am wenigsten bereit sind, eines Jobs wegen
das Land zu verlassen. Übrigens stehen bei Männern die Informatik- und
Handelsfirmen hoch im Kurs, für Frauen sind Banken und Mikrokredit-Organisationen
attraktiver. Für 19 % der Befragten ist die Höhe des Lohns das entscheidende
Kriterium, ob ein Arbeitsgeber interessant ist, für 15 % ist das Ansehen
des Arbeitgebers am wichtigsten, und 22 % der Befragten finden denjenigen
Arbeitgeber am attraktivsten, der ihnen Möglichkeiten zum Weiterkommen
und zur Weiterbildung bietet.
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April 2008 --------
Gute
Aussichten für deutsche Windkraftwerke
Die örtlichen Behörden von Bosanski Petrovac schließen sich der Entscheidung
der Regierung des Kantons Una-Sana an, Konzessionen zur Grundnutzung
zwecks Bau von Windkraftwerken zu erteilen. Das deutsche Unternehmen
"Adria Wind Power" hat den kantonalen Behörden bereits angeboten, im
Gebiet von Medeno Polje fünf Mini-Windkraftwerke zu bauen. Es würden
rund 5 Millionen Mark (KM) in das Projekt investiert; die Gesamtleistung
der fünf Anlagen betrüge 150 Megawatt.
Die mächtigsten Banken des Landes
Im Rennen
der Banken um den ersten Rang in Bosnien & Herzegowina liegt laut
Bericht über das Jahr 2007 nach wie vor die italienische UniCredit in
Führung: 4,1 Milliarden Mark (KM) Aktiva, Nettogewinn 44,7 Millionen
KM. An die zweite Stelle ist die seit einem Jahr von der Bayerischen
Landesbank verwaltete Hypo Group gerückt: 4,1 Milliarden KM Aktiva,
Nettogewinn 26,5. Auf den dritten Platz zurück gefallen ist die Raiffeisen
Bank: 3,8Milliarden KM Aktiva, Nettogewinn 30,5 Millionen KM. Diese
drei Häuser kontrollieren rund 60 Prozent des bosnischen Bankenbereichs.
Platz 4 nimmt die slowenische Neue Ljubljana Bank ein, Platz 5 die österreichische
Volksbank.
WC-Papier rettet die Ehre der bosnischen Markenprodukte
Unter den
zehn in BiH am meisten verkauften Markenprodukten ist nur ein einziges
einheimisches - nämlich das Toilettenpapier "Violeta" (Platz 6). Das
Marktforschungsinstitut Valicona (Sarajevo) weist in seiner Studie darauf
hin, dass das schlechte Image bosnischer Produkte im eigenen Land eine
Folge des unzulänglichen Marketings ist: Sie werden bei den Konsumenten
einfach nicht als solche erkannt. "Dass die einheimischen Marken sich
so schlecht entwickeln, liegt am unsystematischen Vorgehen und an improvisierten
und willkürlichen Geschäftsentscheidungen. Es wird nicht genug Geld
ins Marketing investiert, und in vielen Unternehmen verstehen die Manager
nichts vom Kern des Marketing. Bessere Ergebnisse sind darum gar nicht
zu erwarten", so das Institut Valicona.
Hier die Liste der zehn stärksten Markenwaren in BiH: Argeta (Pastete),
Coca Cola, Milka (Schokolade), Orbit (Kaugummi) Floriol (Speiseöl, Violeta,
Nivea, Vegeta (Gewürz), Cedevita (Saft), Dorina (Schokolade).
Bosnische Gastarbeiter in Kroatien
Die kroatische
Regierung hat 8397 Arbeitsgenehmigungen für BiH-Bürger für das Jahr
2008 bewilligt, vorwiegend im Bereich des Bauwesens und des Schiffsbaus.
Laut jüngster Statistik sind in BiH 520.000 Arbeitslose verzeichnet
- 43 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung. Das Abkommen über die Zusammenarbeit
wurde vom Büro für Arbeit und Beschäftigung in BiH sowie vom kroatischen
Arbeitsamt unterzeichnet.
Firmengründungen erleichtern
Firmengründungen
sollen einfacher werden, Kleinaktionäre sollen vor schädlichen Einflüssen
von Aktionären mit höherem Anteil geschützt werden - so sieht es ein
neuer Gesetzesentwurf in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS)
vor, der nach den europäischen Direktiven im Bereich des Gesellschaftsrecht
erarbeitet wurde und vielleicht schon Ende Juli 2008 verabschiedet wird.
Die Vereinfachung von Firmengründungen ist seit langem eine Forderng
von einheimischen Geschäftsleuten und ausländischen Investoren.
11.000 Arbeitsplätze durch ausländische Investitionen
Dreißig Mitglieder
des "Rates ausländischer Investoren in BiH" haben bisher rund 4 Milliarden
Mark (KM) in BiH investiert und damit 11.000 Bürgern eine Beschäftigung
verschafft. "Die Verbesserung des Geschäftsambientes bleibt unsere Mission",
sagte der Ratsvorsitzende der ausländischen Investoren beim ersten Forum
des Rates, das im Regierungsgebäude von Banja Luka (der Hauptstadt der
bosnischen Entität "Republika Srpska") stattgefunden hat.
Zoll schützt empfindliche Produkte bis zum EU-Beitritt
Sobald - vermutlich
im Juli - das Assoziierungs- und Stabilisierungsabkomme zwischen BiH
und der EU unterzeichnet ist, tritt ein vorläufiges Handelsabkommen
zwischen den Vertragspartnern in Kraft. Dieses bedeutet allerdings,
dass BiH zunächst einmal 50 Prozent der Zolleinnahme für Produkte, die
aus EU-Ländern in Bosnien importiert werden, verliert. "Bei unseren
Verhandlungen haben wir durchgesetzt, dass die empfindlichsten landwirtschaftlichen
Produkte wie Milch und Fleisch bis zu einem regulären EU-Beitritt Bosniens
geschützt bleiben. Dafür mussten wir aber zustimmen, dass der Zoll für
50 Prozent der Produkte, die wir aus der EU importieren, sofort abgeschafft
wird", sagt ein Mitglied des bosnischen Verhandlungsteams. "Das wird
die Zolleinnahmen im gleichen Maß reduzieren. Es ist aber gut, dass
Zölle für Getreide, für Repromaterialien und Rohstoffe, die für unsere
Wirtschaft wichtig sind, abgeschafft werden sollen."
Im nächsten Schritt werden ab 1. Jänner 2009 weitere 34 Prozent der
EU-Produkte vom Zoll befreit, später im Laufe der Übergangsperiode (sechs
Jahre) der Rest - bis auf 10 Prozent, das sind die erwähnten empfindlichen
Produkte.
Fluglinie Banja Luka - Salzburg
Die Regierung
der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) hat mit der österreichischen
Fluggesellschaft "Austrojet" einen Vertrag über eine Luftlinie Banja
Luka - Salzburg unterschrieben. "Das ist ein Schritt im Hinblick auf
eine Zukunft ohne Visum", sagte RS-Premierminister Milorad Dodik. Er
erwartet die Abschaffung der Visumspflicht bis Ende dieses Jahres..
Flüge wird es jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag in beiden Richtungen
geben, der Preis für ein Ticket mit Rückflug soll 209 Euro betragen,
ohne Gebühren.
Raiffeisen Investment in Sarajevo
Bosnien &
Herzegowina sei ein wachsender Investitionsmarkt mit einem immer attraktiveren
Geschäftsambiente, sagten die Vertreter von "Raiffeisen Investment",
als sie in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo eine Niederlassung eröffneten.
Ihre Absicht ist es, viele internationale, auch strategisch bedeutsame
Investoren nach BiH zu holen.
Raiffeisen Investment ist ein Mitglied der Bankgruppe "Raiffeisen Group"
und eine der führenden internationalen Beratungsgesellschaften für Verbindungen
und Aquisitionen in Österreich und in Mittel- un Südosteuropa. In Bosnien
will man sich besonders für große Entwicklungsprojekte in den Bereichen
Telekommunkation, Energie und Infrastruktur einsetzen.
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März 2008 --------
Arbeitgeber finden in der RS günstigere Bedingungen
Wirtschaftlicht Emigration von einer bosnischen Entität in die andere: Wegen der höheren steuerlichen Belastung übersiedeln immer mehr Arbeitgeber mit ihren Firmen von der "Föderation" (FBiH) in die "Republika Srpska" (RS). Das neue Gesetz zur Einkommenssteuer sehe eine einheitliche Steuerquote von 10 % auf alle Löhne in FBiH vor, sagt Alija Bak¹iæ, Direktor der Arbeitgebervereinigung der Föderation, "dadurch werden am meisten die Arbeiter bedroht".
Gewaltige Kluft zwischen Verbraucherkorb und Durchschnittslohn Stattliche 1594 Mark (KM) betrug der Verbraucherkorb für eine vierköpfige Familie in der Entität "Republika Srpska" (RS) im Januar dieses Jahres - der Durchschnittslohn dagegen bescheidene 584 Mark, teilt der RS-Gewerkschaftsverband mit. Dieses ungesunde Verhältnis sei eine Folge der vielen Preiserhöhungen der letzten Zeit und auch des Absinkens des Durchschnittslohns um 44 Mark gegenüber dem vorigen Monat. Der von der Gewerkschaft definierte Verbraucherkorb umfasst Nahrungsmittel, Wohnen, Kommunalabgaben, laufende Haushaltskosten, Kleidung etc., Hygiene, Gesundheit, Bildung und Kultur. Laut Statistikbehörde der RS haben sich Nahrungsmittel, Wohnen, Kommunalabgaben und Verkehrstarife im Januar um 2 Prozent verteuert, nur Kleidung und Schuhe sind billiger geworden - um 0,1 Prozent..
