POLITIK
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Juli - August 2010 --------
Nur
Schwarz-Schilling hat eine Wohnung in Sarajevo
Von insgesamt sechs ehemaligen Hohen Repräsentanten der internationalen
Gemeinschaft in Bosnien & Herzegowina (BiH) hat nur einer - Christian
Schwarz-Schilling - eine Immobilie im Land: Er hat sich eine Wohnung
in der Hauptstadt Sarajevo gekauft und benutzt sie während seiner Aufenthalte
als Dozent an der Hochschule für Wissenschaft und Technologie. Sein
Vorgänger Paddy Ashdown hatte ein Wochenendhaus am Jablanica-See besessen,
dieses aber bei Auslaufen seines Mandats verkauft.
Immer
weniger Wähler aus der Diaspora
Rund 1,35
Millionen Personen, die aus Bosnien & Herzegowina stammen, leben
derzeit außerhalb ihres Landes. Diese Zahl hat das bosnische Ministerium
für Menschenrechte und Flüchtlinge bekannt gegeben. Demnach ist BiH
weltweit eines der Länder mit der größten Diaspora, gemessen an der
Gesamtbevölkerung.
Seit den ersten Wahlen nach dem Krieg (1996) geht die Zahl der registrierten
Wähler aus der Diaspora ständig zurück. Damals waren es 458.000 Personen
gewesen, im Jahr 2000 war es die Hälfte davon, und an den lokalen Wahlen
in BiH 2008 haben sich nur ca. 20.000 Exilbosnier beteiligt.
Deutschland und Frankreich schließen ihre Büros in Banja Luka
Die deutsche
und die französische Botschaft haben ihre Büros in Banja Luka, der Hauptstadt
der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS), geschlossen. Bruno Brommer,
letzter Chef des deutschen Büros: "Der einzige Grund für diesen Schritt
liegt in den Einsparungen, zu denen Deutschland wegen der Finanzkrise
gezwungen ist.
Vertreter der politischen Parteien in der RS haben ihre eigenen Deutungen.
Die Schließung dieser Büros sei "ein Zeichen, dass die RS ein stabiles
Gebiet ist und für die beiden Büros in Banja Luka kein Bedarf mehr vorhanden
ist", glaubt man im Außenministerium. Der Meinung der Opposition zufolge
wurden die Büros geschlossen, "weil sie nicht gut gearbeitet haben oder
aus der RS keine guten Initiativen zur Zusammenarbeit kamen".
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April 2010 --------
Flug
Banja Luka - Moskau
Ab diesem
Sommer soll es eine Flugverbindung zwischen Banja Luka und Moskau geben,
die russische "Moskovija Airlines" ist daran interessiert. "Für den
Flughafen von Banja Luka hätte eine solche Fluglinie große Bedeutung",
versichert ein Sprecher der BiH-Direktion für Zivilflugwesen.
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Februar - März 2010 --------
Das
Geld kann fließen...
Die Reform
der "Kämpfergesetze", die eine Bedingung für die Freigabe von stattlichen
Hilfsgeldern der Weltbank und der Europäischen Kommission sowie des
Internationalen Währungsfonds gewesen war, ist im Parlament von Bosnien
& Herzegowina (BiH) verabschiedet worden. Damit ist die Blockade
von 111 Millionen Dollar der Weltbank, 100 Millionen Euro der Europäischen
Kommission und rund 64 Millionen Euro des Internationalen Währungsfonds
(bestimmt für die BiH-Entität "Föderation") aufgehoben, das Geld kann
fließen...
Wahlen im Herbst, und den OHR gibt es dann immer noch
Die Eingliederung
des Büros des Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft
(OHR) in das Büro des Spezialvertreters der EU für BiH wird vor den
allgemeinen Wahlen im Oktober nicht realisiert werden, sagte Valentin
Inzko, der derzeit die Funktion des Hohen Repräsentanten ausübt. Die
Wahlen werden demnach in einem Land stattfinden, das immer noch einen
internationalen "Verwalter" braucht - denn "die einheimischen Institutionen
haben die gestellten Bedingungen und Ziele nicht erfüllt", so Inzko.
Im Generalkonsulat in Frankfurt müssen sie jetzt zum Telefon
gehen
Das deutsche
Außenministerium hat auf Beschwerden von BiH-Bürgern und von deutschen
Behörden reagiert und verlangt vom Generalkonsulat in Frankfurt, dass
desse Mitarbeiter sich am Telefon melden, wenn BiH-Bürger anrufen -
das war in der Vergangenheit nämlich häufig nicht geschehen. Viele BiH-Bürger,
die in Deutschland leben, wenden sich daher lieber an die Botschaft
ihres Landes in Berlin, weil sie ihre konsularischen Angelegenheiten
in Frankfurt nicht erledigen konnten.
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Dezember 2009 --------
Gleichberechtigung
- aber nur auf dem Papier
Zwar garantiert
die Verfassung von Bosnien & Herzegowina (BiH) allen Bürgern gleiche
Rechte, in der Praxis jedoch sind die Bürger un-gleichberechtigt, je
nach Ort und jeweiliger Volkszugehörigkeit. Ein Bericht des Helsinki-Komitees
weist auf besonders starke Diskriminierung in den Bereichen Beschäftigung,
Bildung, Recht auf Rentenversicherung, Gesundheits- und Sozialschutz
hin. Trennung in den Schulen sei in Bezug auf die Achtung von Freiheiten
und Menschenrechten im höchsten Maße inakzeptabel. Das Helsinki-Komitee
appelliert an politische und religiöse Führer sowie an Medienleute,
auf chauvinistische Rhetorik, Hass und Intoleranz zu verzichten und
stattdessen eine Atmosphäre der gegenseitigen Achtung zu schaffen.
