WIRTSCHAFT
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September 2010 --------
Autos
dürfen älter sein
Ab Dezember 2010 können BiH-Bürger auch Autos einführen, die bis zu
zwölf Jahre alt sind. Voraussetzung ist nur, dass sie das "Homologations-System"
überstehen - das heißt, sie müssen drei ökologische EU-Standards erfüllen.
Bisher durften Autos, die nach BiH eingeführt werden sollten, nicht
älter als sieben Jahre sein.
Autobahn Banja Luka - Doboj
"Ein Konzessionsvertrag ist für uns die beste Lösung, denn die RS verschuldet
sich dabei nicht", sagt Milorad Dodik, Premierminister des bosnischen
Teilstaats Republika Srpska (RS). Objekt des von der RS-Regierung und
dem slowenischen Unternehmen CPM-Maribor unterzeichneten Konzessions-Vorvertrags
ist die geplante Autobahn von Banja Luka (Hauptstadt der RS) und Doboj.
"Die Bauarbeiten sollen schon im November beginnen", so Dodik. CPM hat
eine einschlägige Tradition von 50 Jahren, beschäftigt rund 1500 Arbeiter
und erzielt jedes Jahr eine Realisierung von ca. 150 Millionen Euro.
Wirtschaftlich weiterhin Schlusslicht
Auf einer Liste von 139 Ländern, deren Lage vom Weltwirtschaftsforum
untersucht wurde, nimmt Bosnien & Herzegowina (BiH) unterm Strich
Platz 102 ein. Im Detail ist das Ergebnis sogar noch schlechter: Unter
zwölf Bereichen der wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit bekam BiH für
"Effizienz des Warenmarkts" gar die schlechteste Note und belegt Platz
127, bei der Effizienz der Institutionen (Platz 126) und bei Innovationen
(Platz 120) ist es nicht viel besser. Am Ende der Weltrangliste rangiert
BiH auch in Sachen Transparenz der Regierungspolitik, "ethische Bräuche"
der Betriebe, Schutz der Interessen von Kleinaktionären, Qualität der
Gesamtinfrastruktur, Effizienz des rechtlichen Rahmens für Streitfälle.
Bessere Noten erhielt BiH für makroökonomische Stabilität (Platz 81)
und Hochschulausbildung (Platz 88).
Konkurrenzfähigste Länder sind laut dieser Liste die Schweiz, die USA,
Schweden, Singapur und Deutschland.
Deutsche KfW fördert Windkraftwerk in Tomislavgrad
Die Deutsche Entwicklungsbank (KfW) hat für den Bau des Windkraftwerks
Tomislavgrad Kreditmittel von 71 Millionen Euro an die "Elektrizitätswirtschaft
HZ HB" vergeben; dazu noch eine Million Euro, die nicht zurückerstattet
werden muss. Das Kraftwerk wird 22 Turbinen und eine Produktionskapazität
von 44 Megawatt haben. Allein in den letzten drei Jahren hat die deutsche
Regierung mehr als 200 Millionen Euro für Projekte der erneuerbaren
Energie in BiH zur Verfügung gestellt, und die Investitionen werden
fortgesetzt, sagt ein KfW-Vertreter.
Es wird mehr exportiert
Eine positive Nachricht: In den ersten acht Monaten 2010 ist der Export
von Waren aus BiH um 30 % (4,6 Milliarden Mark) gegenüber dem gleichen
Zeitraum des Vorjahrs gestiegen. Größer war allerdings auch der Import,
aber immerhin nur um 7,7 % (8,6 Milliarden Mark). Am meisten exportiert
wurden Produkte der Verarbeitungsindustrie, und hier wiederum aus der
Metallindustrie. Die stärksten Importe werden bei Nahrungsmitteln/Getränken
verzeichnet. Deutschland ist Bosniens erste Adresse für Exporte, und
importiert wird am meisten aus Kroatien.
Löhne in BiH
Ein paar Zahlen zur Situation im Land: Im Juli 2010 wurden in BiH 677.290
Beschäftigte und 516.045 Arbeitslose (!) gezählt.
Der Durchschnittsnettolohn betrug 799 Mark (KM) - also rund 400 Euro.
In der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) lag er in den ersten
acht Monaten dieses Jahres gar nur bei 780 KM. (Durchschnittsbruttolohn
in der RS: 1192 KM.) Die höchsten Nettolöhne wurden im Bereich der Finanzvermittlung
(1222 KM) und der Staatsverwaltung (1047 KM) bezahlt. Am schlechtesten
verdienten Bauarbeiter (542 KM) und Beschäftigte im Gastgewerbe (532
KM).
Die meistgesuchten sind nicht die profitabelsten Berufe
Wer findet
in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) am leichtesten einen
Arbeitsplatz? Das sind Lehrer, Ökonomen, Ingenieure, Geodäten und Juristen.
Welche Berufe sind am profitabelsten? Solche aus der Naturwissenschaft
- Mathematiker, Physiker, Chemiker.
Fünf freie Tage für religiöse Feste
Alle BiH-Bürger
sollen Anspruch auf fünf arbeitsfreie, bezahlte Tage für religiöse Feiertage
haben, so sieht es ein neuer Gesetzesvorschlag vor, den der BiH-Ministerrat
an das Parlament geschickt hat. Beantragt wurde das Gesetz vom BiH-Ministerium
für zivile Angelegenheiten, ausgearbeitet wurde es auf der Basis von
Vorschlägen des Interreligionsausschusses BiH.
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Juli - August 2010 --------
"dm"
in Banja Luka
Im Zentrum
von Banja Luka hat die deutsche Drogeriemarktkette "dm" einen Supermarkt
eröffnet. Er hat eine Fläche von 300 m2 und ist die 34. Filiale von
"dm" in Bosnien & Herzegowina.
Flug Banja Luka - Ljubljana
Die Banjalukaner
Fluggesellschaft "Sky Srpska" hat in Kooperation mit den slowenischen
"Adria Airways" eine regelmäßige Flugverbindung zwischen Banja Luka
und Ljubljana eingerichtet. Geflogen wird viermal die Woche. Das Ticket
mit Rückflug kostet 55 Euro, ohne Flughafengebühren.
Deutschland unterstützt Bau von Kraftwerken in Bosnien
Die Deutsche
Entwicklungsbank (KfW) sei mit der Verwirklichung der vereinbarten Kredit-Arrangements
mit der Elektrizitätswirtschaft HZHB Mostar zufrieden und bereit, die
Zusammenarbeit auf andere Projekte auszuweiten, sagt Stefan Leudesdorf,
Direktor der KfW für Bosnien & Herzegowina. Schon bisher ist Kooperation
mit der HZHB der umfangreichste Einsatz der KfW in BiH. Deutschland
subventioniert durch Vermittlung der KfW einen Kredit in Höhe von 7
Millionen Euro, und die KfW hat weitere 10 Millionen Euro an Kreditmitteln
für die derzeit laufende Sanierung des Wasserkraftwerks Rama bereitgestellt.
Kürzlich sind mit der KfW auch Kreditverträge über 72 Millionen Euro
für den Ausbau des 44 Megawatt starken Windkraftwerks "Mesihovina" unterzeichnet
worden. Beide Seiten berechnen im Moment gemeinsam die nötigen Investitionen
für den geplanten Bau des Wasserkraftwerks "Vrilo" (64 Megawatt Stärke).
Warten auf Arbeit - seit fünf Jahren
Laut BiH-Statistikagentur
warten rund 40 % der insgesamt 315.110 Arbeitslosen in Bosnien seit
mindestens fünf Jahren auf eine Beschäftigung. Für Weiterbildung und
Umschulung gibt es zu wenige Programme, das Bildungssystem indessen
kümmert sich weiter eifrig um Berufe, die der Arbeitsmarkt gar nicht
braucht. Denn ausgebildet wird hauptsächlich für administrative Jobs,
von denen es ohnehin schon einen Überschuss gibt; die technischen Berufe
kommen zu kurz.
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April 2010 --------
Löhne
sinken, aber das Leben wird teurer
Seit Monaten
kann auch die offizielle BiH-Statistik eine Lohnminderung bei gleichzeitiger
Verteuerung von Waren und Dienstleistungen nicht verheimlichen. Der
Lebensstandard der Bürger sinkt, die Behörden versuchen allerdings,
das zu verstecken. Der durchschnittliche Verbraucherkorb ist von 42
auf 22 Artikel reduziert worden und enthält statt Qualitätswaren wie
Fleisch und Obst immer mehr Produkte, die ohnehin billig sind, wie Kartoffeln
und Teigwaren, sagt Mesud Lakota von der Verbraucherschutz-Vereinigung.
Man rede ständig von Artikeln, die kaum jemand braucht, nicht aber zum
Beispiel davon, dass das Öl im vorigen Jahr um 60 % teurer geworden
ist: "Die Statistik hat die Aufgabe, die aktuelle Situation in einem
positiven Licht zu zeigen. Aber die Löhne in BiH sind im Vergleich zum
Vorjahr in den meisten Betrieben um bis zu 15 % niedriger, dagegen sind
die monatlichen Lebenshaltungskosten einer vierköpfigen Familie gestiegen
- um bis zu 150 KM (Mark)."
"Beauty Case" an Tabakfabrik Mostar interessiert
Das deutsche
Unternehmen "Beauty Case" hat das Angebot gemacht, 67 Prozent des staatlichen
Kapitals der Tabakfabrik Mostar zu kaufen. Für die Arbeiter der Fabrik
eine neue Hoffnung, das Werk arbeitete seit 2001 mit Verlust, ist seit
zwei Jahren überhaupt untätig und müsste in Konkurs gehen. Im Juni 2008
hatte die bulgarische Tabakgesellschaft "Pazardzhik-BT" die Tabakfabrik
Mostar gekauft, doch im Vorjahr wurde der Vertrag gebrochen - Produktion
nicht begonnen, ausstehende Löhne an Arbeiter nicht ausbezahlt, Geld
nicht gemäß Vertrag investiert... Das staatliche Kapital der Tabakfabrik
Mostar hat einen Wert von 6,9 Millionen KM (Mark), doch das scheint
in den Bedingungen zur Teilnahme am neuen Tender nicht auf. Der Verlust
des Unternehmens hat im Jahr 2007 etwa 4,5 Millionen Mark betragen,
im Jahr 2008 etwa 2 Millionen.
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Februar - März 2010 --------
Nur
selten folgen die BiH-Behörden dem Rat der ausländischen Investoren
Nur geringe Verbesserungen für das Geschäftsambiente seitens der BiH-Behörden
stellt der Rat der ausländischen Investoren für das Jahr 2009 fest,
die meisten altbekannten Hindernisse existieren immer noch. Im jährlichen
"Weißbuch", das der Rat publiziert, wird den BiH-Behörden immer wieder
erläutert welche Reformen nötig wären. Hauptprobleme für ausländische
Investoren sind die politische Instabilität in BiH und die Steuern.
Eine der wenigen Empfehlungen, welche die Bih-Behörden beherzigt haben,
betrifft die zeitaufwendige Prozedur bei Firmenregistrierungen: Das
dauerte früher ein Jahr, jetzt geht es in ein paar Wochen.
