| SOZIALES
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April 2008 --------
41
Mark Sozialhilfe pro Monat
Etwas mehr
als 150.000 Menschen sind in BiH Sozialhilfeempfänger, und die Zahl
der Bedürftigen steigt täglich.
Die Zahlen, die nur unvollständig von den zuständigen Ministerien präsentiert
werden, nach Entitäten aufgeschlüsselt:
In der "Republika Srpska" (RS) bekamen im vorigen Jahr18.642 Personen
die Sozialhilfe
(davon 14.177 nur einmalig, die anderen ständig); in der "Föderation
(FBiH) waren es im Jahr 2006 (denn für 2007 liegen die Zahlen noch nicht
vor) insgesamt 131.690 Personen, die die eine oder andere Art von Sozialhilfe
empfingen.
Recht auf ständige Sozialhilfe hat eine arbeitsunfähige Person ohne
eigene Einnahmen und ohne Verwandte, die verpflichtet sind, sie zu unterhalten.
Die gesetzlich vorgeschriebene finanzielle Sozialhilfe beträgt für eine
Person 41 Mark monatlich.
Einmalige Sozialhilfe wird maximal zweimal im Jahr ausbezahlt und kann
nicht mehr als 205 Mark betragen.
Es gibt mehrere Kategorien von Recht auf Sozialhilfe, unter anderem
das Recht auf finanzielle oder andere materielle Hilfe, auf Unterbringung
in einer Familie oder in einer Anstalt der Sozialfürsorge, auf Hauspflege,
auf persönliche Invalidenrente und Zuschuss für fremde Pflege und Hilfe.
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Januar 2008 --------
Mindestrente 150 Mark
Mit Hinblick auf die vielen Preiserhöhungen hat die Regierung der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) befunden, dass die im Lande offiziell mögliche Mindestrente um 15 % erhöht word - auf sage und schreibe 150 Mark. In der RS sind davon etwa 27.000 Personen betroffen.
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Dezember 2007 --------
Noch
immer rund 13.000 Vermisste
Insgesamt, so meldete das Internationale Komitee des Roten Kreuzes,
sind bis November 2007 von bosnischen Familien 22.373 Vermisstensuchmeldungen
eingebracht. Das Schicksal von 9386 Personen ist mittlerweile geklärt
worden. Weiterhin als vermisst gelten 12.987 Menschen.
Roma in BiH, eine traurige Geschichte
Das Leben in BiH - dem Land mit dem niedrigsten Durchschnittslohn in
Europa und einer Arbeitslosenrate von 40 % - ist für niemanden leicht.
Am schwersten aber ist es für die Roma, eine allgemein als zweitklassig
betrachtete Minderheit. Mit ihrer Situation hat sich ein Artikel in
der "New York Times" auseinandergesetzt.
Permanent werden die bürgerlichen, politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen
Rechte der Roma verletzt. Laut BiH-Verfassung dürfen nur Angehörige
der drei "ethnischen" Hauptgruppen für hohe politische Ämter kandidieren;
Minderheiten wie die Roma dürfen das nicht. In den letzten zehn Jahren
waren die Roma Opfer von Zwangsemigrationen. Heute sind sie fast überall
Flüchtlinge oder umgesiedelte Personen. Zum Großteil leben sie unter
schlechten Bedingungen, in provisorischen Siedlungen. Ciljuge etwa,
eine Siedlung in der Nähe von ®ivinice, ist Wohnort von mehr als 700
Roma. Die meisten haben weder Strom noch Wasser oder gar Heizung. Zum
Überleben sammeln und verkaufen sie altes Eisen.
Schätzungen zufolge leben in Europa zwischen acht und zehn Millionen
Roma, großteils in Os- und Südosteuropa.
Mariastern bekommt die "Mühle" zurück
Nach mehr als 60 Jahren staatlicher Enteignung sind der katholischen
Kirche einige Immobilien zur Nutzung zurückgegeben worden. Das Trappistenkloster
Marija Zvijezda (Mariastern) am Rande von Banja Luka, vom Österreicher
Franz Pfanner noch in ottomanischer Zeit gegründet, bekam - auf einem
Umweg über die diözesane Caritas - das mehrstöckige Gebäude der vor
langer Zeit modern gewesenen Mühle samt Grund zur Nutzung zurück. Bis
vor wenigen Jahren hat diese Mühle dem serbischen Militär als Kaserne
gedient. Der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, verlangt von der
Regierung der bosnischen Entität "Republika Srpska" seit langem vehement
die Rückgabe von verstaatlichten Gütern an die Kirche.