Mandat
der deutschen Soldaten wird verlängert
Der deutsche
Bundestag hat den Beschluss über eine Verlängerung des Mandats der deutschen
Soldaten in den internationalen Kräften EUFOR ALTHEA in BiH verabschiedet.
Bestätigt wird auch ein Regierungsbeschluss, wonach die Obergrenze von
2400 Soldaten, die in BiH eingesetzt werden können, auf 900 reduziert
wird; allerdings sind in BiH derzeit nur noch 120 Bundeswehrmitglieder
stationiert. Die Kosten der deutschen Beteiligung an EUFOR ALTHEA werden
in den nächsten zwölf Monaten rund 13 Millionen Euro betragen.
Straßburger
Urteil macht BiH-Verfassungsänderung notwendig
Der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte hat in einem Urteil klar ausgesprochen,
dass Roma, Juden und Angehörige anderer Minderheiten in BiH diskriminiert
werden, wenn
es um die Wahl der Mitglieder des BiH-Präsidiums und des Völkerhauses
des Parlaments geht. Denn in diese Organe können nur Angehörige der
drei "konstitutiven Völker" (Muslime, Kroaten und Serben) gewählt werden.
Reaktion auf das Urteil in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo: "Also
muss BiH die Verfassung ändern, um diese in Einklang mit den europäischen
Konventionen über Menschenrechte und Freiheiten zu bringen", sagt Verfassungsrechtler
©efik D¾aferovic von der zuständigen Kommission im Repräsentantenhaus
des BiH-Parlaments.
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November 2009 --------
Kroaten und ihr Bischof sind mit Dodik zufrieden
Franjo Komarica, Bischof der Diözese Banja Luka, bedankte sich bei Milorad Dodik, dem Premierminister der sogenannten „Republika Srpska“ (RS, einer der beiden Entitäten von Bosnien & Herzegowina), für die bisherige Hilfe der RS-Regierung an die katholische Gemeinschaft; er betonte die sehr gute Zusammenarbeit. Vertreter beider Seiten haben einen Donationsvertrag über 35.000 Mark (KM) zur Unterstützung der Restauration der zerstörten Kirche in Nova Topola unterzeichnet.
Insgesamt sind "die Vertreter des kroatischen Volkes in den Institutionen der RS" mit der Regierung ihrer Entität zufrieden, was die Erneuerung religiöser Objekte der katholischen Kirche und die Verbesserung der Situation der Kroaten durch Beschäftigung in RS-Institutionen betrifft. Laut Völkerrat der RS hat die Regierung 1,3 Millionen KM für Kloster und Kirche (im Krieg zerstört) in Petriæevac in Banja Luka, 50.000 KM für die Kirche in Trn und 100.000 KM für Projekte der Caritas Banka Luka bereit gestellt.
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September - Oktober 2009 --------
Biometrische Pässe für BiH-Bürger
Das BiH-Ministerium für Zivilangelegenheiten hat nach einem Beschluss
des Ministerrats mit der deutschen "Bundesdruckerei GmbH" die Lieferung
von 1,6 Millionen biometrischen Reisepässen ab 1. Oktober vereinbart.
Solche Pässe sind eine Bedingung für die Liberalisierung der Visums-Regelung
für BiH-Bürger. Sie kosten 40 KM (Mark) und sind teurer als die bisherigen
Pässe, dafür sind sonst keine Gebühren mehr zu bezahlen, und durch die
neue Vernetzung aller zuständigen Institutionen müssen auch keine Geburtsurkunden
und Staatsbürgerschaftsnachweise mitgebracht werden, auch keine Fotos
- die Bürger werden an Ort und Stelle, d.h. im Innenministerium, fotografiert.
Mehr Geld für Bosnien als für Deutschland und Japan
Die internationale Gemeinschaft habe bis jetzt 14 Milliarden Dollar für
Bosnien & Herzegowina (BiH) aufgewendet - pro Kopf mehr, als nach
dem 2. Weltkrieg an Deutschland und Japan gegeben wurde, sagte Jacques
Klein, ehemaliger Spezialbeauftragter der UN für BiH, in Washington..
"Und dies alles ohne echte Ergebnisse", fügte er hinzu. Wegen des derzeitigen
Zustands von BiH ist er besorgt. Nebenbei sei es eine Diskreditierung
von EU, UN und NATO, wenn BiH nicht funktioniere, hatten sie doch immer
behaupte, BiH werde ein Erfolg sein.
Lüge, sagt Bischof Komarica
Die Behauptung, dass "die Kroaten nicht in die Republika Srpska zurückkehren
wollen, sind eine Frechheit, eine Lüge, die Unwahrheit", behauptet Franjo
Komarica, katholischer Bischof von Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen
Entität "Republika Srpska" (RS), und "ein noch größeres Verbrechen als
die seinerzeitige Vertreibung im Krieg" sei dieses Gerede, dass "die Leute
nicht an ihren Geburtsort zurückkehren wollen". "Wo sind jetzt", so Komarica
wörtlich, "jene Politiker, die durch die Länder der Welt reisten, wo die
vertriebenen Katholiken leben, und die gesagt haben, dass alle in ihre
Heimatorte zurückkehren können, dass sie - diese Politiker - ihnen Häuser,
Strom, Straßen, Wasser und alles andere bereitstellen werden? Ich denke
an kroatische, bosniakische und serbische Politiker. Die Zukunft aller
drei Völker wird nicht gut sein, wenn man sie auf Unwahrheit gründet."