Vertretung der deutschen Wirtschaft in neuem Büro
Wegen des Interesses von deutschen Geschäftsleuten an einer engeren
Zusammenarbeit mit BiH ist in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo ein
neues Büro der Vertretung der deutschen Wirtschaft in BiH eröffnet worden.
Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Handelspartner von BiH,
im vorigen Jahr hatte der Handel zwischen den beiden Ländern einen Wert
von einer Milliarde Euro. Rund 170 deutsche Unternehmen haben eigene
Betriebe bzw. Anteile in BiH, darunter Weltkonzerne wie Klein- und Mittelbetriebe.
Eine eigene Vertretung als Service für Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit
mit Bosnien interessiert sind, hat die deutsche Wirtschaft in BiH seit
1997.
Handwerk hat in der RS dünnen Boden
Ein Wirtschaftsbereich, der zum staatlichen Budget früher 57 % beitrug,
jetzt aber kaum 14 %, ist das Handwerk. Das ist die Situation in der
bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS), wo 2009 um 13 % weniger
Arbeiter in handwerklichen Betrieben beschäftigt wurden als noch im
Jahr davor. Es ist die zuständige Unternehmenskammer der RS, die Alarm
schlägt und eine Verbesserung des Bildungsniveau von Jugendlichen fordert
und sich eine Änderung der öffentlichen Meinung wünscht, wonach Handwerker
wenig verdienen. Das RS-Bildungsministerium verteidigt sich damit, dass
man ohnehin versuche, durch die Einschreibungspolitik für Mittelschulen
das Ungleichgewicht zwischen Schülerwünschen einerseits und Bedürfnissen
des Arbeitsmarkts andererseits zu korrigieren, es seien aber die Mittelschüler
traditionell hauptsächlich an einer Einschreibung ins Gymnasium und
in die Medizin- und die Elektrotechnikschule interessiert. "Was die
sogenannten defizitären Berufe betrifft, so versuchen wir das Stimulans
zu vermitteln, dass Arbeitgeber, bei denen Schüler ein Praktikum absolvieren,
Stipendien und Arbeitsplätze nach Abschluss der Mittelschule sichern."
Slowenien schickt ausländische Arbeiter nach Hause
Um die eigenen Arbeitskräfte zu fördern, hat Slowenien vorläufig die
Beschäftigung von Ausländern eingestellt; das trifft viele Tausend bosnische
Arbeiter, die bisher in Slowenien
ihr Geld verdient haben, schwer, sie verlieren ihren Arbeitsplatz. Im
Detail: Im Jahr 2008 waren in Slowenien 80.000 ausländische Arbeiter
beschäftigt, davon 47.500 aus BiH. Sie waren für ständige oder saisonale
Arbeiten im Baubereich und in der Metall- und holzverarbeitenden Industrie
eingestellt worden.
Erstes Windkraftwerk mit deutschem Kredit
Einen Kredit von 71 Millionen Euro hat die "Elektrizitätswirtschaft
HZHB" von der Deutschen Entwicklungsbank genommen. Damit kann der Bau
des ersten Windparks "Mesihovina" in Tomislavgrad (bosnische Entität
"Föderation") beginnen. Die ersten Kilowatt soll das Kraftwerk im Jahr
2013 liefern. Der Kredit ist in 12 Jahren abzuzahen, die Zinsen betragen
2,5 %.
Gastarbeiter schicken weniger Geld nach BiH
In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 haben bosnische Gastarbeiter
um rund 320 Millionen Mark (KM) weniger aus dem Ausland nach Hause geschickt
als im gleichen Zeitraum 2008 - das sind rund 17 %! "Wir sind von Überweisungen
aus dem Ausland abhängig, sie betragen rund 20 % des Bruttosozialprodukts",
sagt Fuad Kasumovic, Vize-Finanzminister von BiH. "Der starke Rückgang
wird sicher einen Einfluss auf die staatliche Zahlungsbiland haben.
Die Überweisungen aus dem Ausland haben bisher immer ein Loch im BiH-Außenhandelsdefizit
- 10 Milliarden KM - gestopft." Laut Weltbank liegt BiH in Bezug auf
empfangene Überweisungen aus dem Ausland in Europa auf dem 2. Platz,
nach Moldawien; weltweit nimmt es den 14. Platz ein.
Wenn die deutsche Telecom die serbische Telekom übernimmt...
Vermutlich
im Herbst wird die "Deutsche Telecom" die serbische "Telekom" übernehmen
und damit, nach Ansicht von Branchenkennern, eine Erschütterung "und
sogar strukturelle Änderungen auf dem Telekommunkationsmarkt in BiH"
auslösen. Die "Deutsche Telecom", bisher schon Aktionär bei "Telekom
Mostar", würde durch den Kauf der staatlichen serbischen "Telekom" auch
Mehrheitsinhaber der Banjalukaner "Telekom Srpska" und dadurch eine
dominierende Marktposition in der bosnischen Entität "Republika Srpska"
erlangen. Auf der anderen Seite würde die Position der staatlichen "BiH
Telekom" Sarajevo geschwächt.
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Januar 2010 --------
Gesunde
Nahrungsmittel - ein bescheidener Anfang
Die Voraussetzungen
wären gegeben, doch eine organische landwirtschaftliche Produktion steht
in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) erst am Anfang. "Für
eine intensivere Entwicklung müssen potenzielle Produzenten erst herangebildet
werden, und vor allem muss man ein Institut schaffen, das Zertifikate
vergibt - eine solche Anstalt gibt es in der RS nämlich nicht", verlautet
aus dem RS-Landwirtschaftsministerium. Gerade das stellt für den Export
ein großes Problem dar, "die Zertifizierungsprozedur außerhalb des Landes
ist nämlich sehr teuer."
Im Vergleich zu früheren Jahren sei immerhin ein Fortschritt bei der
Produktion gesunder Nahrungsmittel zu beobachten: "In der RS sind jetzt
205 Hektar organisch bepflanzt, vor drei Jahren waren es nur 10 Hektar."
BiH-Wirtschaft - ein Jammer, sagt Inzko
Als "jämmerlich"
bezeichnet Dr. Valentin Inzko, Hoher Repräsentant der internationalen
Gemeinschaft in Bosnien & Herzegowina (BiH), die Situation der Wirtschaft
im Land: "Im Vorjahr sind in BiH 70.000 Arbeitsplätze verlorengegangen,
das Bruttosozialprodukt ist um
3 % niedriger, Export und Import sind zurückgegangen, der Durchschnittslohn
stagniert." Die Gesetze, die Investitionen und die Schaffung von neuen
Arbeitsplätzen fördern könnten, sind 2009 nicht verabschiedet worden...
Aus Serbien kommen Obstsäfte auch ohne Obst
Bosnische
Verbraucherschutzorganisationen ärgern sich über die für den Import
von Nahrungsmitteln zuständigen bosnischen Behörden, die es mit der
Prüfung eingeführter Waren offenbar nicht ernst nehmen. Eine kürzlich
in Serbien durchgeführte Analyse ergab, dass von 55 geprüften Säften
jeder dritte nicht der eigenen Deklaration auf dem Etikett entsprach.
Die meisten dieser Getränke gibt es auch in Bosnien zu kaufen. "In manchen
Obstsäften ist überhaupt kein Obst. Und überhaupt, die Tatsache, dass
ein Kilo Obst zwei bis vier Mark kostet, ein Liter sogenannter Obstsaft
dagegen nur ein bis eineinhalb Mark, sagt einiges über die Qualität
aus. Auf dem Markt ist zum Beispiel in Erdbeertee, in dem Erdbeeren
nur zu
10 % vorkommen. Oder ein Preiselbeertee, mit einem Preiselbeeranteil
von 1 bis 5 %. Der Rest sind andere Pflanzen, Aromastoffe, Farbe..."
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Dezember 2009 --------
"Sparkasse
Bank" in Prijedor
Die "Sparkasse
Bank", ein Mitglied der österreichischen Gruppe "Steiermärkische Sparkasse",
hat in Prijedor eine Filiale eröffnet. "Wir haben genügend Kapazitäten,
um ein Partner für die Wirtschaft und für die Bevölkerung in Prijedor
zu sein, in dieser Richtung unterstützt uns auch die Hauptgruppe in
Österreich", sagt Vojislav Blagojevic, Direktor der Sparkasse Bank in
Banja Luka. In BiH hat diese Bank bereits 50 Filialen und etwa 140.000
Kunden, denen alle Arten von Bankdienstleistungen angeboten werden.
"Raiffeisen
Bank" in Tuzla
Die "Raiffeisen
Bank" hat in Tuzla eine Filiale eröffnet. Diese Bankgruppe hat in Bosnien
& Herzegowina bereits 700.000 Kunden und 4 Milliarden Mark (KM)
Aktiva. "Trotz Rezession haben wir unser Geschäft in positiver Entwicklung
fortsetzen können", sagt Bankdirektor Michael Miller, "im Jahr 2009
sind unsere Depositen um mehr als zehn Prozent gestiegen, und in den
ersten neun Monaten des Jahres 2009 haben wir Kredite im Wert von 1,9
Milliarden KM gewährt."
BiH-Bruttosozialprodukt - weniger als ein Drittel des EU-Durchschnitts
Nur Albanien
schneidet noch schlechter ab: Das Bruttosozialprodukt von Bosnien &
Herzegowina (BiH) betrug im Jahr 2009 nur 31 Prozent des EU-Durchschnitts.
BiH rangiert unter 34 analysierten Ländern auf dem vorletzten Platz.
Am besten steht Luxemburg da: Sein Bruttosozialprodukt ist um 176 %
höher als der EU-Durchschnitt! Es folgen Norwegen, die Schweiz, Irland
und die Niederlande. Die Angaben des Statistikinstituts Eurostat beziehen
sich auf die EU-Mitglieder sowie drei Länder des Europäischen Wirtschaftsraums
(Norwegen, Schweiz und Island), die EU-Kandidatenländer (Kroatien, Makedonien,
Türkei) und vier Länder des Westbalkans (BiH, Montenegro, Serbien und
Albanien).
Agro-industrielle Zone in Nova Topola
Die Gemeinde
Gradi¹ka will Investoren den Bau von Produktions- und Dienstleistungsobjekten
in der agro-industriellen Zone im nahen Nova Topola anbieten. Die Lage
dieser Zone ist jedenfalls attraktiv: Zwölf Kilometer von der kroatischen
Grenze entfernt, vier Kilometer von der – noch nicht fertiggestellten
– Autobahn Gradi¹ka/Banja Luka, zehn Kilometer vom Flughafen Banja Luka.
Als mögliche Finanzierungsquelle werden die Gründer der Zone, die Investitions-Entwicklungsbank
der Republika Srpska (RS), Unternehmer, Versicherungsgesellschaften,
EU-Fonds und zuständige RS-Ministerien genannt. Für Investoren kommen
öffentlich-private Partnerschaft, Kauf von Baugrundstücken und Grundstückpacht
auf 99 Jahre in Frage. An der Ausarbeitung dieses Projekts ist die Entwicklungsabteilung
des deutschen Bundeslandes Hessen beteiligt.