Kostenlose Hilfe für bosnische Exporteure
Innerhalb der Außenhandelskammer von BiH hat in Sarajevo ein Büro für Export-Promotion die Arbeit aufgenommen. Seine Aufgabe ist es, einheimischen Geschäftsleuten kostenlos zu helfen, ihre Produkte auf dem ausländischen Markt zu platzieren. Enes Ali¹koviæ, Chef des Büros: "Wir stehen unseren Unternehmern in vier Bereichen bei, nämlich Informationsbeschaffung, Beratung, Ausbildung sowie Förderung bei der Gestaltung der Werbung." Das Büro hat Zugang zur Datenbank der kleinen und mittleren Unternehmen und Businesszentren und auch zur Datenbank über Marktbewegungen erhalten, sagt Dimitri Kurkulas, Chef der Delegation der Europäischen Kommission in BiH. Ausgearbeitet wurden ein Exporteur-Verzeichnis (mit mehr als 800 BiH-Unternehmen) und ein Handbuch für Exporteure.
Die EU hat in die Gründung dieses Büros 840.000 Euro investiert.
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Januar 2008 --------
Hotels und ihre unzuverlässigen Sterne
Zwei Sterne? Drei... oder mehr? Egal, verlassen kann man sich darauf ohnedies nicht. Denn teilweise wird die Kategorisierung von Hotels in Bosnien von den Inhabern selbst besorgt, ansonsten erfolgt sie nach Kriterien, die vor 26 Jahren aufgestellt wurden. Auf gesamtbosnischer Ebene gibt es schon mal gar keine einheitliche Regelung, und in den Entitäten nur fragmentarisch, und nach ganz unterschiedlichen Kriterien. Die Hoteliervereinigung von BiH fordert nun eine einheitliche Regelung für das ganze Land. Als Lichtblicke unter den rund 300 Hotels in Bosnien werden in einer Reportage das "Bevanda" und das "Ero" in Mostar, das "Radon plaza", das "Ekskluziv" und das "Hercegovina" in Sarajevo sowie das ehrwürdige "Bosna" in Banja Luka genannt.
Mangel an Arbeitskräften inmitten der Arbeitslosigkeit
Im Bauwesen fehlt es an Arbeitskräften, wird aus der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) gemeldet. Die Arbeiter, die in diesem Bereich einen Job haben, sind meistens schon älter; bei den Jungen geht das Interesse an Berufen wie Maler, Isolierer, Steinmetz, Dachdecker, Maurer usw. von Jahr zu Jahr zurück. Dabei wird der Bedarf auf dem inländischen wie dem ausländischen Arbeitsmarkt immer größer. Kurse für bestimmte Berufe, die keinen Mittelabschluss erfordern, könnten das Problem zumindest teilweise lösen, verlautet aus der Wirtschaftskammer der RS, durch gut organisierte Schulungen könnten 20.000 Menschen einen Arbeitsplatz finden
.Partner Weltbank gibt Kredite um 400 Millionen Dollar
Die Weltbank wird in den nächsten vier Jahren Entwicklungsprojekte in BiH durch Kredite im Werte von 400 US-Dollar unterstützen. Davon ist die Hälfte für die aktuellen Prioritäten (einschließlich Annäherung an die EU) bestimmt, die andere Hälfte für Projekte, die bereits früher bewilligt wurden. Die Weltbank bewilligte auch einen 25-Millionen-Dollar-Kredit für Infrastruktur- und Sicherheitsprojekte. Die neue Partnerschaftsstrategie die Weltbank zielt u.a. auf eine Steigerung der Effizienz von Dienstleistungen für die bedürftigsten Teile der Bevölkerung. Allgemein sollen die Investitionsbedingungen und Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert werden. Die Weltbank stellt zusätzliche Mittel in Aussicht, falls der Reformprozess beschleunigt wird.
Für eine Hälfte des Kreditprogramms gilt Zinsenfreiheit und eine Tilgungsfrist von 25 Jahren, für die andere Hälfte ein Zinsfuß von 4 % bei einer Tilgungsfrist von 17 Jahren.
Dahinter kommt nur noch Albanien...
Aus Brüssel kommt die Nachricht, dass das Bruttosozialprodukt von Bosnien & Herzegowina im Jahr 2006 ganze 26 % des durchschnittlichen Bruttosozialprodukts in der EU beträgt. Dahinter kommt nur noch Albanien (21 %). Etwas besser schneiden Serbien (33 %) und Mazedonien (28 % ab). Unter den EU-Kandidatenländern steht Kroatien mit 52 % am besten da. Innerhalb der EU ist Luxemburg führend: 280 %.
Wöchentlich vier Flüge Belgrad - Banja Luka
Die serbische Fluggesellschaft "Jat Airways" hat den vierten Flug auf der Linie Belgrad - Banja Luka eingeführt: Start am Montag in Belgrad um 21.10 Uhr, am Dienstag in Banja Luka um 6.20 Uhr. Das Ticket kostet samt allen Gebühren für den einfachen Flug 87 Mark, mit Rückflug kommt es auf 163 Mark.
Die drei anderen Flüge der Woche: Freitags, sonntags und mittwochs aus Belgrad, donnerstags, samstags und montags aus Banja Luka.
Getränke-Import zwölfmal größer als Export
Auf jeden Liter alkoholfreier Getränke, die aus BiH exportiert werden, kommen 12 Liter importierte Getränke, teilt die Außenhandelskammer BiH mit. Bei den Exporten wurde im vorigen Jahr immerhin eine Steigerung von 8,8 % gegenüber 2006 festgestellt. An einer Erhöhung der einheimischen Produktion müsse dringend gearbeitet werden, die vorhandenen Kapazitäten würden nicht ausgenützt, so die Außenhandelskammer.
Wohnungen werden teurer
Die Wohnungspreise in Banja Luka sind in den letzten fünf Jahren um 25 bis 35 % gestiegen, und für die nächsten fünf Jahre erwartet man eine weitere Preissteigerung um 25 %. Wohnungen in Banja Luka finden Käufer aus allen Teilen der Republika Srpska (RS) und auch bei Bosniern, die im Ausland leben, sowie neuerdings auch bei Ausländern selbst, die in Immobilien investieren. Vor fünf Jahren lag der Preis für eine Altbauwohnung bei 900 bis 1300 Mark pro Quadratmeter - heute bei 1200 bis 2200 Mark.. Für Neubauwohnungen werden derzeit je nach Lage 2000 bis 3000 verlangt.
In der gesamtbosnischen Hautstadt Sarajevo liegt der Quadratmeterpreis für eine Altbauwohnung zwischen 1400 und 4000 Mark. Daran ist nur zum Teil die Teuerung bei den Baumaterialien schuld; hauptsächlich liegt es am "hungrigen Markt". Große Nachfrage und günstige Wohnungskredite fügen sich zusammen...
Wohin mit den Fördermitteln?
Ein eigenartiges Problem: Die bosnische Entität "Föderation" (FBiH) weiß nicht recht, was sie mit Projektfördermitteln tun soll. Aus ausländischen Krediten und Donationen stehen rund 2 Milliarden Mark bereit, die bis zum Jahr 2010 umgesetzt sein sollen - bis Mitte 2007 hatte man jedoch erst für rund 340 Millionen Mark eine Verwendung gefunden. "Jemand hat uns das Geld fast umsost gegeben, wir aber wissen nicht, wie wir das Geld nutzen sollen, es gibt zu wenig Projekte", so der FBiH-Finanzminister. Ein Problem sei auch, dass lokale Gemeinschaften Geld für bestimmte Projekte verlangen, sich in der Realisierung verheddern und dann alle Aktivitäten stoppen.
Bosnische Mikrokreditinstitute gehören zu den besten der Welt
Das US-Magazin "Forbes" hat für das Jahr 2006 fünf Mikrokreditorganisationen aus BiH unter die 50 besten derartigen Institute der Welt gereiht. Nach der Vertretung der einzelnen Institute auf dieser Weltbestenliste nimmt Bosnien sogar 3 ein - hinter Indien und Bangladesh. Die belobten bosnischen Mikrokreditorganisationen sind EKI, Partner, Sunrice (alle drei aus Sarajevo), Mikrofin (Banja Luka) und MI-BOSPO (Tuzla). EKI ist unter den bosnischen Instituten mit Platz 14 unter 641 analysierten Gesellschaften der Spitzenreiter; von den 33.000 Krediten im Wert von rund 140 Millionen Mark, die es im Jahr 2007 vergab, waren 45 % für langwirtschaftliche Projekte bestimmt, 43 % für Klein- und Mittelunternehmen, der Rest ging in Häusererneuerung und Verbesserung des Lebensstandards.
Jubel an den Börsen
Geschäfte im Wert von 1,3 Milliarden Mark (KM) wurden im Jahr 2007 an der Börse
Sarajevo (SASE) getätigt - so viel wie 2005 und 2006 zusammen: ein Rekordjahr. Besonders gut lief das Geschäft in den ersten vier Monaten 2007. In der zweiten Jahreshälfte war das Klima - insbesondere das politische - weniger günstig für den Kapitelmarkt. Dazu kam, dass Kroatien mit dem Angebot der Aktien der "Kroatischen Telekom" viele Investoren abspenstig machte...
Auch von der Börse in Banja Luka (Hauptstadt der bosnischen Entität "Republika Srpska) kommt Jubel: Mit 730 Millionen Mark haben sich 2007 die Geschäfte gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Gewinner sind Gesellschaften aus dem Finanzbereich, Verlierer sind die Unternehmen der "Elektroprivreda RS".