Bezüglich der mit Mitteln der kroatischen Regierung gebauten Häuser für
Rückkehrer im Raum Teslic fragt Komarica: "Wo sind da die Regierungen
der RS und von BiH? Diese Rückkehrer sind BiH-Bürger, nicht Bürger Kroatiens."
BiH und Medienfreiheit
Laut einem in Paris vorgestellten Bericht der "Reporter ohne Grenzen"
(RSF) befindet sich BiH auf Platz 39 (drei Ränge schlechter als im Vorjahr).
Von den Ländern des ehemaligen Jugoslawien hat allerdings nur Slowenien
(gemeinsam mit Polen auf Platz 36) einen besseren Rang als BiH. Kommentar
der RSF: "Ethnische und religiöse Teilungen sind in BiH noch immer vorhanden.
Die Nachhaltigkeit und finanzielle Entwicklung der Medien sind überwiegend
von Ressourcen der eigenen Gemeinschaft abhängig, ein Problem stellt die
immer größere Konkurrenz von Medien aus Serbien und Kroatien dar, die
am meisten Geld aus Marketingdienstleistungen kassieren... Bezüglich der
Themen in den Medien gibt es keine Tabus, doch ist zu bemerken, dass etwa
Korruption und organisierte Kriminalität mit großer Vorsicht behandelt
werden."
Den ersten Rang bei den Medienfreiheiten nimmt übrigens Dänemark ein.
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August 2009 --------
Dodiks
neueste Idee - ein Moratorium für politische Themen
Milorad Dodik, Premierminister der bosnischen Entität "Republika Srpska"
(RS), schlägt ein Moratorium von fünf bis zehn Jahren für politische
Themen in BiH vor. In einem Interview für "Radio Freies Europa" sagte
Dodik - der selbst seit Jahren mit der Idee einer Abspaltung der RS
vom übrigen Bosnien Unruhe stiftet - wörtlich: "Wenn wir alle dreißig
Tage die Frage der Verfassungsabänderungen aufwerfen, haben wir natürlich
eine heiße politische Situation. Wer uns ständig Abänderungen der Verfassungen
auferlegen will" (gemeint ist natürlich die internationale Gemeinschaft)
"der muss mit der Destabilisierung der politischen Verhältnisse rechnen."
Ein Moratorium würde der Wirtschaft helfen, so Dodik. Außerdem solle
BiH von der internationalen Gemeinschaft Garantien für die Sicherheit
des Landes fordern, statt selbst Geld für eine Armee ausgeben zu müssen.
Bei einem Beitritt zur NATO würde BiH gezwungen, 2 Prozent des Bruttosozialprodukts
für das Militär bereitzustellen - Geld, das nach Dodiks Ansicht anders
besser eingesetzt wäre; es sei auch eine Illusion zu denken, "dass im
Falle eines regionalen Konflikts, von dem ich übrigens nicht glaube,
dass er möglich ist, die Kompaktheit dieses Militärs gewahrt bleibt"...
Die internationale Gemeinschaft habe vieles gut gemacht, aber auch gewisse
Fehler begangen, ihr Präsenz in den internen Prozessen des Landes sei
schädlich für das BiH-Potential. Der größte Feind aber sind laut Dodik
"negative Berichte, die von den Ausländern stammen und deren Präsenz
sowie deren hohe Einkommen rechtfertigen sollen"..
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Juli 2009 --------
Demokratie
in BiH und Kroatien instabil
In den meisten Ländern Südosteuropas war laut einem Bericht der US-amerikanischen
NGO "Freedom House" die Regierungsform der Demokratie im Jahr 2008 stabil
- nur nicht in Bosnien & Herzegowina und in Kroatien; dort kam es
zu einer Schwächung der Demokratie. In Kroatien bedrohten Angriffe auf
Journalisten die Unabhängigkeit der Medien, und in BiH stellten die
ethnischen Trennungen weiterhin ein grundlegendes Problem dar.
Brod und Kostajnica sind nicht "bosanski"
Die bosniakische Klage, dass das Ausradieren des Attributs "Bosanski"
vor den Städtenamen Brod und Kostajnica vitale Interessen der bosniakischen
(bosnisch-muslimischen) Bevölkerung verletze, wurde vom Verfassungsgericht
der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) nicht erhört. Mit folgender
Begründung: Das Attribut "bosanski" beziehe sich auf alle BiH-Bürger
und gehöre nicht bloß den Bosniaken. Die Namen Brod und Kostajnica seien
im Lauf der Geschichte mehrmals geändert worden, erst im 19. Jahrhundert
sei das Attribut "bosanski" hinzugefügt worden, zwecks geografischer
Präzisierung von Grenzsiedlungen, nicht als Zeichen der Identität eines
bosnischen Staates, der damals noch gar nicht existiert habe.
89 Grenzübergänge, die meisten Substandard
Von den 89 Übergängen an der 1665 Kilometer langen bosnischen Grenze
entsprechen nur zwölf den minimalen Standards in Technik und Kommunikation.
Sieben dieser Grenzübergänge sind mit Mitteln der Europäischen Kommission
ausgebaut worden. Die Grenzübergänge sind kommunikativ nicht miteinander
verbunden, in den meisten Fällen arbeiten Polizisten und Zollbeamte
von Containern aus (ohne Vordach) unter freiem Himmel.