Verbraucherkorb doppelt so teuer wie Durchschnittslohn
Wenn die durchschnittlichen
Lebenskosten einer vierköpfigen Familie doppelt so hoch sind wie das
Durchschnittseinkommen – was dann? In der bosnischen Entität "Republika
Srpska" (RS) ist das jedenfalls der Alltag: Der Verbraucherkorb beträgt
1614 KM (Mark), der Durchschnittslohn jedoch nur 789 KM, das sind 48,8
Prozent; so hat es der RS-Gewerkschaftsbund berechnet. Am höchsten sind
die Ausgaben für Nahrungsmittel (566 KM). Bessere Nachrichten sind bis
auf weiteres nicht zu erwarten, im Gegenteil: Ab 2010 werden auch Strom,
Wasser und Telefon wieder teurer sein.
Umschulung
dringend nötig
Für mindestens
50.000 Arbeitslose in BiH ist eine Umschulung nötig, damit sie überhaupt
eine Chance haben, jemals einen Arbeitsplatz zu finden. Im ganzen Land
gibt es aber nur drei Zentren für Umschulung. Ein Hindernis ist auch
die unzulängliche Zusammenarbeit zwischen Arbeitsämtern und Bildungsinstitutionen.
Bei den meisten Arbeitslosen handelt es sich um ungelernte Arbeiter
sowie Händler... und absolvierte Gymnasiasten! Andererseits fehlt es
im Land an Zimmerleuten, Maurern, Fliesenlegern, Installateuren und
anderen Fachhandwerkern.
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November 2009 --------
Fürs erste bleibt die BiH-Wirtschaft schwach
Kurzfristig wird die Wirtschaft von Bosnien und Herzegowina (BiH) schwach bleiben - so sagt es ein Bericht der Europäischen Bank für Erneuerung und Entwicklung (EBRD) über den Einfluss der Weltwirtschaftskrise auf die Transitländer voraus. Ein Sturz des Bruttonationalprodukts um drei Prozent sei für dieses Jahr zu erwarten, doch werde die Wirtschaft zumindest stabil bleiben, dank der niedrigen Inflation, der starken Unterstützung durch ausländische Banken und dem neuen Programm des Internationalen Währungsfonds.
Mittelfristig dürfe mit eine Weiterentwicklung in BiH gerechnet werden, vor allem deswegen, weil man die Fortsetzung der direkten ausländischen Investitionen und Reformen im Hinblick auf einen EU-Beitritt von BiH erwartet. Hürden auf dem Weg dorthin: das bisher ungelöste Problem der Verfassungsreform, die Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsraumes und die Notwendigkeit einer Reduzierung des öffentlichen Sektors.
Technologischer Rückstand von 20 Jahren
Technologisch gesehen hinke BiH mit seinem aktuellen Produktionsniveau den EU-Ländern um rund 20 Jahre nach, und das sei ein Hauptgrund für die Konkurrenz-Unfähigkeit der BiH-Wirtschaft auf dem Markt, sagt Alija Baškiæ, Direktor der bosnischen Arbeitgebervereinigung. "In allen Industriesektoren sind die Maschinen 25 Jahre alt. Die Industrie selbst hat in ihrer schlechten Lage keine Möglichkeit, ihre Technologie auf einen neueren Stand zu bringen. Der Staat sollte durch EU-Fonds oder Steuerbefreiungen Lösungen suchen, damit die Technologie ein höheres Niveau erreicht."
Laut Europäischer Statistikagentur "Eurostat" sind Maschinen und industrielle Ausstattung in den EU-Ländern durchschnittlich nur 9,67 Jahre alt. Am modernsten sind deutsche und niederländische Betriebe ausgestattet - das Durchschnittsalter ihrer Maschinen beträgt 5,14 Jahre.
Österreicher bauen schnelle Bahnstrecken in BiH
Die österreichischen Unternehmen "Alpina" und "Swietelsky" werden in BiH schnelle Bahnstrecken in einer Gesamtlänge von 165 Kilometern bauen; unter acht Bewerbern am Tender zur Auftragsvergabe sind sie von den Kreditoren des Projekts (Europäische Bank für Erneuerung und Entwicklung und Europäische Investitionsbank) dafür ausgewählt worden. Die Bahnstrecken sollen nach den europäischen TER-Standards gebaut und bis 2012 fertig gestellt sein.
Warten auf die Autobahn
Allen Erwartungen zum Trotz ist der Bau der Autobahn Banja Luka - Gradiška nicht merklich beschleunigt worden. Der Abschluss der Arbeiten - an denen 300 Mann und 200 Maschinen beteiligt sind - war für 30. Januar 2010 verheißen worden, aber "wegen Problemen bei den Enteignungsverfahren" sei es zu Verspätungen gekommen, sagt Dušan Topiæ, RS-Autobahndirektor. Nun wird ein Ende der Arbeiten für Sommer 2010 in Aussicht gestellt.
Mit der Eisenbahn von Sarajevo nach Belgrad
Nach 17 Jahren wurde der Bahnverkehr zwischen Sarajevo und Belgrad wieder aufgenommen; bisher gab es als öffentliches Verkehrsmittel zwischen der bosnischen und der serbischen Hauptstadt nur den Autobus. Die Fahrt dauert ungefähr acht Stunden, eine Einzelkarte kostet 32,70 KM (Mark), eine Rückfahrkarte 60,45 KM. Der Zug verkehrt täglich, ist aber vorhersehbar unprofitabel. Im kommenden Jahr könnte das anders werden, wenn komfortable Talgo-Züge auf der Strecke eingesetzt werden.
Hilfe für die BiH-Wirtschaft
In Sarajevo wurde ein Abkommen über finanzielle Hilfe der EU in der Höhe von 39 Millionen Euro zur Erholung der BiH-Wirtschaft unterzeichnet worden. Das Geld, das nicht rückerstattet werden muss, soll in infrastrukturell Projekte, in die Pflicht-Depositenversicherung und in die Entwicklung von Klein- und Mittelbetrieben fließen. Die Europäische Kommission unterstützt BiH auch im kommenden Jahr bei der Überwindung der Wirtschaftskrise (wiederum mit ca. 40 Millionen Euro).
Weiters leiht der EU-Rat im kommenden Jahr an BiH rund 100 Millionen Euro als Unterstützung für das Standby-Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds. Als Bedingungen dafür gelten: Sparen, Durchführung von Reformen, Reduzierung der öffentlichen Ausgaben.
All diese Mittel sind eine Voraushilfe, wie sie die Europäische Kommission an Kandidaten für den Beitritt zur EU zuteilt.
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September - Oktober 2009 --------
Schwache
Stellung der Klein-. und Mittelbetriebe in der FBiH
In der bosnischen Entität "Föderation" (FBiH) entfallen 312 Klein- und
Mittelbetriebe auf 10.000 Einwohner - deutlich weniger als im europäischen
Durchschnitt (500/10.000). Das FBiH-Ministerium für Entwicklung, Unternehmen
und Gewerbe nennt als einen Hauptgrund für diese Situation die alles
andere als stimulierenden Bedingungen zum Start eines Business. Derzeit
zählt die Registrierung eines Betriebs 21 Schritte, sie dauert 60 Tage
und erfordert ein Anfangskapital von 1000 Euro.
Auch der Struktur nach ist das Klein- und Mittelbetriebswesen schwach.
Es dominieren Handel und Gastgewerbe, im Bereich der Produktion tut
sich wenig. Nur ein (1) Prozent der Betriebe hat 50 bis 100 Mitarbeiter,
bei 94 Prozent sind es weniger als zehn.
Wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit: Schlusslicht BiH
Europaweit auf dem letzten Platz, weltweit ganz hinten unter den 25
letzten Ländern: Bosnien & Herzegowina macht in Sachen wirtschaftlicher
Konkurrenzfähigkeit eine traurige Figur. Dabei ist es sogar noch schlechter
geworden: Im Vorjahr belegte BiH Platz 107 unter 133 Ländern der Welt,
in diesem Jahr ist es Platz 109. Die niedrigsten Noten in zwölf analysierten
Konkurrenzbereichen erhielt BiH für Innovationen und für die Erfüllung
von Grundbedingungen (Infrastruktur, Institutionen). Gute Noten gab
es dagegen für makroökonomische Stabilität und für Dienstleistungen
im Bereich der Grundschulung und des Gesundheitswesens (in BiH gibt
es nur wenige HIV-Infizierte).
Die wirtschaftlich konkurrenzfähigsten Staaten sind nach dem Bericht
des Weltwirtschaftsforums für 2009/2010 die Schweiz, die USA, Singapur,
Schweden und Dänemark.
Geld für die Grundbuchreform
Die schwedische SIDA, die österreichische ADA und das deutsche GTZ -
lauter Agenturen, die u.a. in Südosteuropa Hilfen zur nachhaltigen Entwicklung
leisten - stellen für die Reform des Grundbuchwesens in BiH für die
nächsten vier Jahre 5,4 Millionen Euro bereit. Das Projekt startete
vor vier Jahren; für die Umsetzung gibt es insgesamt 17 Millionen Dollar,
davon 15 Millionen Kreditmittel der Weltbank.
Deutsche Kredite für Windpark und Wasserversorgung
Die deutsche Bundesregierung hat für den Bau eines Windparks in der
Herzegowina und für die Verbesserung des Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystems
in der Region Banja Luka insgesamt 60 Millionen Euro in Form von Kredit-
und Grantmitteln bewilligt. Die Abwicklung liegt bei der deutschen Entwicklungsbank
(KfW). "Abkommen mit der deutschen Bundesregierung über finanzielle
Unterstützung gibt es seit zehn Jahren", sagt Joachim Schmidt, deutscher
Botschafter in BiH, "bisher wurden 180 Millionen Euro für die Bereiche
der Finanzinstitutionen und für Energie und Wasserversorgung bewilligt."
Preisgekrönter Trappistenkäse
Der "Sir trapist" (Trappistenkäse), den die von der Caritas Banja Luka
betriebene Landwirtschaftsgenossenschaft "Livac in Aleksandrovac unter
Leitung eines Trappistenpaters aus Mariastern (Marija Zvijezda) herstellt,
ist auf der internationalen Messe "Öko-Kroatien" in Zagreb als "attraktivstes
Öko-Produkt" prämiiert worden. An der Messe haben 660 Aussteller aus
Kroatien, Serbien, Slowenien und BiH teilgenommen; es wurden rund 50.000
Besucher gezählt. Mit dem preisgekrönten Käse hat das Trappistenkloster
Mariastern die seit der Enteignung nach dem 2. Weltkrieg unterbrochene
Tradition einer einst berühmten Käserei wieder aufgenommen. Die technische
Ausrüstung der heutigen Käserei ist übrigens eine Donation der deutschen
Bundesregierung.
Neues System der Kfz-Registrierung
Ende September
ist in BiH ein neues System der Registrierung von Kraftfahrzeugen angelaufen.
Nach Ablauf ihrer alten Registrierung erhalten die Fahrzeugeigentümer
neue Dokumente, die es bisher nicht gab: Einen Fahrzeugbrief (unerlässlich
bei Eigentümerwechsel), eine Registrierungsbescheinigung (statt des
bisherigen Fahrzeugscheins) und ein Etikett, auf dem die Frist der Fahrzeugregistrierung
markiert ist.