Devisenreserven
Die Devisenreserven der Zentralbank BiH betrugen Ende 2007 erstmals mehr als fünf Milliarden US-Dollar, die freien Devisenreserven machten rund 380 Millionen Mark (KM) aus.
Kreditlinien der Investitions-Entwicklungsbank RS
Günstige Kredite für Landwirtschaft, Wirtschaft und Wohnbau sind Schwerpunkt der Aktivitäten der Investitions-Entwicklungsbank RS (Republika Srpska), laut den eben von der RS-Regierung beschlossenen Richtlinien und Bedingungen. Die Bank wird - über Kommerzbanken - Kredite in Entwicklungsprojekte im Wert von rund 250 Millionen Euro stecken. Die Zinsfüße gründen sich auf den monatlichen Euribor und werden jeweils Ende März und Ende September jeden Jahres berechnet.
Mehr Einnahmen aus direkter Steuer
Die Steuerverwaltung der bosnischen Entität "Föderation" (FBiH) hatte im vorigen Jahr 3,14 Milliarden Mark (KM) Einnahmen aus der direkten Steuer - das ist um 482 Millionen KM (18 %) mehr als im Jahr 2006.
Polnische Betriebe in Gradi¹ka
In Gradi¹ka hat sich die polnische Firma "Texton Adria" niedergelassen; sie stellt synthetisches Material für die Möbel- und Textilindustrie her und beschäftigt 25 Arbeiter. Das Unternehmen ist nach "Organika BiH" (Schwämme) und "Inga Stolarz Gabi" (Möbel) der dritte polnische Betrieb in der bosnischen Grenzstadt.
Die bosnische Politik, ein Hindernis
"Schleppende und ineffiziente Durchführung der politischen Reformen und ungenügende politische Stabilität verlangsamen den Zufluss direkter ausländischer Investitionen in BiH", stellt Kemal Kozariæ, der Chef der bosnischen Zentralbank, fest. Das Wachstum des Bruttosozialproduktes habe 2007 die vorgesehenen 7 % erreicht, doch seien Inflation (4,9 %) und Außenhandelsdefizit (8 Milliarden Mark) höher als erwartet ausgefallen. Für 2008 erhofft Kozariæ einigen Aufschwung von den Privatisierungsprozessen, die in der Entität "Republika Srpska" schon begonnen haben und in der anderen Entität "Föderation" zumindest angekündigt worden sind.Immer mehr leisten sich ein neues Auto
Erstaunlich, dass in BiH im Vorjahr trotz schlechter Wirtschaftslage 27 % mehr Neuwagen verkauft wurden - der bosnische Automarkt hat 2007 somit ein Rekordjahr erlebt. Analytiker schreiben den Boom vor allem den immer günstigeren Krediten zu. Spitzenreiter unter den Automarken ist immer noch "Skoda", dank Zollbegünstigungen und gutem Image.
| Gesamtverkauf nach Jahren |
Hersteller |
Zahl der verk. Autos |
Marktanteil |
| 2007 |
14.739 |
©koda |
2.759 |
18.72 |
| 2006 |
11.541 |
Volkswagen |
2.180 |
14.79 |
| 2005 |
11.860 |
Renault |
1.642 |
11,14 |
| 2004 |
9.564 |
Ford |
1.243 |
8,43 |
| 2003 |
8.504 |
Toyota |
889 |
6,03 |
| 2002 |
8.246 |
Hyundai |
603 |
4,09 |
| 2001 |
7.994 |
Fiat |
602 |
4,08 |
| |
|
Peugeot |
583 |
3,96 |
| |
|
Opel |
569 |
3,86 |
| |
|
Lada |
562 |
3,81 |
| |
|
Audi |
476 |
|
| |
|
Mercedes |
242 |
|
| |
|
BMW |
130 |
|
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Dezember 2007 --------
Bei
der Kaufkraft ganz weit hinten
Von allen Ländern des ehemaligen Jugoslawien ist Bosnien dasjenige,
dessen Bürger die geringste Kaufkraft haben. Dies stellt der Bericht
des renommierten Marktforschungsinstituts "GIK Group" (Sitz in Deutschland)
fest. Im Durchschnitt beträgt die Kaufkraft in Europa rund 12.000 Euro
(pro Jahr), in Bosnien liegt sie um 83 niedriger, nämlich bei rund 2000
Euro. BiH befindet sich damit auf Platz 36 von 40 Plätzen, wie im Vorjahr.
Noch kaufschwächer sind nur Weißrussland, Albanien, die Ukraine und
Moldawien.
Ungleich wächst in den bosnischen Entitäten die Industrie
Wegen des starken Aufschwungs in der Verarbeitungsindustrie und im Bergbau
verzeichnete die bosnische Entität "Föderation (FBiH) im Jahr 2007 eine
deutlich höhere Wachstumsquote der industriellen Produktion als die
andere Entität, die "Republika Srpska" (RS). In den ersten zehn Monaten
2007 waren es in der FBiH 11,2 % mehr als im Vergleichszeitraum 2006;
in der RS nur 0,5 %.
"In den großen neu strukturierten und privatisierten Unternehmen ist
die Produktion erhöht worden, dagegen ist der Beitrag von neu gegründeten
privaten Unternehmen, die doch die Motoren des Industriewachstums sein
sollten, einfach zu klein", sagt ein Wirtschaftsexperte.
Hohe Wachstumsraten gab es in der FBiH in den Bereichen Büromaschinen
und Computer, in der Metallverarbeitung und in der Kraftfahrzeugproduktion.
In der RS sind am ehesten die Bereiche Textil, Möbel und Recycling gewachsen.
Auch Rückgänge werden gemeldet: In der FBiH bei der Produktion medizinischer
und anderer Präzisionsinstrumente sowie in der Holzverarbeitung, in
der RS bei TV- und Radioausstattung, Grundmetalle, Stein- und Braunkohlenförderung,
Reifen und Plastik sowie Leder.
Erfolg der Aktion gegen Schwarzarbeit
Dank der Aktion zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in der bosnischen Entität
"Föderation" (FBiH) sind die Beschäftigtenzahlen nun um 23 % höher.
Im Rahmen der Aktion (Juli bis November 2007) sind 56.350 Arbeiter neu
angemeldet worden. Allerdings sind allein im November von den Arbeitsinspektoren
noch 1164 Schwarzarbeiter entdeckt worden.
OBI in Banja Luka
Banja Luka ist - nach Sarajevo und Mostar - die dritte bosnische Stadt,
in der die deutsche Handelskette OBI (Ausstattung für Haus und Garten)
eine Filiale eröffnet hat. Seit dem 6. Dezember 2007 werden dort auf
einer Fläche von 7000 m2 rund 50.000 Artikel angeboten. Das neue Haus
in Banja Luka ist für OBI europaweit die Nummer 714.
Ausländische Investitionen
1,3 Milliarden Euro betrugen im Jahr 2007 die ausländischen Investitionen
in BiH. Die langsame Annäherung an Europa macht das Land für Investoren
offenbar immer interessanter. Die Regierung der bosnischen Entität "Föderation"
(FBiH) plant für die nächsten Jahre einige bedeutende infrastrukturelle
Projekte und erwartet davon einen stärkeren Investitionsschwung und
neue Arbeitsplätze. Maßnahmen in der Steuerpolitik sollen die Belastungen
reduzieren und ein gutes Klima für ausländische Investitionen schaffen.
Wieder ein paar Kilometer mehr Autobahn
Auf der Autobahn Zenica - Sarajevo (Korridor 5c) ist das 7,6 Kilometer
lange Teilstück Dobrinja - Visoko für den Verkehr freigegeben worden.
Der Bau dieses Streckenabschnitts kostete rund 50 Millionen Mark (KM),
die Autobahn ist nunmehr ganze 28 Kilometer lang. Finanziert wurden
die Arbeiten aus den Budgetmitteln der Entität "Föderation", ausgeführt
wurden sie von einheimischen Unternehmen.
Nur 1 Prozent der Rückkehrer ist beschäftigt
In Mostar hat der Verband der Vereinigungen von Flüchtlingen und umgesiedelten
Personen in BiH darauf hingewiesen, dass nur 1 Prozent der Rückkehrer
eine Arbeit gefunden hat und dass 40.000 Rückkehrer praktisch obdachlos
sind. "Hinsichtlich der Probleme, denen unser Verband begegnet, sind
für uns alle Regierungen gleich - seit zwölf Jahren lösen sie nichts",
sagte eine Vertreterin der Flüchtlingsvereinigungen.
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Oktober und November 2007 --------
42
Prozent der bosnischen Betriebe sind noch zu privatisieren
Laut Angaben der Agentur für Privatisierung sollen in BiH (ausgenommen
der Distrikt Brèko) noch 889 Unternehmen privatisiert werden; der Wert
des staatlichen Kapitals dieser Betriebe, die 42 % der bosnischen Unternehmen
ausmachen, wird auf mehr als 10 Milliarden Mark geschätzt.
In der Entität "Republika Srpska" (RS) haben 441 Betriebe den Privatisierungsprozess
noch nicht abgeschlossen, davon 141 strategische Unternehmen. In der
anderen Entität "Föderation" (FBiH) sind es überwiegend strategische
Unternehmen (mit hohem Kapital im Bereich der Kommunal-, Elektrizitäts-
und Telekommunikationswirtschaft), die noch zum Verkauf anstehen.