Was will die internationale Gemeinschaft eigentlich?
Miroslav Lajcak, slowakischer Außenminister und ehemaliger Hoher Repräsentant
der internationalen Gemeinschaft in BiH, übte Kritik an der eigenen
Seite: "Die internationale Gemeinschaft weiß nicht, was sie in BiH will.
Einerseits wird BiH als Staat akzeptiert, der ab 1. Januar 2010 nichtständiges
Mitglied des UN-Sicherheitsrates sein kann, andererseits behandelt man
das Land als unreif, stellt es unter internationale Aufsicht - einer
der Fälle, mit denen sich eigentlich vom UN-Sicherheitsrat beschäftigt
- es ist absurd."
Die doppelte Funktion des Hohen Repräsentanten und Spezialvertreters
der EU, so Lajcak weiter, vereine diesen Gegensatz in einer Person:
"Das kommt daher, weil wir immer dachten, dass die internationale Verwaltung
nur kurze Zeit lang nötig sein werde und die Verwaltung sich bald in
eine EU-Partnerschaft umwandeln
werde. Stattdessen haben wir zwei Vertreter in einer Person, und nichts
geht weiter. Wir können jetzt nicht einfach abtreten, die internationale
Gemeinschaft hat dieses Bosnien mit all seinen Gegensätzen geschaffen
und trägt Verantwortung für das Land." Ohne einheitliche Vision der
Rolle der internationalen Gemeinschaft in BiH werde keiner ihrer Hohen
Repräsentanten erfolgreich sein.
Die Tatsache, dass die Nahbarländer auf die "weiße Schengen-Liste" (Abschaffung
der Visumspflicht) kommen, werde in BiH nicht als Ansporn zu größeren
eigenen Anstrengungen betrachtet, sondern als Beweis für Diskriminierung.
Nicht zu Unrecht: "Bosniaken können im Gegensatz zu den bosnischen Serben
und Kroaten nicht den Reisepass ihres Nachbarlandes beantragen."
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Mai 2009 --------
BiH-Regierungen erfüllen wichtige EU-Bedingung nicht
Keine
der teil- und gesamtbosnischen Regierungen hat offenbar die Absicht,
eine für die europäische Integration wichtige Bedingung zu erfüllen:
Die EU fordert nämlich, dass die Regierungssitzungen öffentlich stattfinden
bzw. dass die Medien den gesamten Sitzungsverlauf verfolgen können -
aber dazu sind weder der gesamtbosnische Ministerrat noch die Regierungen
der Entitäten "Republika Srpska" (RS) und "Föderation!
(FBiH) bereit. Weitere Forderungen der EU zur Reform der öffentlichen
Verwaltung in Bosnien & Herzegowina sind u.a. die Trennung der Politik
von der Administration, die Professionalisierung des Zivildienstes,
die Kontrolle der öffentlichen Mittel (Ausgaben!) und eine Stärkung
des Verwaltungs- und Justizapparats.
Deutschland
unterstützt Weg von BiH zur EU
Der deutsche
Bundesrat hat dem Abkommen über Stabilisierung und Assoziierung zwischen
BiH und der EU zugestimmt. Die Annäherung von Bosnien und anderen Westbalkanländern
ist ein aktiver Teil der deutschen Politik zur Stabilität dieser wichtigen
Region. Deutschland unterstützt auch vorbehaltlos die europäische Perspektive
für BiH, hält aber eine gemeinsame Anstrengung aller politischen Kräfte
in BiH zur Belebung des Reformprozesses in ihrem Land für dringend nötig.
Damit der im Juni 2008 unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungspakt
in Kraft treten kann, muss er von allen 27 EU-Staaten ratifiziert werden.
Es sind noch 19 EU-Länder ausständig.
BiH erfüllt Bedingungen nicht, Visumspflicht bleibt
BiH und Albanien
haben wichtige Bedingungen aus der "Mappe des Weges" bisher
nicht erfüllt, stellt ein Bericht der Europäischen Kommission fest.
Die "Mappe des Weges" nennt bestimmte Reformen und gesetzliche
Maßnahmen, die von BiH-Seite zwecks Abschaffung der Visumspflicht seitens
der EU-Länder durchgeführt werden müssen.
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April 2009 --------
Hypo Alpe Adria Bank freut sich über Gewinne
Im
Jahr 2008 hat die "Hypo Alpe Adria Bank" Banja Luka einen Nettogewinn
von 9.4 Millionen Mark (KM) erzielt, gleichviel wie 2007. Die Aktiva
stiegen um 2,5 % auf etwas mehr als 1,9 Milliarden KM. Die Kredite betrugen
rund 2,4 Milliarden KM, somit um 23,7 % mehr als im Jahr 2007. Das Kapital
der Bank stieg um 23 Millionen KM auf 156 Millionen KM. An der Banjalukaner
Börse ist "Hypo Broker" set drei Jahren das führende Brokerhaus (18,3
% Teilnahme am regelmäßigen Börsenwesen). Ende 2008 hatte die Hypo Bank
Banja Luka 561 Beschäftigte - der größte Arbeitsgeber in der Finanzwelt
der bosnischen Entität "Republika Srpska".