Neue Nummerntafeln gibt es auch, aber erst, sobald ein Fahrzeug seinen
Eigentümer wechselt. Diese neue Tafel wird dann auf das Fahrzeug bezogen
sein, ohne Rücksicht auf Änderungen in den Besitzverhältnissen.
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August 2009 --------
Export,
Import: Bosniens Problem mit den Nachbarn
Exporteure aus BiH klagen darüber, dass Serbien und Kroatien ihnen gegenüber
die Außenzollbarrieren mit aller Strenge anwenden, wohingegen es für
den Export ihrer eigenen Produkte nach BiH keinerlei Hindernisse gibt.
Bosnische Exporteure haben große Schwierigkeiten, überhaupt eine Ausfuhrgenehmigung
zu erhalten, dann folgen die Probleme an der Grenze. Dagegen wird etwa
Fleisch problemlos nach Bosnien eingeführt, besonders slowenische Importeure
treten auf dem BiH-Markt mit Dumpingpreisen auf.
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Juli 2009 --------
Banken,
Versicherungen, Mikrokreditbüros, Manager: Die Besten
Siegerehrung
nach einer Besten-Liste des Consulting-Hauses "Revicon" und des Magazins
"Prizma", in Sarajevo wurden die "Kristallprismen" für 2008 vergeben:
Die "UniCredit" Mostar ist zur besten unter 29 Banken in BiH erklärt
worden, die "Sarajevo Osiguranje" zur besten unter 26 Versicherungsgesellschaften,
"Mikrofin" Banja Luka zum besten unter 27 Mikrokredit-Organisationen.
Michael Miller, Direktor der Raiffeisenbank, wurde zum besten Bankmanager
gekürt, Mladen Markotic von der "Kroatia" zum besten Manager im Versicherungsbereich,
Senad Sinanovic ("Partner") zum besten Mikrokredit-Manager.
53,5 Millionen Euro von Deutschland
Die deutsche
Bundesregierung wird auf der Basis eines Abkommens über finanzielle
Zusammenarbeit 53,5 Millionen Euro an BiH überweisen. Der deutsche Botschafter
in BiH, Joachim Schmitt, und BiH-Finanzminister Dragan Vrankic haben
dieses Abkommen in Sarajevo unterzeichnet. Von diesem Geld sind 10 Millionen
Euro für die Energiewirtschaft bestimmt, 17,5 Millionen Euro für Abwässerentsorgung
in der Gemeinde Bihac, und 26 Millionen Euro für die Errichtung eines
Windparks in der Herzegowina.
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Juni 2009 --------
Kroatien
behindert bosnische Baumaterialindustrie
Die bosnische
Baumaterialindustrie, die ihre Produkte ins Nachbarland Kroatien exportieren
will, sieht sich Schikanen ausgesetzt: Kroatien verlangt nämlich teure
Atteste, die in kroatischen Laboratorien durchgeführt werden sollen.
Aber das ist noch nicht alles Wie haarsträubend diese Vorgangsweise
ist, zeigt sich am Fall des bosnischen Styropor-Produzenten "Stirokart"
in Srbac, eines Unternehmens, das 70 Arbeiter beschäftigt und 40 Prozent
der Produktion ins Ausland exportiert:
"Wir haben für unsere Produkte die EU-Atteste, aber Kroatien akzeptiert
sie nicht. Man verlangt, dass wir uns die Atteste vom kroatischen Institut
für Bauwesen in Zagreb holen. In Kroatien hat aber gar kein Laboratorium
das Zertifikat dafür, die Atteste sind daher in anderen Ländern ungültig.
Sogar kroatische Unternehmen, die Baumaterialien herstellen und in EU-Länder
exportieren, müssen sich wegen der Zertifikate an ausländische Laboratorien
- etwa in Österreich - wenden. Die Atteste, die wir haben, gelten in
jedem Land, nur nicht in Kroatien", sagt "Stirokart"-Direktor Goran
Racic.
Aus Schulden
werden Investitionen
Das Bergwerk
Vihovici, das während des Kriegs in Bosnien & Herzegowina (BiH)
zu einer wilden Mülldeponie geworden ist, soll saniert werden. Dieses
8-Millionen-Mark-Projekt wird von Deutschland aus den Mitteln finanziert,
die durch einen Umschuldungsvertrag (im Wert von 40 Millionen Mark)
zwischen Deutschland und BiH zur Disposition stehen. Schulden von BiH
an Deutschland sind in Investitionen in BiH umgewandelt worden. Beim
Besuch des Bergwerks Vihovici sagte der deutsche Botschafter Joachim
Schmidt, sein Land wolle auch weiterhin beträchtliche Mittel in infrastrukturelle,
energiebezogene, wirtschaftliche Projekte investieren. Für die Sanierung
des Wasserkraftwerks Rama sind 33 Millionen Euro bestimmt.
Das Bruttosozialprodukt - und warum es in BiH so niedrig ist
Das Bruttosozialprodukt
von Bosnien & Herzegowina beträgt ein Drittel (!) des durchschnittlichen
Werts in EU-Ländern! Damit liegt BiH am Ende der europäischen Liste.
Nur Albanien (ein Viertel des EU-Durchschnitts) schneidet noch schlechter
ab. Analytiker sehen den Hauptgrund für die schlechte bosnische Position
in der alten, untauglichen Wirtschaftsstruktur des Landes - man exportiert
Rohstoffe und importiert dann das teure fertige Produkt. Dafür wird
auch noch Reklame gemacht: "Aus bosnischem Holz", heißt es in einer
Werbung für italienische Möbel...
Auch dass es keine staatliche Bank gibt, die heimische Wirtschaftprojekte
durch günstige Kredite unterstützt, wird als großes Problem erachtet.
Das höchste Bruttosozialprodukt hat übrigens Luxemburg - es beträgt
253 % (!) des EU-Durchschnitts.
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Mai 2009 --------
Mit
"TIR" schneller über die Grenze
Das TIR-Carnet-System könnte in BiH schon in vier bis sechs Monaten
eingeführt werden. "TIR-Carnet" ist ein Zolldokument, mit
dem die Zollformalitäten im internationalen Warentransport vereinfacht
werden. Der Lastwagen muss dann an der Grenze nicht geöffnet werden,
es wird nur der Stempel kontrolliert. Dieses System entspricht den Standards
der Internationalen Vereinigung für Straßentransport (IRU) und soll
Transporte sicherer machen und Schmuggel verhindern.
Deutschland unterstützt Kleinkraftwerke in BiH
Die deutsche Bundesregierung unterstützt Projekte in BiH im Bereich
der Wasserkleinkraftwerke, an denen sich deutsche Unternehmen beteiligen
möchten. Joachim Schmitt, deutscher Botschafter in BiH, war bei der
Eröffnung eines solchen Mini-Kraftwerks (1,2 Megawatt) in er Gemeinde
Donji Vakuf anwesend; 4 Millionen Mark (KM) waren darin investiert gewesen.
Es gebe ein Interesse deutscher Investoren am Sektor der bosnischen
E-Wirtschaft, sagte Schmitt, "sofern die Bedingnungen und rechtlichen
Rahmen dafür vorhanden sind".
Deutschland unterstützt Projekte der Selbstbeschäftigung
Deutschland wird über Vermittlung seiner Botschaft in BiH und der NGO
"Help" 22.500 Euro für Selbstbeschäftigungsprojekte in Gora¾de
in den nächsten zwölf Monaten zur Verfügung stellen. "Armutsminderung
durch Unterstützung der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung" heißt
das lokal mitfinanzierte Projekt, das 15 arbeitslosen, sozial bedrohten
Bürgern mit gesunden Ideen für den Start oder die Entwicklung einer
selbständigen Tätigkeit zugute kommen soll - wenn diese Tätigkeit ein
solides monatliches Einkommen verspricht. Diese Personen erhalten selbst
kein Geld, sondern erhalten im Projekt vorgesehene Materialien (im durchschnittlichen
Wert von 1500 Euro), und sie sind verpflichtet, 15 Prozent der Projektkosten
mitzufinanzieren, die Tätigkeit zu registrieren sowie zehn Stunden sozial
nützliche Arbeit für die lokale Gemeinschaft zu leisten.
Strabag und RS regeln Enteignungskosten
Die "Strabag"
und die bosnische Entität "Republika Srpska" (RS) haben ein
gemeinsames Unternehmen gegründet, das sich um die Enteignungskosten
im Zuge des Baus der Autobahn Gradi¹ka - Banja Luka kümmert. Die Regierung
der RS beteiligt sich daran zwar nur mit 10 Prozent, hat aber das Recht,
an den Entscheidungen über alle wichtigen Segmente teilzunehmen. Die
österreichische "Strabag" finanziert den Bau des Autobahnnetzes,
der Wert beläuft sich auf rund 3 Milliarden Euro.
Man möchte Tourismus, hat aber keine Strategie
BiH wünscht
sich sehnlich, Touristen ins Land zu ziehen, hat bisher aber nichts
unternommen, um diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen: Eine Strategie
für die Entwicklung des Tourismus gibt es noch immer nicht. Der eine
Landesteil, die "Föderation", hat die Vorbereitung einer solchen
Strategie wenigstens schon vorbereitet, während im anderen Teil, der
"Republika Srpska" (RS), noch nicht einmal die Tender-Prozedur
für die Ausarbeitung einer Studie beendet ist. "Eine solche Studie
ist die Grundlage aller Pläne", sagt Rajko Gnjato, Dekan der naturwissenschaftlich-mathematischen
Fakultät in Banja Luka, "alles, was ohne Strategie gemacht wird,
hat keinen Sinn, man fischt nur im Trüben."
Auch Mladen ©ukalo von der Touristikorganisation der Stadt Banja Luka
sieht im Fehlen einer Studie eine starke Bremse für die Tourismusentwicklung.
"Die größten Potentiale haben wir im Kurbad-Tourismus, aber unsere
Anlagen erinnern mehr an geriatrische Institute als an die europäischen
Kurbäder, die immer mehr junge Menschen mit modernen Becken und Angeboten
anziehen."
Missklang am Arbeitsmarkt - Produkt des Bildungssystems
Während Arbeitslosigkeit
eines der Hauptprobleme in Bosnien ist, fehlen Arbeitgebern in der bosnischen
Entität "Föderation" (FBiH) die Arbeitnehmer... Und zwar deswegen,
weil viele Arbeitslose nicht qualifiziert für bestimmte Tätigkeiten
sind oder überhaupt den Ansprüchen an Wissen und Fähigkeiten nicht genügen.
Von 2186 befragten Arbeitsgebern sagten 726, dass sie einen Bedarf an
Arbeitnehmern haben. Die Defizite liegen außer in ungenügender Qualifikation
und mangelndem Wissen in der Fähigkeit zur Kommunikation, zur Flexibilität
und zur Teamarbeit. Nachfrage besteht vor allem im Kommerz-Bereich,
doch nur wenige Arbeitslose entscheiden sich zur Weiterbildung. Ein
Problem stellt auch ein allgemeiner Unwille zur Mobilität dar - die
Mehrheit der BiH-Bürger ist nicht bereit, ihren Wohnort wegen eines
Arbeitsplatzes zu wechseln.