Durch Privatisierung sind in Bosnien & Herzegowina bisher Einnahmen
im Wert von 10,6 Milliarden Mark geflossen; der weitaus größte Teil
in der FBiH - nämlich 8,9 Milliarden, allerdings nur 480 Millionen in
Bargeld. Dagegen gab es bei den Verkäufen in der RS (1,7 Milliarden
Mark) zum größten Teil Bargeld, dank der Privatisierung der Telekom
Srpske und der Unternehmen im Bereich der Erdölindustrie.
Detachements für Arbeit in Deutschland
Die Wirtschaftskammer der Entität "Republika Srpska" (RS) hat 455 Detachements
an 25 Betriebe für Arbeit in Deutschland zugeteilt. Die meisten (67)
erhielt "IMSS-Trade" aus Banja Luka, ein Unternehmen, das diese Möglichkeit
schon seit Jahren nutzt: 184 ihrer Arbeiter sind in Deutschland engagiert
worden. "Jene Unternehmen, denen im Vorjahr solche Verträge für Auslandsarbeit
zugeteilt wurden, sind am deutschen Markt erfolgreich gewesen", sagt
Borko Ðuriæ, der Vorsitzender der RS-Wirtschaftskammer. "Auf diese Weise
kam ein Gesamteinkommen von 40 Millionen Mark zustande Pro Arbeiter
und Monat waren es 3300 Euro."
Käse aus Livno reist in die Welt
Die "Molkerei Livno" exportiert noch in diesem Monat die erste Lieferung
des geschätzten "livanjski sir" (Käse aus Livno) nach Australien; auch
mit der Türkei sind diesbezüglich schon Abmachungen getroffen worden
- über große Mengen sogar, freut sich Molkereidirektor ®eljko Marijan.
"Australische und türkische Experten haben unserem
Käse ausgezeichnete Qualität bescheinigt."
Tage der BiH-Wirtschaft in Bayern
In München
haben sich 27 Unternehmen, hauptsächlich aus den Bereichen der Auto-,
der Nahrungsmittel- und der Holzverarbeitungsindustrie, im Rahmen der
"Tage der BiH-Wirtschaft in Bayern" präsentiert. Aus Bayern waren 25
Betriebe vertreten; so bot sich gute Gelegenheit zur Vertiefung der
Zusammenarbeit. In Gesprächen zwischen dem bayerischen Landwirtschaftsminister
und der bosnischen Vize-Außenministerin wurden Kooperation zwischen
den für Landwirtschaft zuständigen Ministerien der beiden Länder sowie
fachliche Hilfe für BiH bei der Anpassung an europäische Normen vereinbart.
Zuviel Bier wird importiert
Wegen des
enormen Imports von ausländischem Bier befindet sich die bosnische Bierproduktion
vor dem Kollaps, warnen der Direktor der Brauerei Banja Luka und der
Vorsitzende der BiH-Brauereivereinigung. "Bis Ende des Jahres wird der
Import unwahrscheinliche 70 Prozent betragen - der europäische Durchschnitt
dagegen sind nur 13 Prozent. Wir brauchen unbedingt Schutzmaßnahmen.
Wir verlangen von den Behörden, dass sie den Import begrenzen, Quoten
festlegen und uns vom Zoll auf Rohstoffimport zu befreien."
Die Kapazitäten der bosnischen Brauereiindustrie sind nur zu 50 Prozent
ausgelastet; für eine profitable Produktion mussten es aber 70 Prozent
sein. Die Liberalisierung des Marktes in BiH und in der ganzen Region,
aber auch die Außenzollbarrieren, die den Export von bosnischem Bier
zum EU-Markt verhindern, seien schwere Schläge für die Brauereien in
BiH.
Fluglinie Banja Luka - Belgrad
Die Fluggesellschaft
"JAT-Airways" stellt mit 9. November die Linie Banja Luka - Belgrad
wieder her. Geflogen wird dreimal in der Woche (Mittwoch, Freitag, Sonntag
aus Belgrad, Montag, Donnerstag und Samstag aus Banja Luka). Der Flug
hin und zurück kstet 90 Euro; das Flugzeug ATR-72 hat 66 Sitzplätze.
Die höchsten und die niedrigsten Löhne
Der durchschnittliche
Nettolohn in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) betrug im
September 598 Mark (KM), teilt die Statistikanstalt der RS mit. Der
Durchschnittsbruttolohn lag bei 893 KM. Die höchsten Einkommen hatten
im September die Beschäftigten im Bereich Finanzvermittlung (brutto
1892 KM, netto 1254 KM). Die niedrigsten Einkommen wurden im Gastgewerbe
verzeichnet: brutto 581 KM, netto 393 KM.
Es wird wieder gespart
Bosnische
Bürger gewinnen offenbar wieder Vertrauen zu ihren Banken: 13,6 Milliarden
Mark (KM) befanden sich im September dieses Jahres in den Depositen,
davon waren 4,8 Milliarden KM Spareinlagen von Bürgern. Die Sparanlagen
waren damit bereits um 700 Millionen KM (17 %) höher als Ende des vorigen
Jahres. Seit dem Jahr 2000 hat sich laut BiH-Zentralbank der Wert der
Spareinlagen versechsfacht. Das Verhältnis zwischen Spareinlagen in
einheimischer und in ausländischer Währung verändert sich zugunsten
der einheimischen. Das Verhältnis zwischen Spareinlagen und Krediten
befindet sich nun im Gleichgewicht.
Rekordeinnahmen an Mehrwertsteuer
Die Verwaltung
für indirekte Besteuerung (Mehrwertsteuer) in Banja Luka meldet Rekordeinnahmen:
Erstmals wurde in einem einzigen Monat eine halbe Milliarde Mark verzeichnet;
in den ersten zehn Monaten dieses Jahres betrugen die Einnahmen 4,359
Mark. Davon werden 520 Millionen Mark aufgrund der Bestimmungen zur
Mehrwertsteuer-Rückerstattung wieder an die Steuerzahler zurückgegeben.
Für das Budget bleiben 3,8 Milliarden übrig - zwölf Prozent mehr als
im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Mehr Gewinn, aber weniger Beschäftigte bei der Telekom Spske
In den ersten
neun Monaten dieses Jahres hat die "Telekom Srpske" in der bosnischen
Entität "Republika Srpska" einen Gewinn von 66,8 Millionen Mark (KM)
erzielt - um sieben Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Das Gesamtkapital des Unternehmens beträgt 584 Millionen KM. Die "Telekom
Srpske", die von der serbischen "Telekom Srbija" übernommen wurde (Anteil
65 %), zählt 2719 Arbeitnehmer - 37 Prozent weniger als im Vorjahr.
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September 2007 --------
Wachstum
auf dem Banksektor
Die Deutsche Bank kommt in einer Analyse des osteuropäischen Marktes
zu dem Schluss, dass die Aktiva der Banken in BiH bis zum Jahr 2011
von 7,5 Milliarden Euro auf 12,1 Milliarden Euro (also um rund 60 %)
steigen könnten. Anerkannt werden die Anstrengungen der südosteuropäischen
Länder in den letzten Jahren, ihre Regulative mit den EU-Direktiven
in Einklang zu bringen. Die EU-Mitglieder Rumänien und Bulgarien sowie
EU-Kandidat Kroatien hätten in dieser Richtung am meisten erreicht,
so stellt der Bericht fest.
Auch für Serbien, Kroatien und Mazedonien wird ein Anstieg der Bankaktiva
prognostiziert. Besonders schnelles Wachstum wird auf dem Privatkundensektor
erwartet, wegen fallender Zinsen und der Zunahme der Bevölkerung. Gefahren
für die finanzielle Stabilität, etwa durch hohe Wachstumsraten bei Krediten,
würden u.a. durch Überwachungsmaßnahmen seitens der Zentralbanken reduziert.
Guten Produkten aus Bosnien fehlt "ein Stück Papier"
Wie kann man einheimische Produkte erfolgreich in EU-Länder exportieren?
Das war Thema eines vom Euro-Info-Korrespondenzzentrum in Sarajevo veranstalteten
Seminars. Denn: Es gibt sehr gute Produkte aus Bosnien, aber sie müssen
erst einem Zertifizierungs- und Standarisierungsprozess unterzogen werden,
um auf dem EU-Markt Bestand haben zu können - es fehlt ihnen "ein Stück
Papier". Ein anderes Problem ist, dass BiH Produkte ins Ausland exportieren
möchte, die es dort schon gibt: Es gilt also einen Partner zu finden,
der lieber ein bosnisches Produkt als ein anderes verkaufen will. Simon
Gil, britischer Fachmann für internationale Geschäftsführung, weist
auch der Regierung eine Verantwortung zu: Sie soll den Export mit Rat
und Tat fördern. Senad Hromiæ, Direktor des Euro-Info-Korrespondenzzentrums,
beklagt die ungenügenden Kenntnisse, was die Bedingungen für einen Export
in die EU betrifft, und auch die Kosten für Zertfikate. Hier gelte es,
den Unternehmen Unterricht zu erteilen.
Um
50 Mark mehr Niedrigstlohn
Der Niedrigstlohn
in der bosnischen Entität "Republika Srpska" soll künftig 250 Mark (KM)
betragen - 50 KM mehr als bisher. Das haben Regierung, Gewerkschaftsbund
und Arbeitgeberverbände vereinbart. Gültig wird der Vertrag mit 1. Januar
2008.
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August 2007 --------
Qualitätszertifikate
haben Seltenheitswert
"Der bosnische Markt ist einer der ganz wenigen auf der Welt, wo die
Hersteller die den Normen gemäße Qualität ihrer Produkte nicht nachweisen
müssen. Deshalb ist der BiH-Markt von schlechten Waren überflutet. Solche
Produkte können wir nicht exportieren - daher unser großes Außenhandelsdefizit",
sagt Safet Brdareviæ, Vorsitzender der Vereinigung für Qualität in BiH.