Ethnische Abgrenzung schon im Kindesalter - eine Zeitbombe
Es gebe in
Bosnien & Herzegowina von manchen Seiten Bestrebungen, die Kinder
und Jugendlichen der verschiedenen ethnisch-religiösen Gruppen auseinanderzuhalten
und zu verhindern, dass sie sich mit Gleichaltrigen aus einer anderen
religiösen Tradition treffen, sagte Miroslav Lajcak, Chef der slowakischen
Diplomatie, in einem Interview, in dem er nach seinen Erfahrungen als
voriger Hoher Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in BiH gefragt
wurde. "Religiöse und politische Führer bringen ihre Jugendlichen
zu dem Gefühl, dass sie etwas Besonderes sind. Das ist schlimm, das
ist eine Zeitbombe."
Vierzehn Jahre nach dem Krieg sei BiH noch immer ein geteiltes Land
und in einem Zustand, der den Vorstellungen der internationalen Gemeinschaft
nicht entspricht. Als einen seiner größten Erfolge bezeichnet es Lajcak,
dass es ihm seinem Gefühl nach gelungen ist, die Aufmerksamkeit der
Welt wieder auf BiH zu richten.
Geteilt sei aber auch die sogenannte internationale Gemeinschaft: "Jeder
der bosnischen Protagonisten hat sich einen eigenen Anwalt in der internationalen
Szene gefunden. Das blockiert die Entwicklung des Landes. Die internationale
Gemeinschaft müsste sich sagen: Wenn wir uns einmal auf BiH eingelassen
haben, dann dürfen wir nicht gehen, bevor wir unsere Rolle zu Ende gespielt
haben."
EU
will mehr ältere Autos in BiH
Die Europäische
Kommission hat von BiH abermals verlangt, das Einfuhrverbot für Autos,
die älter als sieben Jahre sind, abzuschaffen. Dies sei eine Verpflichtung,
die sich auch aus dem Abkommen zur Stabilisierung und Assoziierung ergebe.
Visumspflicht
bleibt
Enttäuschende
Nachricht für alle Bosnier, die zur Einreise in europäische Länder ein
Visum beantragen müssen: Mit einer Abschaffung der Visumspflicht sei
vor dem Jahr 2011 schwerlich zu rechnen, sagte Armin Kr¾alic, Direktor
des Zentrums für Sicherheitsstudien in Sarajevo. Der Grund dafür liege
im eigenen Land: Die Bedingungen aus der "Mappe des Weges" würden zu
langsam erfüllt. In dieser Mappe werden 42 Bedingungen für eine Abschaffung
der Visumspflicht genant, davon betreffen fünf die Sicherheit von Dokumenten,
13 die Fragen von illegalen Migrationen und Asyl, 16 die Sicherheit
und acht die internationalen Beziehungen und Grundmenschenrechte.
Bosnische Behörden sehen fast die Hälfte dieser Bedingungen erfüllt,
internationale Vertreter hingegen sagen, es sei noch nicht einmal ein
Drittel erfüllt.
Wer
vertritt BiH im Europarat? Niemand
In den Kommissionen
und Organen des Europarates, die für einen Beitritt von BiH zur EU wichtig
sind, sitzen keine BiH-Vertreter, obwohl BiH sich vor vielen Jahren
dazu verpflichtet hat... Es gab sie wohl einmal, aber ihre Ernennung
erfolgte ohne System und Transparenz, außerdem erfüllten die BiH-Vertreter
nicht die Bedingungen des Europarates - verlangt wurden nämlich anerkannte
Experten mit guten Fremdsprachenkenntnissen (englisch oder französisch).
Jetzt will BiH neu beginnen und "ausgebildete und kompetente Leute"
zum Europarat entsenden, sagt Branimir Mandic, Stellvertretender Außenminister
in BiH.
Reise nach Bosnien mit Warnungen im Gepäck
Der Krieg
in Bosnien ist fast fünfzehn Jahre vorbei, doch viele Länder empfehlen
ihren Bürgern immer noch Vorsicht bei einer Reise nach BiH. Als Gefahren
werden Terroristen, Minenfelder, ethnische Spannungen und Übergriffe,
die hohe Kriminalitätsrate und eine schlechte Gesundheitsfürsorge genannt.
Diese Sicht ist von Land zu Land verschieden, so etwa wird in Großbritannien
und in Österreich vor Terrorismus gewarnt, in Deutschland, den USA und
Slowenien dagegen nicht. Slowenien spricht von einer erhöhten Kriminalität,
Großbritannien von einer niedrigen Kriminalitätsrate. Deutschen Bürgern
wird das Mitnehmen einer Reiseapotheke empfohlen und der Hinweis mit
auf den Weg gegeben, dass die ärztliche Behandlung in BiH nicht den
europäischen Normen entspricht. Armin Kr¾alic, Direktor des Zentrums
für Sicherheitsstudien in Sarajevo, ärgert sich über das Bild, das ausländische
Außenministerien über Bosnien verbreiten, am schlimmsten aber findet
er es, dass die BiH-Behörden nichts tun, um ein besseres Image ihres
Landes zu schaffen.
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März 2009 --------
Deutschland
will ganz BiH in der EU, nicht nur Teile davon
Deutschland
unterstütze hundertprozentig den Beitritt von Bosnien & Herzegowina
zur EU, doch dieses Engagement gelte dem ganzen Land BiH, nicht einzelnen
Entitäten, sagte der deutsche Staatsminister Gernot Erler bei einem
Besuch in Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Entität "Republika
Srpska"(RS): "Seit 14 Jahren bemühen wir uns intensiv um eine stabile
Entwicklung in BiH, dafür haben die deutschen Steuerzahler 500 Millionen
Euro gegeben... In der jetzigen schweren wirtschaftlichen Situation
hat die Rhetorik aus der RS einen destruktiven Charakter. Deutschland
wird jegliche Sezession verhindern. Wir unterstützen die Schließung
des OHR und möchten mehr Eigenverantwortlichkeit in BiH. Das ist aber
nur möglich, wenn gewisse Prinzipien erfüllt werden."