Laut dem Rektor
der Universität Tuzla wird dieser Missklang auf dem Arbeitsmarkt vom
verfehlten Bildungssystem erzeugt: "Unser Bildungssystem hat die
eigene Existenz zum Ziel, nicht einen Dienst zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit
der Wirtschaft."
Wenig Interesse an Qualitätsstandards
Nur zwei Prozent
der Klein- und Mittelbetriebe der bosnischen Entität "Republika
Srpska" (RS) besitzen den internationalen Standard ISO 9001:2000
- das heißt, nur 250 von insgesamt 12.500 Betrieben. Vor drei Jahren
waren es gar nur dreißig. Im Moment arbeiten 80 Unternehmen an der Einführung
des Standards.
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April 2009 --------
Erste
BiH-Exporte in die Schweiz
"Mindestens
zehn bosnische Betriebe werden in diesem Jahr erstmals auf dem schweizerischen
Markt erscheinen, ihr Warenexport wird einen Wert von rund 25 Millionen
Euro erreichen", sagt Admir Kapo, Vorsitzender der Vereinigung
"Kaufen und nutzen wir einheimische Waren guter Qualität".
Der Vorstand einer "großen schweizerischen Gesellschaft" -
der Name blieb ungenannt - habe beschlossen, Waren aus BiH um 25 Millionen
Euro einzuführen. "Man wird uns wissen lassen, welche Produkte
für sie interessant ist, und wir werden unsere Betriebe kontaktieren,
die unser Qualitätszeichen haben", sagt Kapo.
Wirtschaftskrise:
Viele Autohäuser müssen schließen
Die Banken
haben wegen der Wirtschaftskrise die Bedingungen für einen Kredit verschärft,
und ohnedies sind weniger Bürger bereit, zum Kauf eines Autos einen
Kredit aufzunehmen - jedenfalls ist der Verkauf von Gebrauchtwaren in
BiH um 50 Prozent zurückgegangen. Die Preise für Gebrauchtwagen sind
zwar niedriger geworden, aber es fehlen die Käufer, und deshalb haben
viele Autohändler angekündigt, ihre Häuser zu schließen.
BiH und
Business - Platz 119 von 127
Die New Yorker
Zeitschrift "Forbes" hat wieder eine Weltrangliste der Länder
nach dem Kriterium der Geschäftsbedingungen erstellt. Von 127 Ländern
nimmt BiH Plaz 119 ein - in seiner Region ist es das Land mit den schlechtesten
Geschäftsbedingungen. Zum Vergleich: Montenegro ist auf Platz 74, Albanien
auf Platz 77, Kroatien auf Platz 55, Serbien auf Platz 82. Die besten
Business-Länder sind Dänemark (zum zweiten Mal auf Platz 1), die USA
und Kanada.
Käse aus
EU-Ländern bedroht einheimische Käseproduktion
Bosnien erlebt
einen Schlag auf die heimische Milchproduktindustrie - geführt aus Brüssel:
Weil die EU die vor einigen Jahren abgeschafften Export-Stimulationen
für Milch und Milchprodukte wieder eingeführt hat, können solche Produkte,
besonders die halbfesten Käse, in Bosnien zu einem Preis auf den Markt
kommen, mit dem keine einheimische Molkerei mithalten kann. Etwa ein
Kilo Gouda um 1,8 Euro...
Aus Deutschland
18 Millionen Euro für Energiesektor
Die deutsche
Bundesregierung und der BiH-Ministerrat haben das Abkommen über finanzielle
Zusammenarbeit für das Jahr 2009 unterzeichnet. Die Entwicklung des
Energiesektors wird mit 18 Millionen Euro unterstützt; davon kommen
6 Millionen von der deutschen Regierung, 11 Millionen sind ein Darlehen
der Deutschen Entwicklungsbank für das Energiesektorprogramm. Eine Million
ist für die Gründung eines Fonds für Studien und Fachkräfte vorgesehen.
17 Millionen Euro werden den Elektrizitätswirtschaften in BiH zugeteilt,
als Teil der Finanzierung der Erneuerung des Distributionsnetzes im
Rahmen des Projekts "Energija 4". Dieses Programm wir auch
von der Weltbank, von der Europäischen Bank für Erneuerung und Entwicklung
und von der Europäischen Investitionsbank finanziert.
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März 2009 --------
Klima
für ausländische Investitionen nicht gut
Der
"Rat der ausländischen Investoren in BiH" stellt in einem
"Weißbuch" ein Paket von Reformen vor, die in BiH durchgeführt
werden sollten. Vier große Bereiche wären für eine Steigerung der ausländischen
Investitionen wichtig: Baugenehmigungen, Steuer, Versteigerung von Firmen
und Steuerreform. Derzeit ist das Klima für ausländische Investitionen
in BiH nicht gut.
Gesetz über
Ausländerbeschäftigung
In
der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) hat die Nationalversammlung
ein Gesetz über Ausländerbeschäftigung verabschiedet. Demnach muss ein
Ausländer, um in der RS einen Arbeitsvertrag abschließen zu können,
erst vom Arbeitsamt die Arbeitserlaubnis erhalten. Die Arbeitserlaubnis
ist zeitlich befristet. Die jährliche Quote der Arbeitsgenehmigungen
wird vom Arbeitsamt der RS festgelegt und muss von der Regierung bewilligt
werden. Auf gesamtbosnischer Ebene ist dafür der BiH-Ministerrat zuständig.
Keine Bewegung
bei den Immobilien
Der
Verkauf von Wohnungen ist in der bosnischen Entität "Republika
Srpska" (RS) gegenüber dem Vojahr um die Hälfte zurückgegangen,
und das, obwohl die Immobilienpreise teilweise drastisch gesunken sind.
Die Immobilienmakler sagen, das liegt daran, dass die Leute jetzt schwerer
als früher einen Wohnungskredit bekommen, und dass sie anderrseits erwarten,
dass die Immobilienpreise noch weiter sinken. Die Baufirmen hätten aber
die Bauplätze zu den alten hohen Preisen gekauft, und könnten die Wohnungspreise
ohne eigene Verluste nicht noch weiter reduzieren. (In Banja Luka beträgt
der Preis pro m2 im Neubau nunmehr 3000 Mark (vor einem halben Jahr
waren es noch 5000 Mark; in Trebinje 1600 Mark, vor einem halben Jahr
waren es noch 2200 Mark.)
Aus den Banken verlautet lakonisch: Von den Klienten werde erwartet,
dass sie einen festen Arbeitsplatz, regelmäßige und ausreichende Einnahmen,
gute Hypotheken und kreditfähige Bürgen haben...
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Januarr / Februar 2009 --------
Betriebsgründungen
werden beschleunigt
Ab Mitte dieses Jahres sollen Unternehmen und Handwerksbetrieb in der
bosnischen Entität
"Republika Srpska" (RS) schneller und einfacher gegründet
werden können. Verkürzungen des Anmeldeverfahrens sind zwar in den letzten
Jahren immer wieder verkündet worden, doch dauert die Registrierung
einer Firma noch immer durchschnittlich 35 Tage. Das neue Gesetz über
Wirtschaftsgesellschaften sieht vor, dass technische Bedingungen zur
Inbetriebnahme nicht mehr im voraus, sondern nachträglich kontrolliert
werden, außer im Fall von Betrieben, deren Tätigkeit für Mensch oder
Umwelt schädlich sein könnten.
Mindestlohn
320 Mark
Die Regierung der "Republika Srpska" (RS), die Arbeitgeber
und die Gewerkschaften haben sich auf eine Erhöhung der Mindestlöhne
geeinigt. Seit Beginn 2009 beträgt der Mindestlohn 320 Mark (KM), statt
bisher 250. Die Regierung schlägt zur Unterstützung der Wirtschaft vor,
dass 300 KM vom Lohn steuerfrei sind.
Wirtschaftskrise
blockiert Wohnbau
Die Weltwirtschaftskrise
macht sich auf dem Immobilienmarkt der "Republika Srpska"
(RS) bemerkbar. Einerseits geben die Banken Kredite nicht mehr so leicht
wie früher, andererseits zögern auch die Kunden, einen Kredit aufzunehmen.
Baufirmen, die sich auf Kredite oder auf das Geld von Wohnungskäufern
stützen, sind vielfach blockiert. Nicht selten treten Firmen vom Bau
von Wohnanlagen zurück oder halten die Fristen nicht ein, weil potentielle
Käufer auf niedrigere Preise warten und den Kauf einer Wohnung verschieben.
Auf dem Immobilienmarkt gibt es derzeit kaum Geld, neue Verträge bzw.
Verkauf. .
Deutsche
wollen 1 Milliarde Euro investieren
Die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk-AG kündigt Investitionen
in diesbezügliche Potentiale der "Republika Srpska" (RS) an.
Insgesamt eine Milliarde Euro will sie in den nächsten zehn Jahren in
Projekte stecken, deren erste noch in diesem Jahr vorgestellt werden.
Das Unternehmen ist besonders an den Potentialen der Flüsse Drina, Vrbas
und Trebi¹njica interessiert.
Höhere
Beiträge auf Bruttolohn
In der bosnischen
Entität "Republika Srpska" (RS) werden das Lohnsteuergesetz
und das Gesetz über Beiträge abgeändert. Der einheitliche Lohnsteuersatz
beträgt demnach 8 statt bisher 10 %, die Beiträge auf Bruttolohn werden
von 28 auf 30,6 % erhöht. Der Finanzminister verspricht sich davon eine
Verbesserung des Renten- und Gesundheitssystems; die Gewerkschaft der
RS sieht dagegen eine weitere Schwächung der Arbeiter. Vom gesamten
Beitragssatz auf Bruttolohn gehen in der RS 17 % in die Pensionsversicherung,
11,5 % in die Gesundheitsversicherung, 1,4 % in den Kinderschutz und
0,7 % in die Arbeitslosenversicherung.
75 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte
Die "Hypo
Group Alpe Adria Bank" in BiH und die Europäische Investitionsbank
(EIB) haben einen Vertrag über die Finanzierung von Infrastrukturprojekten
für Klein- und Mittelbetriebe in der Höhe von 75 Millionen Euro geschlossen.
Ökologie, Energiesparen, Industrie, Dienstleistungen und Tourismus sollen
dabei die Hauptsektoren sein. Die Investitionen laufen über drei Mitglieder
der Hypo Group in BiH: Mostar 37,5 Mio. Euro, Banja Luka 22,5 Mio. Euro,
Sarajevo 15 Mio. Euro. Die Hypo Group und die EIB arbeiten seit 2007
zusammen; auch der damalige erste Vertrag hatte einen Wert von 75 Millionen
Euro.
Autobahn
soll noch 2009 fertig werden
Die Autobahn Banja Luka - Gradi¹ka, an der schon jahrelang gebaut wird,
soll noch in diesem Jahr fertig werden, verlautet aus dem Verkehrsministerium
der "Republika Srpska" (RS). Und zwar inklusive Brücke über
die Sava; die RS sei "bereit, 50 % der Kosten für diese Brücke
zu tragen", so der Verkehrsminister.