In ganz Bosnien sind etwa 30.000 verschiedene Unternehmen registriert,
aber nur 340 haben das Zertifikat ISO 9001 (System der Qualitätsverwaltung)
- also gerade ein Prozent. Die meisten derer, die das Zertifikat haben,
sind auch im Ausland tätig - und brauchen es daher. Nur 40 Unternehmen
haben das Zertifikat für Umweltschutz ISO 14000, und gar nur vier Unternehmen
das Zertifikat OHSAS 18001 für Sicherheit und Schutz der Beschäftigten!
"Die Situation ist deswegen so schlecht, weil wir keine gesetzlichen
Vorschriften und Institutionen haben, die den Markt ordnen", so Brdareviæ.
"In BiH gibt es nur zwei akkreditierte Zertifikatshäuser, das eine ist
das Institut für Bauwesen und Baumaterialien in Tuzla, das andere ist
"Technoinspekt" in Sarajevo, zuständig für Aufzüge.
Wohnungen in Sarajevo und Banja Luka um 30 % teurer
In Sarajevo und Banja Luka, den beiden größten Städten in BH, sind laut
Immobilienhändlern die Wohnungspreise gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent
gestiegen. Als Grund wird die Verteuerung von Baumaterialien genannt.
SARAJEVO |
BANJALUKA |
2007 |
2006 |
2007 |
Altbau |
Neubau |
Altbau |
Neubau |
Altbau |
Neubau |
| 2000 bis 4000
KM pro m2 |
bis zu 5000
KM pro m2 |
1100 bis1200
KM pro m2 |
1800 bis 2000
KM pro m2 |
1400 bis 1700
KM pro m2 |
1800 bis 2200
KM pro m2 |
Niedrigster Stundenlohn im FBiH-Bergbau: Zwei Mark
Vertreter des zuständigen Ministeriums und der Gewerkschaft der Bergarbeiter
haben den Kollektivvertrag über Rechte und Pflichten von Arbeitgebern
und Arbeitnehmern im Bergbau in der bosnischen Entität "Föderation"
(FBiH) unterzeichnet. Der niedrigste Nettostundenlohn beträgt demnach
ganze 2 KM (Mark)! Ein Arbeiter, der die einfachsten Arbeiten ausführt,
verdient im Monat 330 KM.
In den Bergwerken der "Föderation" sind 13.500 Arbeiter beschäftigt.
Inflation,
Bruttosozialprodukt
Die Inflation betrug im Jahr 2006 in BiH 6,12 Prozent. Den größten Einfluss
auf diese hohe Rate hatten die Einführung der Mehrwertsteuer im Januar
2006 sowie Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln, Wohnen, Wasser- und
Energieversorgung.
Das Bruttosozialprodukt machte im vorigen Jahr 19 Milliarden KM (Mark)
aus; pro Kopf waren es 4969 KM. Dienstleistungen (55,67 %) nahmen den
höchsten Anteil ein.
Nichts
schützt die Originalprodukte
"BiH ist heute der größte Abfalleimer Europas", sagt Tomislav Grizelj,
Vorsitzender des BiH-Arbeitgeberverbandes: "Jeder kann alles nach Bosnien
exportieren oder hier produzieren, um Profit zu machen, denn es gibt
keinen Kodex, der Originalprodukte und ihren Wert schützt." Ein "Index
des Geschäftsvertrauens", der die Geschäftstätigkeit reguliert und das
Vertrauen der Bürger in die Produkte stärkt, ist in Bosnien unbekannt.
"Durch den Index könnte man ein Produkt identifizieren - Herkunft, Hersteller,
wichtige Merkmale des Produkts. Die meisten Waren haben aber nur den
Barcode, hinter dem alles versteckt wird." Nur ein Beispiel: Käse aus
Livno (Livanjski sir) wird heute nicht etwa bloß in Livno hergestellt,
sondern in rund zehn bosnischen Gemeinden - das Originalprodukt ist
nicht geschützt...
Mehr Mehrwertsteuer
- aber wohin geht das Geld?
"Im ersten
Halbjahr hatten wir allein aus der Mehrwertsteuer rund 160 Millionen
Mark mehr Einnahmen als erwartet. Bis Ende des Jahres könnten es 350
Millionen sein", verlautet aus der Verwaltung für indirekte Besteuerung
BiH.
In den ersten sieben Monaten dieses Jahres erhielt der Staat BiH 381
Millionen KM (Mark), die Entität "Föderation" 1,5 Milliarden KM, die
andere Entität "Republika Srpska" 746 Millionen KM, und der Distrikt
Brcko 83 Millionen KM.
Der Verbraucherverband sieht diese Dinge weniger rosig: "Es heißt nur,
dass die Hände tiefer in die Taschen der Verbraucher gesteckt werden.
Nach der Einführung der Mehrwertsteuer wurde kein einziges Versprechen
erfüllt. Versprochen wurden: gute soziale Programme, vollere Fonds,
Anregung der Produktion, mehr Förderung der Landwirtschaft usw. Aber
samt den Mehreinnahmen ist für die Bürger nichts besser geworden, niemand
sieht, wohin das Geld geht."
Banken:
Einige wenige beherrschen den Markt
Ende Juni dieses Jahres war die Raiffeisenbank BiH Sarajevo mit Gesamtaktive
von 3,57 Milliarden KM (Mark) die führende Bank des Landes, gefolgt
von Hypo Alpe Adria (3,39 Milliarden KM). Größte Bankgruppe ist UniCredit
geworden, mit Aktiva von 3,8 Milliarden KM. Drei Bankgruppen kontrollieren
in BiH 64,4 % des Marktes.
Beschäftigte
und fast ebenso viele Arbeitslose
Im Juni 2006 waren in BiH 530.190 Personen arbeitslos gemeldet - um
4,5 % mehr als im gleichen Monat des Vorjahrs. Beschäftigt waren in
BiH im Juni 668.240 Personen.
In der Entität "Republika Srpska" sind 45 % der Jugendlichen arbeitslos.
Die geltende Visum-Regelung, die Gesundheitsversicherung und das Schulwesen
sind weitere aktuelle Probleme der jungen Generation. BiH ist in diesem
Jahr auf Platz 38 in Sachen Hochschulreform gestellt worden - Platz
38 von 40 möglichen Plätzen! Die Kolonne junger Leute vor den Botschaften
wird nicht kürzer. 77 Prozent möchten BiH verlassen, davon 24 % für
immer. 18 Prozent der jungen Leute haben schon konkrete Schritte in
dieser Richtung unternommen.
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Juli 2007 --------
Und
plötzlich wurden sie zur Sozialversicherung anmeldet...
Knapp vor Beginn einer Aktion zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in der
BiH-Entität "Föderation" (FBiH) sind in wenigen Tagen 2700 Personen
zur Sozialversicherung angemeldet worden... An der Aktion, die im Juli
begonnen hat, sind rund 200 Inspektoren beteiligt. Die Regierung der
FBiH hat angekündigt, dass die Strafen dreimal höher als früher ausfallen
werden; auch können Objekte, bei denen Schwarzarbeiter beschäftigt werden,
geschlossen werden, und auch Strafen für die Schwarzarbeiter selbst
sind möglich. Die Gewerkschaft unterstützt die Aktion. "Man sieht, dass
die Behörden entschlossen sind, die Schwarzarbeit zu bekämpfen", sagt
ein Gewerkschaftssprecher, "die Anmeldung so vieler Arbeiter bei der
Renten- und Krankenversicherung ist eine Folge der Strafandrohung."
Kredite für Klein- und Mittelbetriebe
Die Entwicklungsbank des Europarates (CEB) und Raiffeisen International
haben in Wien zwei Kreditverträge unterzeichnet, wonach je 50 Millionen
Mark für Klein- und Mittelbetriebe in BiH zur Verfügung stehen werden.
Platziert werden die Kredite mit einer Fälligkeit von 12 Jahren über
Raiffeisen-Bank und Raiffeisen-Leasing. Den Klein- und Mittelbetrieben,
denen das Geld dann zugeteilt wird, soll damit eine Geschäftserweiterung
möglich werden.
Zepter-Bank
wird zur Volksbank
Die "Österreichische Volksbank International" hat 82,1 Millionen Mark
(KM) für Aktien der "Zepter Komerc Bank" Banja Luka bezahlt und ist
damit deren offizieller Inhaber geworden. Die Zepter-Bank wird ihre
Geschäftstätigkeit unter dem Namen "Volksbank Banja Luka" fortsetzen.
In Bosnien hat die Volksbank Aktiva im Wert von 558 Millionen KM; die
der Zepter-Bank betragen 390 Millionen KM. Durch die Vereinigung der
beiden Häuser gehört die Volksbank zu den sechs größten Bankengruppen
in Bosnien Herzegowina, mit einem Marktanteil von mehr als 5 Prozent.
"Volksbank International" mit Sitz in Wien hat Tochter-Banken in neun
mittel- und osteuropäischen Ländern, mit 288 Filialen, insgesamt 3900
Angestellten und Aktiva von 6,1 Milliarden Euro.
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Juni 2007 --------
Ikea
schaut nach Bosnien
Der schwedische Möbelhersteller "Ikea" ist an der Übernahme von sieben
Fabriken der Holzindustrie in der "Republika Srpska" interessiert, darunter
"Kozara" in Kozarska Dubica, "Lingo¹per" in Novi Grad sowie die Holzindustrie
in Podgradci, die sich von allen im besten Zustand befindet - mit einer
Investition von 1,5 Millionen Euro könnte sie jährlich 200.000 Stühle
und Tische in Ikea-Lizenz produzieren. Falls es zu einer Übernahme kommt,
eröffnet Ikea im Raum Banja Luka einen Verkaufssalon. Übrigens ist Ikea
nur eines von mehreren schwedischen Unternehmen, die bei einem Seminar
über Geschäftsmöglichkeiten in BiH - organisiert von der schwedischen
Botschaft und dem schwedischen Handelsrat - ihr Interesse an Investitionen
in Bosnien angemeldet haben.