RS-Premierminister Milorad Dodik behauptete, die RS tue nichts, was
zur Sezession führen könnte, "wir wollen aber beim Definieren aller
Segmente der Politik und der Beziehungen zur EU unsere Rolle und unseren
Platz haben". Er bedankte sich für die deutsche Hilfe und sagte, in
den ersten Jahren habe die RS nur wenig internationale Hilfe erhalten.
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Januarr / Februar 2009 --------
Unrechtmäßige
BiH-Staatsbürgerschaften
Rund 4000 Bürger des ehemaligen Jugoslawien erhielten in den Kriegsjahren
1992 bis 1995 in Deutschland die BiH-Staatsbürgerschaft, ohne jedoch
eine echte Verbindung zu Bosnien zu haben. Die Kommission zur Revision
von Naturalisierungsbeschlüssen in Sarajevo hat nun diese Leute aufgefordert,
die Dokumente vorzulegen, aufgrund derer sie die BiH-Staatsangehörigkeit
bekommen haben, doch nur 15 Prozent von ihnen haben sich gemeldet. Indes
werden die Verantwortlichen nicht strafrechtlich verfolgt, da die Sache
verjährt ist.
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Oktober / November 2008 --------
Volkszählung
- aber wie?
Die EU verlangt
von Bosnien & Herzegowina, im Jahr 2011 eine Volkszählung durchzuführen,
und empfiehlt, dass dabei die nationale Zugehörigkeit der Bürger nicht
berücksichtigt wird. Das gerade stößt bei den parlamentarischen Mehrheitsparteien
auf geteilte Ansichten. Bakir Izetbegoviæ von der SDA "will einer
Volksabstimmung nicht zustimmen, bei der die ethnische Säuberung legalisiert
wird", Milorad ®ivkoviæ von der SNSD sieht keinen Sinn in einer
Volksabstimmung, bei der "die Bürger ihre nationale Zugehörigkeit
nicht ausdrücken können", und Niko Lozancic von der HDZ will erst
die neue BiH-Verfassung abwarten, die solle dann "alle politischen
Missbräuche verhindern".
Mehrwertsteuer auf Donationen bleibt
Die Europäische
Kommission verlangt, dass die Mehrwertsteuer auf Donationen abgeschafft
wird, um dadurch die Blockade für die Nutzung von rund 50 Millionen
Euro Vor-Beitrittshilfe für BiH aufzuheben. Der für die Mehrwertsteuer
("indirekte Besteuerung") zuständige Verwaltungsausschuss will diese
Forderung jedoch nicht unterstützen, sondern beruft sich auf die EU-übliche
Praxis der Rückerstattung der Mehrwertsteuer auf Donationen - dies sei
auch in BiH gesetzlich vorgesehen. Die Europäische Kommission ist mit
dieser Lösung allerdings unzufrieden und drängt auf prinzipielle Befreiung
von der Mehrwertsteuer auf Donationen.
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September 2008 --------
Aus
Strassburg eine kritische Resolution über BiH
Die
Abgeordneten in den bosnischen Parlamenten müssen demokratisch gewählte
Vertreter aller Bürger sein, nicht die Beschützer der Interessen ihrer
eigenen ethnischen Gruppe - das verlangt eine Resolution, die die parlamentarische
Versammlung des Europarates in Strassburg verabschiedet hat. In der
Resolution werden die BiH-Institutionen aufgefordert, die entitätische
Abstimmung in ihren Parlamenten zu reformieren und diskriminierende
Paragrafen in der BiH-Verfassung über die Wahl der Präsidiums- und der
Parlamentsmitglieder abzuschaffen. Vielmehr müssten auch Mitglieder
von nicht-konstitutiven Volksgruppen in BiH das Recht haben, ins Präsidium
und ins Völkerhaus der Parlamente gewählt zu werden. Untergrabende Schritte
der BiH-Entität "Republika Srpska" (RS) mit dem Ziel, staatliche Institutionen
zu schwächen, werden ausdrücklich abgelehnt. Hier bezieht sich die Resolution
auf die wiederholt geäußerte Absicht von RS-Premierminister Dodik, ein
Referendum über eine Abspaltung der RS von Bosnien durchzuführen.
Zwei Schulen
unter einem Dach, Identität und Propaganda
Das Bildungsministerium
der bosnischen Entität "Föderation" (FBiH) und die OSZE wollen eine
Arbeitsgruppe schaffen, die sich mit dem Problem der "zwei Schulen unter
einem Dach" auseinandersetzt. In der FBiH gibt es 34 solcher Schulen,
in denen kroatische und bosniakische Kinder getrennt unterrichtet werden.
(In der anderen Entität, der "Republika Srpska", findet man zwar keine
"zwei Schulen unter einem Dach" - dort wird diskriminierend und ausschließlich
nach dem Lehrplan der RS unterrichtet.) In der FBiH behauptet man, Kinder
verschiedener Volksgruppen würden ihre Identität verlieren, wenn sie
gemeinsamen Unterricht haben. Das sei nur politische Propaganda, sagt
Claude Kiefer, Direktor der OSZE-Bildungsabteilung, "denn zum Beispiel
verbringen im Distrikt Brcko die Kinder 80 Prozent der Schulzeit gemeinsam,
und trotzdem haben sie ihre Identität nicht verloren..."