Unfreie BiH-Wirtschaft
Was die Freiheit der Wirtschaft betrifft, so liegt BiH auf Platz 134
unter 179 Ländern - jedenfalls nach den Kriterien, die das amerikanische
"Wall Street Journal" bei seiner Liste aufstellt. Demnach
befindet sich BiH in der Kategorie der "hauptsächlich nicht freien"
Wirtschaften und steht schlechter da als etwa Ruanda, Surinam oder Nepal.
Unter den Ländern des ehemaligen Jugoslawien nimmt BiH den letzten Platz
ein, und europaweit ist es auf Platz 40 (unter 43 Ländern), gerade noch
vor Russland, Ukraine und Weißrusssland.
In
15 Jahren 5,3 Milliarden Euro investiert
Seit dem Jahr
1994 sind insgesamt 5,3 Milliarden Euro an direkten Investitionen nach
BiH geflossen. Die Hauptinvestoren waren Österreich (1,46 Milliarden),
Serbien (819 Millionen), Kroatien (611 Millionen), Slowenien (553 Millionen)
und die Schweiz (361 Millionen); es folgen Deutschland, Russland, Niederlande,
Italien, USA und Türkei. Das erfolgreichste Jahr war 2007, mit 1,6 Milliarden
Euro. Unter den österreichischen Betrieben haben Hypo Alpe Adria Bank
AG, Österreichische Volksbanken, ALAS Intern. Baustoff AG und OMV am
meisten in BiH investiert. Die Sektoren, in die am meisten investiert
wurde, waren Produktion (34 %), Bankwesen (23 %), Telekommunikation
(14 %), Handel (10 %).
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Oktober / November 2008 --------
Arbeitsgenehmigungen
für Ausländer
Im vorigen
Jahr hat die bosnische Entität "Republika Srpska" (RS) 764
Arbeitsgenehmigungen an Ausländer erteilt. Für das Jahr 2009 steht die
Quote fest: 800 Arbeitsbewilligungen. Die jährliche Quote bezieht sich
in erster Linie auf Verlängerungen und erst in zweiter Linie auf Ausstellung
von - 400 - neuen Genehmigungen. Diese werden nach Branchen vergeben,
in denen in der RS ein Mangel an Arbeitskräften herrscht.
"Metalno" liefert für größtes Heizkraftwerk der Welt
Das bosnische
Unternehmen "Metalno" in Zenica hat mit der deutschen DiA
einen Vertrag im Wert von 5,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die beiden
Betriebe arbeiten schon seit Jahren gut zusammen: Sie statten Heizkraftwerke,
Zementfakriken, Windkraftwerke u.a. aus. Der eben abgeschlossene Vertrag
bezieht sich auf die Lieferung von 2700 Tonnen Stahlkonstruktionen nach
Deutschland, bis Ende 2009. Werner Schmidt von der DIA: "Metalno
ist unserer Erfahrung nach in der Lage, die Stahlkonstruktionen und
Kesselteile herzustellen, die für das größte Heizkraftwerk der Welt
im deutschen Neurath gebraucht werden." Das Unternehmen "Metalno"
beschäftigt 420 Arbeiter und konnte sich in den letzten Jahren auf dem
deutschen, dem schwedischen und dem holländischen Markt platzieren.
Wissenschaftler-Import
An Wissenschaftlern
aus allen Bereichen, an spezialisierten Ärzten, diplomierten Pharmazeuten,
Tieräzten, Meteorologen, Mathematik- und Physikprofessoren u.a. mangelt
es in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS). Sie
müssen aus dem Ausland "importiert" werden. Die Regierung
der RS verspricht nun den Studenten, die sich im Studienjahr 2008/09
für Mathematik, Physk, Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder
Geodäsie entschieden haben, kostenlose Schulung.
Klein- und Mittelbetriebe entwickeln sich
In der bosnischen
Entität "Republika Srpska" (RS) sind zur Zeit 12.391 Klein-
und Mittelbetriebe tätig - um 22 Prozent mehr als im Jahr 2005. Die
Zahl der Beschäftigten ist auf diesem Sektor um 15 Prozent gestiegen
und beträgt jetzt 127.401.
Das größte Wachstum (36 Prozent) verzeichneten die Gewerbebetriebe,
deren Beschäftigtenzahl auf 55.684 stieg (Erhöhung um 28 Prozent).
Im Jahr 2005 kamen durchschnittlich 19 Klein- und Mittelbetriebe auf
tausend Einwohner, im Jahr 2008 waren es rund 25. Der europäische Durchschnitt
allerdings liegt bei etwa 40.
Immobilienbesteuerung nach Marktwert
Immobilien
werden nach ihrem Marktwert besteuert, so schreibt es ein neues, von
der Regierung der "Republika Srpska" (RS) verabschiedetes
Gesetz vor. Den Steuersatz - von 0,05 bis 0,5 % des geschätzten Wertes
- legen die lokalen Gemeinden fest, die auch in den vollen Genuss der
Einnahmen kommen. Staatliche Institutionen sind von der Immobiliensteuer
befreit, private Wohnungseigentümer für 50 m² sowie für weitere 10 ²m
pro Familienmitglied.
Ausländische Investitionen nützten eher den Investoren
Rund 5 Milliarden
Euro sind seit dem Jahr 1994 durch ausländische Investoren nach BiH
gekommen, davon gingen 35 % in Produktionstätigkeiten. Die Statistik
des ersten Halbjahres 2008 weist Österreich als Nummer Eins aus - von
dort kamen 30 % der ausländischen Investitionen. Heimische (bosnische)
Ökonomen behaupten allerdings, die bisherigen Investitionen seien dem
Land weniger nützlich gewesen als den Investoren. Bosnien & Herzegowina
hat von allen Ländern der Region ohnehin die wenigsten ausländischen
Investitionen. Um solche anzuziehen, müsse eine Strategie ausgearbeitet
werden, und es müssten vor allem die Investitionen in Produktionstätigkeiten
gefördert werden. Derzeit werde zuviel Geld in Einkaufszentren gesteckt,
die nur zum Handelsdefizit beitrügen.
Ausländische Investoren haben laut Analyse der damit befassten Agentur
in BiH folgende Probleme: Unklares Steuersystem, hohe Beiträge für Arbeitsplätze,
zu langsame Registrierung von Unternehmen usw. Ausländische Investoren
wollen politische Stabilität und sind an günstigen Dienstleistungen
interessiert.
21 Millionen Euro für Müllverarbeitungsfabrik
Das deutsch-holländische
Unternehmen "Konar" kündigt eine Investition von 21 Millionen
Euro in der bosnischen Stadt Sanski Most an: Ein Vertrag mit den lokalen
Behörden und der Kommunalfirma "Sana" wurde schon unterschrieben.
Es geht um den Bau einer Fabrik, die harten Müll für die Biodiesel-Produktion
nützen soll. Laut Vertrag erhält "Konar" die Konzesion für
die Müllnutzung auf 18 Jahre. Die Kapazität der Fabrik wird rund 90
Tonnen Müll täglich betragen.
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September 2008 --------
Größtes
Einkaufszentrum von "Pevec" in Banja Luka
Die kroatische
Handelskette "Pevec" hat in Banja Luka ihr bisher größtes
Einkaufszentrum eröffnet. Auf 30.000 m, werden rund 100.000 verschiedene
Artikel angeboten. Pevec hat 27 Millionen Euro in das Projekt investiert,
an den Bauarbeiten waren 29 Firmen beteiligt (davon 26 aus BiH). In
dem Einkaufszentrum sind 300 Personen beschäftigt.
Albanien macht schneller Fortschritte als Bosnien
In einem Bericht
der Weltbank über das Klima für eine Geschäftstätigkeit hat sich BiH
gegenüber dem Vorjahr leicht verschlechtert und liegt jetzt auf Platz
119 unter 181 Ländern. Albanien dagegen hat sich in einem Jahr von Platz
135 auf Platz 85 vorgearbeitet. "Wenn gute Reformen umgesetzt werden,
ist vieles möglich", sagt der Chef des Weltbank-Büros in Sarajevo.
Kriterien für die Rangliste sind u.a. Zeitaufwand und Kosten für die
Durchführung einer Geschäftsgründung, Erteilung von Baugenehmigungen,
Erfüllung von Verträgen, Registrierung von Vermögen, Firmenschließung.
Bei diesen letzten.vier (von zehn) Indikatoren hat BiH immerhin Fortschritte
gemacht.
Rekordzufluss an ausländischen Investitionen
BiH hat im
Vorjahr einen Rekordzufluss direkter ausländischer Investitionen erlebt
- nämlich rund drei Milliarden Mark (KM), das sind 14 % des Bruttosozialprodukts,
fast so viel wie in den Jahren 2003 bis 2006 zusammen. In erster Linie
ist dieses Ergebnis den großen Privatisierungsaktionen zuzuschreiben
(Telekom und Ölindustrie in der Republika Srpska). Das meiste Geld kam
aus Serbien (45 %), Österreich (23 %), Russland (11 %), Kroatien und
Slowenien (je 5 %). Der Gesamtstand der direkten ausländischen Investitionen
betrug Ende 2007 etwa 9 Milliarden KM, somit um 29 % mehr als Ende 2006.
Dominierend sind weiterhin der Bankbereich (38 %) und die Telekommunikation
(16 %).
Weitere 5,4 Millionen Euro für Grundbuch-Reform
Eine Donation
von Schweden, Deutschland und Österreich bringt zusätzliche 5,4 Millionen
Euro für die Reform des Grundbuchwesens in BiH. Bis Ende 2015 sollen
alle Grundbuchämter auf dem gesamten BiH-Territorium organisiert sein.
Das Geld fließt in die Digitalisierung der Grundbuchdaten und in die
Ausbildung des Personals. Im nächsten Jahr schon sollen die Bürger im
Internet die Angaben über Liegenschaften in den Gebieten von Banja Luka
und Bijeljina finden können. Für das umfassende Projekt haben die bosnischen
Entitäten schon früher einen Weltbank-Kredit von 15 Millionen Dollar
erhalten. Die Grundbuch-Reform liegt jetzt, anders als früher, in den
Händen der einheimischen Behörden.
Deutscher Botschafter über wirtschaftliche Zusammenarbeit
Joachim Schmid,
neuer deutscher Botschafter in Bosnien & Herzegowina, nennt die
wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen BiH und Deutschland "gut"
und bescheinigt ihr eine lange Tradition. "Deutschland hat an BiH
Hilfe im Wert von etwa 276 Millionen Euro geleistet, die separaten Hilfen
einzelner deutscher Bundesländer gar nicht mitgerechet." In Sarajevo
stellte Schmidt die Broschüre "Wirtschaftliche Zusammenarbeit -
Beispiele der deutschen Unterstützung für BiH" vor.
Österreichische Post kauft "24 VIP"
Das bosnische
Unternehmen "24 VIP" ist 1999 für den Vertrieb der unabhängigen
Presse gegründet worden, später hat sie mit Paketzustellung und Cargo-Dienstleistungen
begonnen. Da "24 VIP" regelmäßige Linien mit Kroatien, Slowenien,
Deutschland und Österreich unterhält, ist es für die österreichische
Post offenbar so interessant geworden, dass diese das Unternehmen nun
gekauft hat.