Erfolgreiche ProCredit Bank
Die mit 700 Beschäftigten in 32 Filialen vertretene ProCredit-Bank hat
ihren Geschäftsplan für das Jahr 2006 übertroffen, wird aus Sarajevo
berichtet. Ende 2006 betrug das Kredit-Portefeuille 299 Millionen Mark
(KM), die Bankaktiva waren um 50 Prozent gestiegen. Auch aus dem laufenden
Jahr werden Erfolge gemeldet: Das Kapitel ist in den ersten vier Monaten
2007 um 10 Millionen Mark gestiegen und beträgt nun 35 Millionen Mark.
Sechs weitere Filialen sollen in diesem Jahr noch eröffnet werden, und
den Beschäftigungsplan (700 Mitarbeiter) hat die Bank jetzt schon überholt
- bis Ende 2007 rechnet man mit etwa 900 Beschäftigten.
In Slowenien gibt es Arbeit für Bosnier
Rund 6000 bosnische Arbeiter - zumeist Bauarbeiter - haben seit Beginn
dieses Jahres eine Aufenthaltsgenehmigung in Slowenien beantragt. "Es
sind vorwiegend Leute, die als arbeitslos gemeldet sind, besonders im
Kanton Una-Sana. Wir in Slowenien haben einen Bedarf an Arbeitskräften,
denn es wird viel gebaut, etwa im Bereich Autobahnen. Vor der slowenischen
Botschaft ist jeden Tag ein Gedränge", sagt ein Vertreter der slowenischen
Botschaft in Sarajevo, "aber dieser Trend wird zurückgehen, denn auch
Slowenien hat eine Quote." Ein bosnischer Bauarbeiter hat einfache Worte
für seine und vieler seiner Landsleute Lage: "Ich würde nicht nach Slowenien
gehen, wenn ich hier bei uns einen normalen Lohn bekäme."
Gleich viele Beschäftigte und Arbeitslose in der Föderation
Die Verhältnisse
von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nehmen in den beiden bosnischen
Entitäten verschiedene Entwicklungen: Laut neuesten Statistiken steigt
in der Republika Srpska (RS) die Zahl der Beschäftigten und sinkt jene
der Arbeitslosen, wohingegen es in der "Föderation" (FBiH) genau umgekehrt
ist. In der FBiH halten sich Beschäftigte und Arbeitslose nun ziemlich
genau die Waage!
| JAHR |
BESCHÄFTIGTE |
ARBEITSLOSE |
| |
RS |
FBiH |
RS |
FBiH |
| 2001 |
220.791 |
407.199 |
153.037 |
267.783 |
| 2006 |
252.227 |
389.610 |
143.218 |
389.601 |
| |
|
|
|
|
Die
Verbesserung der Lage in der RS ist nach Meinung von Geschäftsleuten
und der Gewerkschaft die Wirkung einer besseren Umsetzung der Wirtschaftspolitik
und eines gelungenen Privatisierungsprozesses sowie einer milderen Steuerbelastung
der Wirtschaft und einer strengeren Bekämpfung der Schwarzarbeit in
der RS.
Schon besser, aber nicht gut genug
Laut einer
von der Weltbank unterstützten Untersuchung (im Rahmen des BAC-Projekts)
sind Verbesserungen bei der Firmenregistrierung und bei den Inspektionen
festzustellen, aber insgesamt bleibt das bosnische Klima für Geschäftseröffnungen
hinter dem der ganzen Region zurück. In 16 größeren BiH-Städten wurde
vor kurzem ein neues System der Firmenregistrierung in der Praxis eingeführt;
demnach dauert diese Prozedur in der "Föderation" (FBiH) jetzt durchschnittlich
44 Tage (das sind 19 Tage weniger als im Jahr 2004), in der "Republika
Srpska" (RS) braucht man 32 Tage (ein Tag weniger als im Jahr 2004).
Das 44 Millionen teure BAC-Projekt von BiH-Institutionen gemeinsam mit
der Weltbank hat die Abschaffung der größten Hindernisse für die Entwicklung
der Privatwirtschaft in BiH zum Ziel.
Wirtschaft muss endlich Vorrang erhalten
Anziehung
ausländischer Investitionen, Schaffung von Arbeitsplätzen und Verbesserung
des Lebensstandards seien Bedingungen, die erfüllt werden müssen, wenn
man erwartet, dass BiH sch erfolgreich rehabilitiert, sagte Christian
Schwarz-Schilling, der höchste internationale Repräsentant, in Sarajevo
bei einer Konferenz über wirtschaftliche und soziale Entwicklung. "Wirtschaftliche
Fragen sind in der politischen Diskussion in Bosnien unterschätzt worden,
das ist ein schwacher Punkt", so Schwarz-Schilling.
Frankreichs Botschafterin, Maryse Berniau, sieht das Vorkriegsniveau
in Bosnien noch nicht wieder erreicht. Es gebe noch keinen einheitlichen
Markt, dafür aber eine "graue Ökonomie" (Schwarzmarkt), die einen hohen
Anteil am Bruttosozialprodukt ausmacht; zu wenig ausländische Investitionen,
hohe Arbeitslosigkeit (besonders bei Jugendlichen), viel Analphabetismus,
nicht genug Arbeitsplätze und Ausbildung von Arbeitskräften, und obendrein
sei die Zahl der Schüler in den Mittelschulen reduziert worden.
Nikola ©piriæ, Vorsitzender des BiH-Ministerrates, gibt zu, dass die
Politik zu lange die Gewalt über die Wirtschaft ausgeübt habe.
Handelsdefizit wird größer
Exporte im
Wert von 2,4 Milliarden Mark (KM), aber Importe um 5,2 Milliarden Mark
- das bosnische Handelsdefizit betrug in den ersten fünf Monaten 2007
ganze 2,8 Milliarden Mark! Zwar ist der Export gegenüber dem gleichen
Zeitraum des Vorjahres gestiegen, aber der Import auch, und zwar stärker...
Womit das Handelsdefizit immer größer wird. Größter Handelspartner von
BiH war übrigens die EU. Der stärkste Handelsaustausch findet freilich
immer noch mit Kroatien statt.
Tourismus wächst allmählich
Die neueste
Statistik bringt auch Erfreuliches zum Vorschein: Der Durchschnittslohn
stieg um 10,1 Prozent (nämlich auf 635 Mark), und der Tourismus ist
im Wachsen begriffen: Im April 2007 wurden 45.980 Touristen in BiH gezählt,
das sind 21,5 Prozent mehr als im April des Vorjahres. Die meisten kamen
aus Serbien, Kroatien, Slowenien - immerhin auch 7,1 Prozent aus Deutschland.
In der "Republika Srpska" (RS) registrierte Handels- und Tourismusminister
Gluhakoviæ in diesem Jahr einen Anstieg des Tourismus um rund 15 Prozent.
Er führt dies unter anderem auf die Präsentation Bosniens bzw. der RS
auf einschlägigen Messen in Südosteuropa zurück: "Unsere Potentiale
finden so den Weg zu denen, die Naturschönheiten suchen." Derzeit hat
das RS-Budget bloß 300.000 Mark für Tourismus übrig. Im Budget des kommenden
Jahres sollen es 9 Millionen Mark sein! "Wir müssen eine nationale Strategie
für die Entwicklung des Tourismus in der RS entwickeln", sagt Gluhakoviæ.
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Mai 2007 --------
Nicht
alle Arbeitslosen sind es auch
Neueste Arbeitslosenstatistik
aus den beiden bosnischen Entitäten: 370.000 in der muslimisch-kroatischen
"Föderation" (FBiH), 144.000 in der "Republika Srpska (RS). "Wir nähern
uns der kritischen Quote von 50 Prozent", sagt Edhem Biber, Vorsitzender
des gesamtbosnischen unabhängigen Gewerkschaftsverbandes, "es ist höchste
Zeit, dass BiH das Programm seiner Beschäftigungspolitik definiert.
Wir sind schon so weit, dass Menschen sich nicht mehr ärztlich behandeln
lassen können."
Perica Jeleèeviæ, Arbeitsminister der Föderation, wirft den Arbeitsämtern
vor, sie beschäftigten sich hauptsächlich mit der Registrierung der
Arbeitslosen und mit der wenig wirksamen Präsentation von Beschäftigungsprogrammen,
und sie vernachlässigten ihre Hauptrolle, nämlich die Vermittlung von
Arbeitskräften und das Herstellen von Verbindungen zwischen Arbeitgebern
und Arbeitsuchenden. Die Tatsache, dass "viele Beschäftigte keine richtigen
Arbeitsverträge und deswegen zum Beispiel auch keine Sozialversicherung
haben", führe dazu, dass viele Schwarzarbeiter sich beim Arbeitsamt
anmelden, um zur Krankenversicherung zu kommen..." (Die Gewerkschaft
vermutet, dass in der Föderation jeder dritte Arbeiter "schwarz" arbeitet.)
Bo¹ko Tomiæ, Arbeitsminister der RS, verweist auf eine neue Gesetzeslage
in seiner Entität, wonach die Arbeitsinspektoren verpflichtet sind,
Firmen zu schließen, in denen Schwarzarbeiter beschäftigt werden. In
der Föderation ist ein Entwurf ausgearbeitet worden, der ebenfalls auf
eine Stärkung der Inspektionen zielt, mit Strafsanktionen für Arbeitgeber
bei Schwarzarbeit in ihren Betrieben.