Invalide fühlen sich am Rand der Gesellschaft
Rund 500.000 Invalide gibt es in BiH, von ihnen sind 30 % Kriegsversehrte.
Die staatliche Hilfe für sie alle ist minimal (50 Mark) bis dürftig
(330 Mark). Da in der bosnischen Entität "Föderation" (FBiH) die Gesundheitsfürsorge
eine Sache der Gemeinden und Kantone ist, kommt man an manchen Orten
leichter an Arzneimittel und orthopädische Hilfsmittel heran als an
anderen. Diese Probleme müssten daher auf staatlicher Ebene gelöst werden,
fordert der FBiH-Invalidenverband. "Die Invaliden werden im Beschäftigungs-,
Bildungs- und Gesundheitsbereich fortwährend diskriminiert. Wir möchten
von unserer Arbeit leben, doch erhalten Arbeitgeber keine Begünstigungen,
wenn sie Invalide einstellen. Wir haben im Gesundheitsbereich höhere
Ausgaben als andere Bürger, aber das nimmt der Staat fast gar nicht
zur Kenntnis. Probleme gibt es für invalide Kinder, denn es fehlt an
ausgebildeten Kräften, die sie auf den Besuch normaler Schulen vorbereiten."
Schwer invalide Personen, die auf fremde Pflege und Hilfe angewiesen
sind, erhalten vom Sozialamt monatlich 41 Mark (!) als Pflegezuschuss.
In der anderen bosnischen Entität, der "Republika Srpska" (RS), ist
es ebenso schlimm: "Wir haben etwa 4000 Invalide der schwersten Kategorien,
nämlich von Geburt an Invalide, und man kann nicht begreifen, dass es
kein Geld für Invalidenrenten für sie gibt", sagt ein Vertreter der
Invaliden in der RS.
Caritas-Altenheim in Banja Luka wird im Frühjahr eröffnet
Die Caritas des Bistums Banja Luka hat den Bau des Altenheims in Petriæevac
fertiggestellt. Caritas-Direktor Miljenko Anièiæ: "Die kroatische Regierung
hat zwei Gebäude finanziert, unsere Kollegen aus Südtirol ein Gebäude.
Von der kroatischen Regierung kam auch finanzielle Hilfe für die nötige
Ausstattung zur Pflege schwerkranker Heimbewohner." In dem Altenheim
gibt es 60 Plätze und die entsprechenden Pflegeeinrichtungen für alte
Menschen. Eröffnet wird das Heim im Frühjahr 2008.
Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein Tropfen. In BiH
herrscht ein eklatanter Mangel an Altenheimen; die wenigen, die es gibt,
sind vollbesetzt, die Wartelisten werden immer länger. Anderseits sind
Heimplätze für die meisten Menschen zu teuer. Die Tarife gehen von 370
bis 650 Mark (KM) pro Monat. Wenn aber die Rente nur 250 KM ausmacht?
Unterstützung durch das Sozialamt ist möglich, aber minimal. Ebendort
liegt wohl der Grund, warum es etwa im Altenheim in Mostar noch freie
Plätze gibt: "Viele möchten ins Heim, aber es ist ihnen nicht möglich.
Das Sozialamt hilft, aber die Gesetze sind zu streng, wer Verwandte
hat, bekommt keine Hilfe, aber die Verwandten können die 400 KM pro
Monat auch nicht aufbringen, das gefährdet ihre Existenz", sagt der
Heimleiter.
In Banja Luka gibt es zwar ein "Rentnerheim", aber es ist nicht in Betrieb.
Für die Sanierung wären 10 Millionen KM nötig. Im sozialgeriatrischen
Zentrum, das in Banja Luka seit 1946 existiert, werden die meisten Bewohner
von den Sozialämtern untergebracht; 100 von rund 300 Plätzen sind für
private Benutzer reserviert.