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August 2008 --------
Teure
Wohnungen in Sarajevo und in Banja Luka
Wohnungen
sind in Sarajevo sind in den letzten drei Jahren um 100 Prozent teurer
geworden. Fachleute meinen, dass die Preise von nun an stabil bleiben,
denn das Angebot an neuen Wohnungen sei groß genug, die Kaufkraft der
Bevölkerung begrenzt, und die Bedingungen für Kredite ungünstig. Wohnungen
kosten 2500 bis 3000 Mark (KM) pro Quadratmeter, im Zentrum bis zu 5000
KM.. Für Geschäftsräume an den attraktiven Orten werden 6500 bis 8000
KM/m2 verlangt, und an den allerbesten Orten - etwa in der Ferhadija-Straße
- gar 15.000 KM. Übrigens ist die Tendenz, dass Wohnungen teurer sind
als Häuser, in BiH besonders stark ausgeprägt.
In Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Entität "Republika
Srpska" (RS), sind im letzten Jahr die Wohnungen um 20 bis 50 Prozent
teurer geworden. Am stärksten sind die Preise bei Ein-Zimmer-Wohnungen
gestiegen, am wenigsten bei Fünf-Zimmer-Wohnungen. Im Stadtzentrum kostet
eine Wohnung jetzt 3000 bis 5000 Mark (KM) pro Quadratmeter. Die Baufirmen
erklären die Teuerung mit dem Anstieg der Kosten des Baumaterials.
Nur wenige
gehen den teuren Weg zum Zertifikat
In Bosnien
& Herzegowina gibt es rund 70.000 Hersteller bzw. Anbieter von Dienstleistungen,
die ihre Produktion standardisieren müssten, doch nur 400 haben bisher
die internationalen Standards übernommen. Standards wie HASAP (Nahrungsmittel)
oder ISO (andere Waren und Dienstleistungen), ohne die keine Zusammenarbeit
mit Partnern auf dem internationalen Markt möglich ist, bestätigen,
dass die Produktion von Anfang an mit den EU-Standards im Einklang steht.
Allerdings belaufen sich die Kosten, damit ein Hersteller zu einem Zertifikat
über die Standardisierung kommt, auf etwa 30.000 Mark...
Chance
für Weinbauern in BiH
Den Winzern
von Bosnien & Herzegowina bietet das Abkommen zur Assoziierung und
Stabilisierung (zwischen BiH und EU) eine große Chance: Demnach kann
BiH nämlich 16.000 Hektoliter Wein zollfrei auf den EU-Markt exportieren,
während der Weinimport aus EU-Ländern niedriger sein wird, nämlich 6000
Hektoliter (mit jährlicher Erhöhung bis maximal 8000 Hektoliter). Diese
Regelung für den Wein-Import/Export zwischen BiH und EU wird - höchstens
- drei Jahre lang gültig sein. Um ihre Chance in dieser Zeit zu nützen,
müssen die bosnisch-herzegowinischen Weinbauern die Bestimmungen des
neuen Weingesetzes befolgen und sich selbst samt ihren Weingärten registrieren
lassen.
100 Punkte für schnelle Veränderungen in BiH
Die amerikanische
Business-Zeitschrift "Forbes" hat eine Liste der Länder veröffentlicht,
deren Märkte sich schnell verändern. Bosnien & Herzegowina steht
an der Spitze, mit maximalen 100 Punkten. Kriterien der Analyse, die
von "Social Technologies" durchgeführt wurde, waren Änderungen
in der Urbanisierung, in der Bildung, in den bürgerlichen Freiheiten,
im Bruttosozialprodukt pro Kopf, im Zugang zu Telefon, TV und Internet
in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren. "Dieser günstige Bericht
wird neue ausländische Investoren anziehen", sagt ein Vertreter
der Klein- und Mittelbetriebe in der bosnischen Entität Republika Srpska,
"das bedeutet: Mehr Geld in BiH und mehr Jobs für junge Leute."
Börse Sarajevo
mit FIX Protocol
Schneller,
einfacher Zutritt zum Markt und zu Informationen - das bietet "FIX
Protocol", ein System, das an den großen Börsen der Welt verwendet
wird (etwa London, New York, Tokio, Frankfurt) und das nun auch an der
"SASE", der Börse von Sarajevo, eingeführt wurde. In anderen
Ländern dieser Region wird "FIX Protocol" sonst nur an der
Belgrader Börse benutzt.
Slowenen
bauten Biomasse-Fabrik in Srbac
Mit einem
finanziellen Aufwand von 20 Millionen Mark (KM) haben zwei slowenische
Unternehmen in Srbac (in der bosnischen Entität Republika Srpska - RS)
die Fabrik "Panesa" gegründet - die größte ihrer Art auf dem
Balkan. Die Fabrik wird Biomasse bzw. Paletten und Briketts produzieren.
"Noch wichtiger als die finanzielle Investition ist uns die Einführung
der Technologie, der Erfahrungen und der Geschäftsmentalität",
sagt RS-Premierminister Dodik, "durch die Eröffnung dieser Fabrik
passen wir uns den EU-Standards an, und das ist die größte Qualität."
Lohnsteuer
in der RS niederiger als in der FBiH
An einem von
sechs NGOs organisierten "Runden Tisch" kam es in Sarajevo
zu folgenden Einsichten: Das Wirtschaftsklima ist in der bosnischen
Entität "Republika Srpska" (RS) besser als in der anderen
Entität "Föderation" (FBiH), der Steuersatz ist in Bosnien
insgesamt zu hoch, und wenn man will, dass Arbeitsgeber neue Arbeitskräfte
einstellen, dann muss die Lohnsteuer gesenkt werden. In der FBiH sind
die Lohnsteuerbeiträge um fast 20 % höher als in der RS. Mit seinem
komplizierten Steuersystem ist BiH ohnedies ganz weit hinten unter den
Ländern der Erde. In BiH werden von Arbeitgebern jährlich 51 Steuerzahlungen
verlangt, in Slowenien dagegen nur 22...
Durchschnittlicher
Nettolohn in der RS: 768 Mark
Der durchschnittliche
Bruttolohn betrug in der bosnischen Entität "Republika Srpska"
(RS) im Juni 1152 Mark (KM), der Nettolohn 768 KM. Die höchsten Löhne
wurden wie üblich im Bereich der Finanzvermittlung (netto 1120 KM) bezahlt,
die niedrigsten im Gastgewerbe (netto 463 KM). Die monatliche Inflationsrate
betrug im Juni laut Statistischem Amt der RS 0,9 %, die jährliche Inflation
9,3 %. Das Bruttosozialprodukt der RS belief sich im Vorjahr auf 7,4
Milliarden KM - um 13,2 % höher als 2006; pro Kopf waren es 5110 KM,
das heißt, um 609 KM höher als 2006.
Der Durchschnittslohn auf gesamtbosnischer Ebene machte im Juni 748
KM aus, eine Steigerung von knapp 17 % gegenüber dem Juni des Vorjahres.
Am stärksten, nämlich um 39,5 %, stiegen die Löhne im Bereich des Gesundheitswesens.
In BiH waren im Juni 489.730 als arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Beschäftigten
betrug 775.228 Personen, davon rund 300.000 Frauen.
Mehr US-Autos
in BiH
Der Sturz
des Dollarwerts und niedrige Übersee-Transportkosten haben zu einer
Verdoppelung des Auto-Imports aus den USA nach BiH geführt. Allein in
den ersten vier Monaten 2008 sind Autos im Wert von 4,5 Millionen Mark
(KM) aus den USA in BiH eingeführt worden (gegenüber 6,7 Millionen KM
im ganzen Jahr 2007). Gefragt sind hauptsächlich gebrauchte Geländewagen.
Fluglinien
- neue, zukünftige und ehemalige
Die ersten
Passagiere auf der Germanwings-Fluglinie Köln - Sarajevo sind gelandet,
der Flug war ausverkauft. Von Köln nach Sarajevo und wieder zurück wird
Mittwoch und Samstag geflogen, ein Ticket von Köln nach Sarajevo kostet
70 Mark (KM), zehn bis fünfzehn Prozent der Tickets werden zum niedrigsten
Preis von 19 Euro verkauft werden. Für Oktober ist die Eröffnung der
Fluglinie Sarajevo - Stuttgart geplant, Sarajevo - Berlin soll ab März
nächsten Jahres möglich werden.
Noch eine neue Flugverbindung: Banka Luka - Salzburg - Stuttgart, jeweils
Mittwoch, Freitag und Samstag. Ein einfaches Ticket (ohne Gebühren)
kostet 175 Euro.
Dagegen stellen British Airways ihre Fluglinie London - Sarajevo mit
26. Oktober dieses Jahres ein, wegen mangelnder Rentabilität. Beim ersten
Flug im März 2008 hatte man sich noch einen Erfolg dieser Linie durch
britische Touristen versprochen - aber die Touristen blieben aus, hauptsächlich
wurde die Fluglinie von BiH-Bürgern frequentiert, die ihre Verwandten
in Großbritannien besuchten.
Gemeinden
ohne Grundbuch
An die 20
Prozent der bosnischen Gemeinden haben noch keine Grundbücher - sie
sind im Laufe des Kriegs vernichtet worden oder verloren gegangen, und
seither wurden sie nicht wiederhergestellt, teilt die GTZ mit, eine
deutsche Organisation, die den einheimischen Gerichten bei der Erstellung
elektronischer Grundbücher hilft.
Die ersten Grundbücher in BiH entstanden anno 1884. Manche Gemeinden
haben allerdings überhaupt nie ein Grundbuch geführt, oder sie haben
es nicht fertiggestellt. Die derzeitigen Gesetze sehen vor, dass alle
Immobilien in Grundbücher eingetragen werden müssen.
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Juli 2008 --------
Mehr
Klein- und Mittelbetriebe in der RS
Die Zahl der
Klein- und Mittelbetriebe in der bosnischen Entität "Republika
Srpska" (RS) ist in den letzten zwei Jahren um 20 % gestiegen nämlich
auf 12.500 registrierte Unternehmen. Trotzdem bleibt die RS noch immer
weit hinter den EU-Ländern zurück. Während in der RS acht Klein- und
Mittelbetriebe auf 1000 Einwohner kommen, sind es beispielsweise in
den Niederlanden zweihundert... Obwohl man in letzter Zeit mehrmals
hören konnte, dass die langwierige und teure Prozedur zur Gründung eines
Geschäfts erleichtert wurde, liegt ein großer Teil des Problems laut
den Unternehmern in der RS immer noch eben darin: Langer Weg, um zu
einem Kredit zu kommen, und hohe Zinsfüße.
BiH-Wirtschaftsklima
auf Platz 101 von 121
Unter den 121 Ländern, die die Zeitschrift "Forbes" als "beste
Länder für eine Geschäftstätigkeit" anführt, nimmt Bosnien &
Herzegowina (BiH) Platz Nr. 101 ein - im Vorjahr war es auf Platz 88.