In ganz Bosnien sind 700.000 Arbeiter angemeldet, die Zahl derer aber,
die in der "grauen Ökonomie" arbeiten, wird auf 350.000 geschätzt.
Schleppender
Fortschritt bei ausländischen Investitionen
Als "kleinen
Fortschritt" wertet es ein Bericht im Zuge des Frühwarnsystems von UNDP,
dass die direkten ausländischen Investitionen in BiH im Jahr 2006 gegenüber
dem Vorjahr um 25 % gestiegen sind - das Niveau sei aber insgesamt gering.
(Der Anstieg 2006 ist relativ, weil 2005 ein starkes Absinken verzeichnet
worden war.)
Der größte Teil der ausländischen Investitionen fließt in die Privatisierung
bestehender Unternehmen; neue Investitionen sind sehr selten. Mit ausländischem
Kapital am besten ausgestattet ist das Bankwesen, allerdings werden
mehr Privatkredite vergeben als Geschäftskredite, sodass statt des Investments
der Verbrauch angekurbelt wird. Bei Krediten für den Geschäftssektor
hat der Handel den Vorrang gegenüber der Produktion.
Guter
Rat wird gefördert
"Förderung
der kleinen und mittleren Unternehmen im nördlichen BiH" ist der Name
eines Projekts, an dem seit Mitte 2005 gearbeitet wird - finanziert
von der Schweizer Agentur für Entwicklung und Kooperation (SDC) und
der Deutschen Technischen Kooperation (GTZ). Unmittelbares Ziel ist
die Aus- und Weiterbildung örtlicher Fachberater für Klein- und Mittelbetriebe.
Dahinter steht ein größeres Ziel: Die Konkurrenzfähigkeit von Betrieben
zu fördern, neue Arbeitsplätze zu schaffen, lokale Strukturen zur Selbsterhaltung
der Betriebe zu entwickeln, Weiterbildung von Konsulenten.
Ein SDC/GTZ-Fonds für Entwicklungsconsulting deckt die Kosten für das
Engagieren eines Konsulenten bis zu 50 % ab; ein Recht auf Nutzung dieses
Fonds haben nordbosnische Betriebe, die überwiegend in heimischem Eigentum
sind und bis zu 250 Beschäftigte haben - hauptsächlich in den Bereichen
Holz/Möbel, Metall, Textil/Kleidung und Leder/Schuhe.
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April 2007 --------
Erfolgsmeldungen
von der Hypo Alpa Adria Bank in Banja Luka
9,8 Millionen
Mark (KM) betrug der Nettogewinn der österreichischen Hypo-Alpe-Adria-Bank
in Banja Luka im Jahr 2006 - im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung
von 42 %. Die Aktiva stiegen um 30 % auf 1,18 Milliarden KM, womit die
Hypo Alpe Adria die erste Bank in der Republika Srpska (RS) ist, welche
bei den Aktiva die Milliardenschwelle überschritten hat. Das Bank-Gesamtkapital
lag Ende 2006 bei 124 Millionen KM (eine Steigerung um 40 %). Noch eine
Siegesmeldung hat Bankdirektor Kurt Makula zu bieten: "Unsere Abteilung
für Geschäfte mit Wertpapieren hat an der Banjalukaner Börse die führende
Position übernommen."
US-Eisenbahnnetz
Laut Milorad
Dodik, Premierminister der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS),
wird die amerikanische "General Electric" eine Studie über die Modernisierung
der Eisenbahnstrecken in der RS ausarbeiten, danach sollen Verhandlungen
über die Realisierung des Projekts beginnen. Von der Studie erwartet
man sich einen Überblick über die Kosten; es ist freilich klar, dass
das Geld von "General Electric" kommen soll, "und die Regierung RS gibt
Garantien für das investierte Geld", so Dodik. Die Modernisierung soll
die Eisenbahnstrecken in der RS in das Eisenbahnverkehrsnetz der ganzen
Region einbauen.
Indessen sollen Anfang Juni die Arbeiten zur zweiten Teilstrecke der
geplanten Autobahn Banja Luka - Gradi¹ka beginnen (ab dem Flughafen
Mahovljani). Anno 2009 soll die Autobahn fertig sein.
Kreditwirtschaft
Die bosnische
Wirtschaft ist bei den einheimischen Kommerzbanken mit Krediten in der
Gesamthöhe von 4,88 Milliarden Mark (KM) verschuldet. Den größten Teil
macht dabei der Privatgeschäftssektor aus. Die Bankiers erklären dies
damit, dass nur 10 bis 20 % der staatlichen Betriebe auf dem Markt "kämpfen"
- die anderen warten auf die Privatisierung und unternehmen nur ganz
wenig.
Lakta¹i vereinfacht
die Registrierung von Geschäften
Geschäftsleute
in Lakta¹i bei Banja Luka können ihre Geschäfte jetzt in nur einem Tag
registrieren lassen - dank einer wesentlich vereinfachten Prozedur,
die von der Gemeinde Lakta¹i gemeinsam mit USAID SPIRA ausgearbeitet
und eingeführt wurde. "Es ist dies ein neues Modell", sagt Gemeindevorsteher
Topoloviæ: "Alle Schritte sollen an einem einzigen Ort in der Gemeindeverwaltung
erledigt werden können. Als direkte Folge der neuen Prozedur erwarten
wir höhere Investitionen, neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Blüte
für die ganze Gemeinde. Lakta¹i und Mrkonjiæ Grad sind die bisher einzigen
Gemeinden in der bosnischen Entität Republika Srpska (RS), in denen
die Registrierung einer gewerblichen Tätigkeit schnell und problemlos
erfolgt. Andernorts dauert es oft monatelang und ist auch noch kostspielig.
Außenhandelsbilanz im März 2007-05-02
Der bosnische
Warenverkehr mit dem Ausland betrug im März dieses Jahres 1,7 Milliarden
Mark (KM). Davon entfielen 503,8 Millionen KM auf den Export und 1,2
Milliarden KM auf den. Exportiert wurde am meisten nach Kroatien, Serbien
und Montenegro; bei den EU-Ländern liegt Italien ganz vorn.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres belief sich der Export aus
BiH auf 1,4 Milliarden KM, der Import auf 2,9 Milliarden KM - gegenüber
dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs bedeutet dies Steigerungen von 27
bzw. 41 Prozent.
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März 2007 --------
Umstrukturierung stößt in der Föderation auf Probleme
Ernüchternd
ist der BiH-Jahresbericht der Europäischen Bank für Erneuerung und Entwicklung
(EBRD) ausgefallen. Die größten Probleme wurden in der Entität "Föderation"
(FBiH) geortet. Als negativ wurde die Verlangsamung des Fortschritt bei
den Verhandlungen mit der EU und die schlechte Umstrukturierung großer
strategisch wichtiger Unternehmen vermerkt, als positiv die Einführung
der Mehrwertsteuer und die makroökonomische Stabilität.
Ein Wirtschaftswissenschafter der EBRD sieht es so: "Die Umstrukturierung
der großen Unternehmen ist eine große Herausforderung für BiH, und ganz
offensichtlich bleibt die Föderation hinter der Republika Srpska zurück.
Das hat mit der Privatisierungsblockade in der Föderation zu tun und auch
mit den unklaren Kompetenzen zwischen den Ebenen Entität und Kanton hinsichtlich
der Privatisierung."
"German Wings" dürfen nicht nach Bosnien
Die Direktion
für Zivilflugverkehr in BiH hat der deutschen Fluggesellschaft "German
Wings" (Köln) eine Fluglinie nach Sarajevo so lange nicht genehmigt,
als BiH das Abkommen mit der EU über einen gemeinsamen europäischen
Flugbereich nicht ratifiziert hat. "Nach dem derzeit gültigen bilateralen
Abkommen hat Deutschland 12 Fluglinien, für eine weitere Fluglinie ist
ein neues Abkommen nötig. Dieses Abkommen müssen Präsidium, Ministerrat,
Parlament und eine Delegation der Europäischen Kommission in BiH ratifizieren",
so der Direktor für BiH-Zivilflugverkehr.
"Wir sind sehr enttäuscht", verlautet seitens von "German Wings", "diese
Entscheidung schadet dem Image von Bosnien und den Passagieren. Das
Abkommen wurde im Juni 2006 unterzeichnet und sollte doch bis jetzt
ratifiziert sein..." Ein Sprecher des Flughafens Sarajevo betont, dass
die Flüge von "German Wings" jederzeit willkommen seien und die Genehmigung
nicht vom Flughafen, sondern von der höheren Behörde verweigert wurde.
Deutsche steigen in Holzindustrie in Livno ein
Deutsche Geschäftsleute
seien an bestimmten Produktionsvorhaben im Bereich der Holzindustrie
in Stadt und Kanton Livno interessiert, berichtet Luka Èelan, Gemeindevorsteher
von Livno. "Sie sind bereit, Kapital in Betriebe der holzverarbeitenden
Industrie zu investieren. Es handelt sich um seriöse Geschäftsleute,
die sich für eine Belebung der Produktion in den Sägewerken des stillgelegten
Unternehmens Cincar in Livno und den privaten Sägewerken in ©uica und
Li¹tani interessieren. Sie sind über Vermittlung von Bischof Franjo
Komarica (Banja Luka) nach Livno gekommen."