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August 2008 --------
Polizei
darf Kralj-Fahd-Moschee nicht betreten
Immer wieder
wurde in letzter Zeit die "Kralj Fahd" (König Fahd)-Moschee mit ihrem
saudi-arabischen Kulturzentrum in Sarajevo als Ort genannt, an dem sich
radikale Islamisten sammeln. Nun haben das BiH-Außenministerium, das
Innenministerium des Kantons Sarajevo und das Kulturzentrum selbst die
Information bestätigt, wonach die örtliche Polizei keinen Zutritt zur
Moschee hat - weil dem "Kralj Fahd"-Komplex von den BiH-Behörden seinerzeit
der extraterritoriale Status einer diplomatisch-konsularischen Vertretung
zuerkannt wurde. Die Moschee und der angeschlossene Komplex von Sporthalle,
Bibliothek, Schulzimmern, Internet-Zentrum wurden vor zehn Jahren vom
Königreich Saudi-Arabien gebaut.
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Juni 2008 --------
Generalkonsulat
BiH in Bonn geschlossen
Mit
31. Mai 2008 ist das bosnische Generalkonsulat in Bonn aufgelöst worden.
Das Personal ist noch geblieben, um administrative Angelegenheiten zu
erledigen.
Ohne Visum in EU-Ländern - maximal 90 Tage
Wenn - irgendwann
in der Zukunft - BiH-Bürger ohne Visum in EU-Länder reisen können, dann
dürfen sie sich dort maximal 90 Tag aufhalten. Die Europäische Kommission
hat eine Liste von Bedingungen aufgestellt, die erfüllt werden müssen,
damit die Visumspflicht abgeschafft wird:
Einführung biometrischer Reisepässe, sichere persönliche/Reise-Dokumente,
Grenzschutz, Durchführung des Gesetzes über Aufenthalt und Bewegung
von Ausländern in BiH, Migrationskontrolle und Bekämpfung aller Arten
der organisierten Kriminalität. Besondere Aufmerksamkeit widmet die
Kommission dem Abkommen über gegenseitige Auslieferung von Personen,
die sich illegal in BiH bzw. in EU-Ländern aufhalten. Man will verhindern,
dass BiH-Bürger nach Abschaffung der Visumspflicht illegal in EU-Länder
emigrieren.
Abkommen zur Assoziierung und Stabilisierung ist unterzeichnet
Die Vertreter
von BiH und der EU haben dieses Abkommen, das ein erstes vertragliches
Verhältnis zwischen beiden Seiten darstellt, unterschrieben; es muss
allerdings noch vom BiH-Parlament und von den Parlamenten aller EU-Länder
ratifiziert werden. Bis dahin (vermutlich noch zwei Jahre) gilt - seit
1. Juli - das "Vorläufige Abkommen".
Eine Zollfreizone wird in zwei parallelen Schritten hergestellt: Abschaffung
des Zolls für industrielle Produkte aus BiH in die EU und umgekehrt;
sowie stufenweise Abschaffung von Zoll und Steuer, zum Schutz von rund
4000 industriellen Produkten aus BiH. Für Import und Export von landwirtschaftlichen
Produkten werden eigene Arrangements gelten.
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Mai 2008 --------
Zentren
für Ausländer, die aus BiH abgeschoben werden sollen
Für Ausländer, die aus BiH abgeschoben werden sollen, ist in Sarajevo
ein erstes "Immigrationszentrum" eröffnet worden, mit einer Kapazität
für 45 Personen. Demnächst beginnt man mit dem Bau eines zweiten solchen
"Zentrums", finanziert von der Europäischen Kommission (1 Million Euro)
und dem Staat BiH (250.000 Euro), mit einer Kapazität für 80 Personen.
Laut Direktor des Dienstes für Ausländerangelegenheiten sind diese beiden
"Zentren" ausreichend; Ausländer, die aus BiH abgeschoben werden sollen,
können dort bis zu sechs Monate (bei Bedarf noch länger) untergebracht
werden. Im Vorjahr sind rund tausend Ausländer aus BiH abgeschoben worden.
US-Botschafter bei Bischof Komarica
US-Botschafter Charles English hat mit Franjo Komarica, dem Bischof
der Diözese Banja Luka, über die Lage der Kroaten in der bosnischen
Entität "Republika Srpska" (RS) und besonders der Rückkehrer gesprochen.
"Es ging um die Bemühungen des Bischofs, mit den Behörden der RS und
mit den Vertretern der anderen religiösen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten.
Ich werde auch mit anderen Vertretern der internationalen Gemeinschaft
über eine wirksame Hilfe für kroatische Rückkehrer sprechen", so der
US-Botschafter. Bischof Komarica wies ihm gegenüber auf mehrere Beispiele
von Behinderung der Rückkehr durch einheimische und internationale Institutionen
hin, betonte aber, dass RS-Premierminister Dodik neuerdings Bereitschaft
zeige, die Rückkehr der Kroaten in die RS zu fördern.
Auch Schweiz genehmigt Visa-Erleichterungen
Im Einklang mit dem entsprechenden Abkommen zwischen BiH und der Europäischen
Kommission hat nun auch die Schweiz ein Abkommen mit BiH über Visa-Erleichterungen
und über die Abschiebung unerwünschter Personen paraphiert.