Laut "Forbes" wird der Privatsektor in BiH stärker, und die
ausländischen Investitionen steigen, doch 40 % des Budgets gehen immer
noch in die öffentlichen Ausgaben. Das Vertrauen in die Währung und
in die Banken wächst zwar, doch die Privatisierung verlangsamt sich,
besonders in der bosnischen Entität "Föderation" (FBiH). Die
hohe Arbeitslosigkeit ist immer noch ein Hauptproblem. Der "graue
Markt", so "Forbes", ist durch die Einführung der Mehrwertsteuer
- nebenbei einer beträchtlichen Einnahmequelle gebändigt worden. Im
September des Vorjahrs ist BiH reguläres Mitglied der CEFTA geworden.
Von den Balkanländern schneidet Rumänien (Platz 40) am besten ab. Führend
in dieser Bestenliste sind Dänemark, Finnland und Irland, gefolgt von
den USA, Großbritannien und Schweden.
Sarajevo, Banja Luka und Mostar auf den letzten Plätzen
Der Weltbank-Bericht
"Doing Business 2008" hat 22 Städte im südöstlichen Europa
auf ihre Qualität hinsichtlich einer Geschäftstätigkeit untersucht und
befunden, dass es in Sarajevo, Banja Luka und Mostar am schlechtesten
darum steht. Die Bürgermeister dieser Städte machen für das schlechte
Resultat die mangelnde Effizienz der Gerichte verantwortlich. Die makedonische
Stadt Bitola ist laut Weltbank-Bericht die attraktivste Stadt für Geschäftstätigkeit.
Jahorina-Versicherug in österreichischen Händen
Die Vienna
Insurance Group (VIG) hat die "Jahorina osiguranje" (Jahorina-Versicherung)
gekauft und damit die "Kroatia-Versicherung" aus dem Feld
geschlagen. Die "Jahorina" behält ihren Namen. Auf dem BiH-Markt
hat sie einen Anteil von vier Prozent.
"DM"
in Prnjavor
Die deutsche
Handelskette "DM - Drogeriemarkt" hat ihre erste Niederlassung
in der bosnischen Entität Republika Srpska" (RS) eröffnet, und
zwar in einem Raum des Kaufhauses "Prima" in Prnjavor. DM
will in der RS schon bald weitere Filialen eröffnen.
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Juni 2008 --------
Aktien
von Ausländern mehr verkauft als gekauft
Der langanhaltende Sturz von Indices an der Banjalukaner Börse hat dazu
geführt, dass ausländische Investoren in den ersten drei Monaten dieses
Jahres und zum erstenmal seit der Gründung dieser Börse mehr Aktien
verkauft als gekauft haben. Im Verkauf (32,9 Millionen Mark) blieben
sie damit gegenüber dem Vorjahr gleich, im Kauf jedoch (18,4 Millionen
Mark) gingen sie um die Hälfte zurück.
Anleger aus 19 Ländern haben in diesen drei Monaten Geschäfte an der
Börse von Banja Luka gemacht. Unter den Verkäufern von Aktien waren
Litauer, Kroaten und Slowenen am aktivsten, unter den Käufern Serben
und Slowenen.
Fluglinie Mostar - Stuttgart
Exil-Bosnier und deutsche Touristen (besonders Medjugorje-Pilger) sind
die Zielgruppe einer neuen Fluglinie zwischen Mostar und Stuttgart:
Ab Mostar jeweils dienstags und samstags um 15.45 Uhr, ab Stuttgart
an den gleichen Tagen jeweils um 18.45 Uhr. Der Flug dauert etwa zwei
Stunden, der niedrigste Preis für ein Ticket mit Rückflug inkl. Gebühren
beträgt 135 Euro. Mostar subventioniert die Fluglinie mit 100.000 Mark
(KM) jährlich.
Die führende Bank in BiH
Mit 4 Milliarden Mark (KM) Aktiva ist die in Bosnien seit 15 Jahren
vertretene Raiffeisen-Bank das führende Haus in diesem Land. Raiffeisen
zählt in BiH etwa 700.000 Kunden, das jährliche Wachstum liegt bei 10
%.
Weniger Zoll für Autos
Gemäß dem "Vorläufigen Abkommen", das sofort nach Unterzeichnung
des Assoziierungs- und Stabilisierungsvertrags in Kraft getreten ist,
wird der derzeitige Zollfuß von 16 % auf Neuwagen um die Hälfte reduziert
und mit 1. Januar 2009 ganz abgeschafft; für Gebrauchtwagen wird er
allmälich reduziert (um 20 % jährlich) und in fünf Jahren abgeschafft.
Im Bereich des Handels gilt das Assoziierungs und Stabilisierungsabkommen
nämlich jetzt schon, also noch vor der Ratifizierung der beteiligten
Parlamente.
Standards, die zu nichts verpflichten
Zwar hat das BiH-Institut für Standardisierung bereits 7.979 von insgesamt
12.678 EU-Standards übernommen, doch in der Praxis bedeutet das noch
nicht viel - mangels diesbezüglicher Vorschriften sind diese Standards
nämlich nicht für die Wirtschaft obligatorisch. Wenn die Standards nicht
erfüllt werden, gibt es auch keinen Export in EU-Länder. Ein Hersteller
jedoch, der sich nach den Standards richtet - sie beziehen sich hauptsächlich
auf Lebensmittel, technische Güter, Bibliothekswesen -, kann sich von
einem internationalen Institut für Standardisierung die Qualität seiner
Produkte und Dienstleistugen bestätigen lassen.
Salzburger Wirtschaftsdelegation in Banja Luka
Positiv resümiert ein Wirtschaftsanwalt, der österreichische und internationale
Konzerne vertritt, den Besuch einer Salzburger Wirtschaftsdelegation
in Banja Luka, der Hauptstadt der sogenannten "Republika Srpska"
(RS) in BiH: "Ich bin mit den Gesprächen sehr zufrieden, besonders
wegen der Information, dass der Rechtsrahmen in der RS auf europäischem
Niveau ist, hinsichtlich der Eintragung von ausländischem Kapitel und
der Prozeduren bei Investitionsprojekten." Auf österreichischer
Seite besteht Interesse am Bau von Wohnungen, Hotels und Straßen in
der RS.
Bürger verschulden sich immer mehr
Bürger der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) haben
im Jahr 2007 um 38 % mehr Verbraucherkredite aufgenommen als im Jahr
davor - damit dominieren Verbraucherkredite mit mehr als 60 % die Verschuldungsstruktur,
teilt das Büro für Bankwesen in der RS mit. Dieses Institut soll im
Auftrag der Regierung die Ursachen für das Wachstum in diesem Bereich
analysieren und Maßnahmen ergreifen, um die mikroökonomische und finanzielle
Stabilität des Bankensektors zu bewahren. Die Verschuldung pro Einwohner
beträgt 1.311 Mark (KM), Leasing-Arrangements nicht mitgerechnet.
Insgesamt betrug das Wachstum bei den Krediten im Vorjahr 34 %. Die
Banken verfügen über Aktiva in der Höhe von 5,4 Millionen KM.
Größtes Handelszentrum auf dem Balkan
Die slowenische Handelskette "Merkur" hat in Sarajevo ihr
größtes Handelszentrum auf dem Balkan eröffnet. Auf einer Fläche von
14.000 m2 werden 35.000 verschiedene Artikel angeboten. Das Unternehmen
hat 25 Millionen Euro in das Zentrum investiert und beschäftigt dort
100 Angestellte. Ähnliche, aber kleinere Filialen bestehen in Kroatien,
Serbien und Makedonien. In BiH ist noch der Bau von drei Regionalzentren
- in Banja Luka, Mostar und Tuzla - geplant, bis 2013 sollen dort 700
Angestellte beschäftigt sein und ein Umsatz von rund 155 Millionen KM
erreicht werden.
"Hemofarm" liefert Arzneimittel nach Deutschland
Der Arzneimittelhersteller
"Hemofarm" - eines der seltenen Unternehmen der bosnischen
"Republika Srpska" (RS), das mehr als 300 Arbeiter beschäftigt,
wird schon bald erste Lieferungen seiner Produkte nach Deutschland schicken.
"Mit Stolz können wir sagen, dass unsere Produkte in den Labors
von EU-Ländern überprüft und bewilligt wurden", sagt Direktor Aleksandar
Veselinoviæ. "Unser Betrieb öffnet nicht nur für sich selbst die
Tür zur EU, sondern für das ganze Land. Denn wenn es hier möglich ist,
beste pharmazeutische Präparate für den sehr anspruchsvollen EU-Markt
zu produzieren, dann wird das wohl auch mit anderen Waren gelingen."
Da reicht der Durchschnittslohn nicht mehr zum Leben
Der gewerkschafliche
Verbraucherkorb für eine vierköpfige Familie kostete im Mai dieses Jahres
in der bosnischen "Republika Srpska" 1.584 KM (Mark); die
größten Ausgaben verursachen Lebensmittel (595 KM) und Wohnen (410 KM).
Der Durchschnittslohn ist aber weit geringer - im Gastgewerbe etwa 445
KM, in der Verarbeitungsindustrie 480 KM, im Bauwesen 510 KM, im Kommunalbereich
596 KM und in der Landwirtschaft 599 KM...
Als dringende Maßnahme zum Aufhalten der zunehmenden Verarmung wird
die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Arzneimittel,
Kleidung u.a. von 17 auf 5 % gefordert.
Österreichischer an vier Kraftwerksbauten beteiligt
Die aus großen
österreichischen Unternehmen bestehende "APET Group" ist einer
der strategischen Partner der "Elektroprivreda (Elektrizitätswirtschaft)
BiH" beim Bau und bei der zukünftigen Nutzung der Wasserkraftwerke
"Ustikolina", "Vranduk" und "Vrilo" und
des Heizkraftwerks "Kongora". Für diese vier Projekte sind
Investitionen von 834 Millionen Euro angekündigt worden. Die anderen
strategischen Partner dabei sind "EnBW" aus Deutschland und
"KazTransGas" aus Kasachstan.
Kroasan - sprich: Croissants - aus der Fabrik
Mit Investitionen
in Höhe von 4,5 Millionen Euro ist in Aleksandrovac (bei Lakta¹i in
der Nähe von Banja Luka) die "Kroasan" (Croissant)-Fabrik
"Sima" gebaut worden - die erste Konditoreiwarenfabrik dieser
Größe in der ganzen Region. Milorad Dodik, Premierminister der bosnischen
"Republika Srpska" und selbst aus Lakta¹i gebürtig, verheißt
für das kürzlich eröffnete Unternehmen "eine expansive Exportpolitik"
und verspricht "eine Erweiterung der Kapazitäten der Fabrik aus
den Mitteln des Entwicklungsprogramms". Schon im nächsten Jahr
will man den EU-Markt erreichen. "Sima" beschäftigt 120 Angestellte,
bis zum Jahr 2010 sollen es 250 sein. Ein Vertrag über Zusammenarbeit
wurde mit der italienischen "DI.Al Pucci" geschlossen.
Bosnien kauft schnelle spanische Züge
Innerhalb
der nächsten zwei Jahren sollen schnelle spanische "Talgo"-Züge
auch in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) verkehren
- nachdem schon die andere Entität "Föderation" (FBiH) den
Kauf von neun dieser Züge um 67 Millionen Euro beschlossen hat. Die
Regierung der RS hat sich erst nach einigem Zögern dazu entschieden,
einen 40-Millionen-Euro-Kredit der spanischen Regierung anzunehmen. |