Rekordinvestitionen
der EBRD
137 Millionen
Mark (KM) hat die Europäische Bank für Erneuerung und Entwicklung (EBRD)
im Jahr 2006 in Bosnien & Herzegowina investiert - ein Anstieg um
30 % und insgesamt ein Rekord. Elf von 13 Projekten gingen in die Privatwirtschaft,
was klar in eine neue Richtung der bosnischen Ökonomie weist. Bemerkenswert
sind die direkten ausländischen Investitionen. BiH erhält pro Kopf das
meiste Geld von allen Ländern der Region. Am besten habe sich der Finanzsektor
- Bankwesen und Handel mit Wertpapieren entwickelt, so der EBRD-Bericht.
Die Bank hat einen neuen Fonds für die Region des Westbalkans geschaffen,
daraus wird hauptsächlich in Projekte der Infrastruktur investiert,
die vor allem den kleinen und mittleren Betrieben helfen sollen. Vorbereitungsprojekte
im Wert von etwa 7 Millionen Euro wurden bereits finanziert, in der
nächsten Zeit werden ein bis vier Millionen Euro in kleine Projekte
fließen.
ABS-Bank Sarajevo in österreichischen Händen
Die "Steiermärkische
Bank und Sparkassen" ist im Januar 2007 Inhaber von 49 % der Aktien
der ABS-Bank in Sarajevo geworden und ist nun, nach dem Tender für den
Kauf der restlichen Aktien, mit mehr als 50 % Eigentum der mehrheitliche
Inhaber der ABS-Bank.
Aus Italien kommt Ansporn für Balkantourismus
Die Wirtschaftskammer der italienischen Region Pescara hat eine Initiative
für ein einheitliches Tourismusangebots der Balkanländer angeregt. Ein
solches Projekt soll Kroatien, BiH, Serbien, Montenegro, Makedonien
und Albanien einschließen. Aus BiH ist derzeit nur die Tourismuszentrale
Banja Luka vertreten. Deren Direktor, Stevo Keleèeviæ, plant eine Analyse
des lokalen touristischen Angebots und ein umfassendes Training für
alle Beschäftigten im Bereich Tourismus. Das Projekt läuft Ende März
an.
880 Millionen Mark für Wohnungskredite
Eine Statistik vom Jahresende 2006: Die BiH-Bürger sind mit rund 4,4
Milliarden Mark (KM) verschuldet. Davon entfallen 880 Millionen KM auf
Wohnungskredite. Die Banken bieten verschiedene Kreditarten an; der
durchschnittliche Zinsfuß beträgt zwischen 8 und 8,5 %, mit einer Kreditlaufzeit
von 25 bis 30 Jahren. Die Höhe der Kredite beträgt großteils zwischen
50.000 und 300.000 KM. Der Profit der Banken liegt bei 70 und 110 %,
sodass viele Banken schon bei der halben Kreditlaufzeit auf ihre Kosten
kommen.
Wer will und kann "Aluminium" kaufen?
In der bosnischen
Hauptstadt Sarajevo wurde ein öffentlicher Wettbewerb für den Verkauf
des Unternehmens "Aluminium" in Mostar ausgeschrieben. Das
föderale Büro für Privatisierung bietet 88 % des Kapitals (Wert: 150
Millionen Mark) zum Kauf an. Die minimalen Bedingungen lauten: Beibehalten
der bisherigen Tätigkeit, Übernahme aller Arbeiter, bei Kauf Barzahlung.
Der Tender ist auf den Websites von "Aluminium" sowie des
Privatisierungsbüros veröffentlicht und bleibt bis 23. April geöffnet.
Jure Musa, ein Sprecher des zum Verkauf stehenden Unternehmens: "Bis
Ende August soll die Privatisierung abgeschlossen sein. Der Preis von
150 Millionen Mark kann nur steigen, denn es gibt ziemlich viele Interessenten.
Wir gehören zu den wenigen bosnischen Unternehmen, die weder Schulden
noch überschüssiges Personal haben, und das ist für jeden ausländischen
Investor attraktiv."
Im Jahr 2006 verzeichnete "Aluminium" Einnahmen in der Höhe
von 418 Millionen Mark. Das Unternehmen beschäftigt 935 Arbeiter.
London - Sarajevo, dreimal die Woche
"British Airways" führt seit 25. März eine regelmäßige direkte
Fluglinie London - Sarajevo. Geflogen wird dreimal pro Woche (Dienstag,
Donnerstag, Sonntag), der niedrigste Preis für ein Ticket hin und retour
beträgt 148 Euro, allerdings ohne Flughafengebühr.
-------- Januar 2007 --------
Warum
wird Bier importiert statt exportiert?
Wenn der Export
größer ist als der Import, dann kommt es zu einem Defizit. Mit Details
der Handelsdefizite hat sich die bosnische Zentralbank in einer Analyse
auseinandergesetzt:
Von 19 Produkten, die nach Bosnien importiert werden und immerhin 27
% des Gesamtimports ausmachen, sind 16 Produkte defizitär. Zum Beispiel
Mineralwasser (Import in der Höhe von 66,5 Millionen Mark), Bier (Import
112 Millionen Mark), Zigaretten (Import 119 Millionen Mark), Lebensmittel
(Import 76 Millionen Mark). Die Kernfrage dabei, so heißt es in dem
Bericht der Zentralbank, sei nicht, "warum wir übermäßig Bier importieren",
sondern: "Warum exportieren wir Bier nicht?" Der Staat müsse
eingreifen und Subventionen geben.
Im Jahr 2006 beliefen sich die Importe in BiH auf rund 11 Milliarden
Mark, die Exporte kamen nur auf 5,2 Milliarden Mark.
Volksbank übernimmt Zepter Komerc
Die österreichische
"Volksbank" (genauer gesagt: "Volksbank International"
mit Sitz in Wien) hat die "Zepter Komerc Bank" in Banja Luka
übernommen - angeblich um 40 Millionen Euro. Durch die Verknüpfung der
Zepter Komerc mit der Volksbank in Sarajevo entsteht eine der größten
Banken auf dem BiH-Markt (den größten Teil des Markts teilen sich österreichische
und italienische Gruppen).
Zepter Komerc, eine der mittleren Banken der "Republika Srpska",
hat 15 Filialen mit insgesamt 190 Angestellten. Der internationale Zweig
der Volksbank ist in neun ost- und nordosteuropäischen Ländern vertreten
- 240 Filialen mit 3100 Beschäftigten, Aktiva von 5,9 Milliarden Euro.
Das ganz legale Wachstum der Holzindustrie
Die industrielle
Produktion in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS)
ist 2006 gegenüber dem Vorjahr um 19 % gestiegen, aber allein im Bereich
der Holzindustrie betrug das Wachstum 192 %! "Diese Zahlen spiegeln
aber nicht die Realität wieder", sagt ein Vertreter der Holzindustrie,
"vielmehr sind sie eine Folge neuer gesetzlicher Regelungen. Es
wurden Kapazitäten, die früher illegal im Einsatz waren, legalisiert."
Was allgemein das Wachstum in der industriellen Verarbeitungsproduktion
betrifft, so wird es im RS-Wirtschaftsministerium auf die Abwendung
von einem falschen Privatisierungskonzept zurückgeführt. Außerdem sei
durch Zuteilung der Förderungsmittel sowie der Mittel für die Einführung
der ISO-Standards und des CE-Zeichens und durch Abschaffung bürokratischer
Barrieren bei Unternehmensgründungen ein positiveres Klima geschaffen
worden.
Negative Fälle gibt es freilich auch. Wegen der Einstellung der Produktion
der Erdölraffinerie in Bosanski Brod sank die Produktion von Erdölderivaten
um 70 %, und der weitere Rückgang der ohnedies schwachen Textilproduktion
um 46,3 % deutet darauf hin, dass dieser Wirtschaftszweig völlig erlischt.
Export um 5,2 Milliarden Euro
Um 36 % ist der Warenexport aus Bosnien im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr
gestiegen, auf 5,2 Milliarden Mark (KM). Die bedeutendsten Exporteure
sind "Aluminium" aus Mostar (481 Millionen KM), "Mittal
Steel" aus Zenica und "Balkal" aus Banja Luka (dieses
Unternehmen verkauft Tonerde der Firma "Biraè" aus Zvornik).
Häufigste bosnische Exportgüter sind Basisprodukte, besonders im Bereich
von Bergbau und elektrischer Energie).
Unter den Importeuren hält wiederum "Aluminium" die Spitze
(244 Millionen KM), gefolgt von den großen Erdölgesellschaften.
Zwei Milliarden Mark an Verwandte und Freunde
Auch ein Weg, auf dem Geld ins Land kommt und BiH-Bürger ein wenig besser
leben können: Auslandsbosnier unterstützen ihre Verwandten und Freunde
in der Heimat - per Banküberweisung oder in bar, wenn sie auf Besuch
kommen. Im Jahr 2006 waren das insgesamt 2 Milliarden Mark (KM)! Feriha
Imamoviæ, Vizegouverneur der bosnischen Zentralbank, die diese Zahlen
veröffentlicht hat, weiß auch, wer die größten Nutznießer sind: "Rentner,
denen die Kinder aus dem Ausland Geld schicken." Darin liegt wohl
das Geheimnis, dass viele BiH-Bürger in ihrem Land überhaupt einen gewissen
Lebensstandard halten können. Einer Schätzung zufolge sind es noch einmal
zwei Milliarden Mark, die in Bosnien arbeitende Ausländer sowie Donatoren
in das Land stecken - insgesamt nahezu ein Drittel des Bruttosozialprodukts
von BiH. "Das ist das Geld, das uns ermöglicht, mehr auszugeben,
als wir produzieren, und trotz hoher Arbeitslosigkeit und trotz geschlossenen
Fabriken zu überleben und das System funktionieren zu lassen",
sagt der Wirtschaftsanalytiker Rajko Toma¹. |