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Oktober und November 2007 --------
Eine
geriatrische Klinik gibt es nicht
Zwar steigt die Lebenserwartung bzw. die Zahl älterer Personen (über
65 Jahrealt), auch in der bosnischen Entität "Föderation", aber eine
au Geriatrie spezialisierte Klinik zur Versorgung älterer, hilfebedürftiger
Menschen gibt es nicht. Allein im Kanton Sarajevo sind 14,5 Prozent
der Bevölkerung über 65. "Wir brauchen eine Klinik für geriatrische
Patienten", sagt Gesundheitsminister Mustafa Cuplov, "denn viele ältere
Menschen haben niemanden, im Krieg sind die Familien zerstreut worden,
die Leute sind im Alter sich selbst überlassen."
40.000 Familien obdachlos - zwölf Jahre nach dem Krieg
Der Verband der Vereinigungen der umgesiedelten Personen und Rückkehrer
in BiH macht sich Sorgen wegen der Langsamkeit oder Untauglichkeit der
Lösungen, die die zuständigen Behörden für diese Menschen zu bieten
haben. Als bösartig bezeichnet Verbandsvorsitzende Mirhunisa Zukiæ die
Tatsache, "dass wir heute, zwölf Jahre nach dem Krieg, mehr als 40.000
obdachlose Familien haben".
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August 2007 --------
Kinder,
die ohne Eltern aufwachsen
Die Kinderheime in BiH sind überfüllt. In der Entität "Föderation" (FBiH)
sind 1663 Kinder aus verschiedenen Gründen ohne Elternfürsorge (von
998 dieser Kinder ist bekannt, dass sie von ihren Eltern vernachlässigt
oder misshandelt wurden). In den zwölf Heimen der FBiH sind allerdings
nur 897 Kinder untergebracht.
In der anderen Entität, der sogenannten "Republika Srpska" (RS), zählt
man 500 Kinder ohne Elternfürsorge. 134 Kinder sind in Heimen, die anderen
sind in Familien aufgenommen worden. Es ist so: Nur Kinder, für die
keine Ernährerfamilie gefunden werden kann, kommen in ein Heim.
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Januar 2007 --------
Drei
Viertel der Bevölkerung kommen nicht an Arzneimittel heran
In Bosnien & Herzegowina verzichten rund 77 % der Bevölkerung auf
eine medizinische Behandlung - weil sie die nötigen Arzneimittel nicht
kaufen können! Und 14 % der Menschen haben keine Möglichkeit, in der
nächstgelegenen Gesundheitsambulanz eine ärztliche Behandlung zu erhalten,
wenn ihr Leben in Gefahr ist! Von den Kindern werden 50,4 % nicht regelmäßig
geimpft! Diese Angaben macht das Institut für Gesundheitsfürsorge in
BiH, das in den Jahren 2000 bis 2006 die diesbezügliche Situation im
Land erforscht hat. Die Befragungen wurden in 38 Gemeinden in 6651 repräsentativ
ausgewählten Familien durchgeführt; Ziel war es, den aktuellen Stand
der Menschenrechte in Bezug auf Leben und Gesundheit der BiH-Bürger
- mit besonderem Akzent auf umgesiedelten Personen und Flüchtlingen
- zu eruieren.
Es sei alarmierend, so steht in dem Bericht, dass 36 % der Befragten
der Meinung sind, das Recht auf Gesundheitsfürsorge sei ihnen praktisch
unmöglich; dass 40,6 Prozent ihr Recht auf Beschäftigung nicht verwirklichen
können; dass 77 % der Schwangeren keine Möglichkeit zu regelmäßiger
und kostenloser Kontrolle haben.
Blinde bekommen ganze 41 Mark Invalidenrente
Die meisten Mitglieder des Blindenverbandes der bosnischen Entität "Repubika
Srpska" (RS) leben - mehr oder weniger - von 41 Mark (KM) Invalidenrente;
das ist noch weniger als ein Zehntel des allernötigsten Minimums. Verbandsvorsitzender
Branko Suziæ setzt seine Hoffnungen in das für heuer erwartete neue
Gesetz über Sozialfürsorge: "Dieses Gesetz soll unser Recht auf Sozialfürsorge,
auf Zuschüsse für fremde Pflege und Hilfe, auf eine höhere Invalidenrente
u.a. in die Praxis umsetzen. Auf unserer Prioritätenliste steht auch
die Beschäftigung unserer Mitglieder, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt
der RS. Wichtig ist uns auch der Beschluss der Regierung über die Einrichtung
einer Bibliothek für blinde und sehschwache Personen."
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August 2006 --------
680.000
BosnierInnen leben in Armut
Am Internationalen Tag der Armutsbekämpfung kamen aus Sarajevo die schlechten
Nachrichten, wie es darum steht: Von den 3,8 Millionen Einwohnern Bosniens
& Herzegowinas sind 680.000 Menschen (17,8 Prozent) klar als arm
zu bezeichnen; sie überleben nur schwer.
„Es
handelt sich um absolute Armut, wo der Verbrauch pro Mitglied des Haushalts
monatlich weniger als 185 Mark (KM) beträgt“,
so die statistischen Angaben der bosnischen Entitäten. Weitere 30 Prozent
der Bevölkerung laufen Gefahr, in eine solche Armut zu verfallen.
Eine durchschnittliche dreiköpfige Familie in Bih muss für Nahrungsmittel
und ein Minimum an anderen Verbrauchsgütern monatlich rund 555 KM ausgeben,
sagt Fahrudin Memiæ, der Statistik-Konsulent einer mit solchen Fragen
befassten Abteilung innerhalb des BiH-Ministerrates. Im September 2006
betrug der Verbraucherkorb in der bosnischen Entität „Föderation“
486,65 KM, in der anderen Entität „Republika
Srpska“
465,63 KM.
Aus einer UNDP-Studie geht hervor, dass rund 60 Prozent der bosnischen
Bevölkerung sich in BiH weder sozial noch wirtschaftlich stabil fühlen.
Von diesem subjetiven Armutsempfinden abgesehen, muss vermutet werden,
dass zwei bis drei Prozent der bosnischen Bevölkerung nicht bloß arm,
sondern extrem arm sind. Fahrudin Memiæs Schlussfolgerung und Empfehlung:
„Der
Staat müsste jährlich zusätzlich 300 Millionen KM bereitstellen, damit
BiH sich aus der Armut herausziehen kann. Dieses Geld würde an BiH-Bürger
verteilt, und zwar über verschiedene Sozial-, Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramme.
Inzwischen sollte der Staat das System der Sozialfürsorge reformieren
und ein Armutsverzeichnis erstellen.“
Zehntausend
Arbeitern wurde nicht geholfen
Theorie
und Praxis:
Die bosnische Entität „Föderation“
(FBiH) hat im Jahr 2004 ein Gesetz über ein Programm erlassen, das Hilfe
für Arbeiter vorsieht, die ihre Arbeit verloren haben, weil ihr Unternehmen
in Konkurs gegangen ist oder privatisiert wurde, u.ä. Es wurden auch
die finanziellen Mittel festgelegt: Von den Arbeitsämtern sollten jährlich
15 Millionen Mark (KM) für die Sozialversorgung der Arbeiter kommen,
von der Privatisierung 11 Millionen Mark. Die Arbeitsämter stellten
das Geld bereit, von Seiten der Privatisierung allerdings wurde nie
etwas in den entsprechenden Fonds eingezahlt. Überhaupt ist das Programm
bisher nicht verwirklicht worden - weil es keine Verordnung über die
praktische Durchführung gibt. Es wurde nicht einmal im Amtsblatt veröffentlicht.
So blieben zehntausend Arbeiter, die Recht auf die in Aussicht gestellte
Hilfe hatten, ohne Hilfe...
Armut oder am Rande der Armut
In der bosnischen Entität „Republika Srpska“
(RS) sind 22 Prozent der Menschen arm, 30 Prozent leben am Rande der
Armut. „Armut, Marginalisierung und Alterung, das sind die Prozesse,
die direkt in die Lebenssituation der sozialen Bedürftigkeit führen.
Diesen Menschen muss man besondere Aufmerksamkeit schenken“,
sagt Ljubo Lepir vom RS-Sozialministerium. Der bereits fertige Entwurf
eines neuen Gesetzes sieht eine Stärkung der Zentren der Sozialfürsorge
- der Sozialämter - vor. „Es ist wichtig, dass in diesem Bereich
die Zentren für Sozialfürsorge und für mentale Gesundheit zusammenarbeiten“,
so Lepir. |