Dodik redet noch immer von Abspaltung
Er sei sicher, dass die bosnische Entität "Republika Srpska" (RS) auch
in Zukunft existieren werde - nicht aber, ob auch BiH dann noch existiert,
sagte Milorad Dodik, Premierminister der RS, in einem Interview für
"Radio Deutsche Welle". "Es ist eine Realität, dass die RS nicht strittig
ist und anerkannt wird. Wir haben Geduld, um die Frustrationen der Leute
aus Sarajevo noch eine Zeitlang zu dulden. Man kann aber ein gemeinsames
Land nicht mit Leuten aufbauen, die jeden Morgen sagen: Sie sind diejenigen,
die verschwinden sollen." Die RS schätze das Abkommen von Dayton, doch
werde diesesAbkommen von der Internationalen Gemeinschaft gewaltsam
ruiniert, und vieles sei in BiH - unter vorgeblicher Einwilligung -
aufgezwungen worden, das gar nicht funktioniert, sagte Dodik.
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April 2008 --------
Bundestag-Freundschaft
mit BiH
"Deutschland
wird den Weg von Bosnien & Herzegowina zur EU weiterhin unterstützen",
versicherten bei einem Besuch in Sarajevo Mitglieder des Deutschen Bundestags,
die eine parlamentarische Gruppe namens "Freundschaft mit BiH" gebildet
haben. Rainer Stinner, Leiter dieser Gruppe und auch der Delegation:
"Der Bundestag widmet BiH besondere Aufmerksamkeit, der Beweis dafür
ist die Gründung dieser Freundschaftsgruppe. Von 610 Bundestagsabgeordneten
kennen vierzig die Region sehr gut und haben enge Verbindungen zu BiH."
Dazu Haris Silajd¾iæ, Vorsitzender des BiH-Präsidiums: "Ihr Besuch freut
mich, denn unser Land steht vor großen Aufgaben, und wir können sie
leichter erfüllen, wenn unsere Freunde uns helfen."
OSZE-Mission weiterhin notwendig
Die OSZE-Mission
in BiH wird fortgesetzt. Ihr Chef, Douglas Davidson, nennt in seinem
Bericht an den OSZE-Rat in Wien die Förderung der Demokratieentwicklung,
der Medienfreiheit, einer unabhängigen Justiz und Zivilgesellschaft
als Ziele, "die allerdings nicht leicht zu erreichen sind... Die Teilung
der BiH-Gesellschaft spiegelt sich auch in den Medien wider, es gibt
die Tendenz, dass Medienhäuser das Interesse einer nationalen Gruppe
oder einer politischen Partei vertreten."
Bischof Komarica zur Frage der Rückkehrer
"Allgemein
verbessert sich die Situation in BiH von Jahr zu Jahr", sagt Franjo
Komarica, Bischof der Diözese Banja Luka in der bosnischen Entität "Republika
Srpska" (RS), "aber es gibt einfach nicht genug politischen Willen und
eine geeignete Strategie, um kroatischen Rückkehrern ihren Weg zurück
an den Geburtsort in BiH, insbesondere in der RS, zu ermöglichen. Die
große Mehrheit der Kroaten - wie auch unserer Nachbarn - ist apolitisch.
Sie erwarten von den offiziellen politischen und staatlichen Vertretern,
sie bei der Rückkehr und beim Aufbau eines sicheren, menschenwürdigen
Lebens hier zu führen. Das ist eine legitime Erwartung, aber leider
wird sie meistens enttäuscht. Es ist traurig, wenn man recht- und kraftlose
Menschen sieht, die von den politischen Mächtigen wie gefühllose, unbedeutende
Nummern behandelt werden."
Die Hauptprobleme bei einer Rückkehr sind materiell, sagt Komarica,
"Gott sei Dank sind die psychologischen Barrieren nicht mehr primär,
und auch die Sicherheit von potentiellen Rückkehrern ist nicht mehr
in Gefahr."
Serbische Flüchtlinge aus Kroatien
Nach jüngsten
Schätzungen leben in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS)
9008 Flüchtlinge aus Kroatien (2858 Familien). Es handelt sich um Serben,
die seinerzeit aus Kroatien geflohen sind. Die meisten von ihnen werden
nun den Flüchtlingsstatus verlieren, weil sie BiH-Staatsbürger geworden
sind. Es sei aber unstreitig, verlautet aus dem zuständigen RS-Ministerium,
dass die Mehrheit der Betroffenen ihr Vermögen, ihre Wohn- und Arbeitsrechte
in Kroatien hatten, und diese Rechte sollen geschützt werden. Kroatien
hat aber die zur Lösung der Frage der Flüchtlinge in der Region entworfene
"Mappe des Weges" bisher nicht unterschrieben, denn es stellt sich gegen
die Wohnrechte der aus Kroatien geflüchteten Serben. In dieser etwas
komplizierten Situation ist die Lage der Flüchtlinge in der RS nun,
da sie nicht mehr den Status "Flüchtling" haben werden, vergleichsweise
besser, weil sie in der RS nicht mehr "geräumt" werden können - denn
die Vollstreckung von Gerichtsbeschlüssen in der RS wird gestoppt, bis
Kroatien solche Beschlüsse samt ihren Folgen anerkennt.
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März 2008 --------
EU erhöht Hilfe für BiH
Die Europäische Kommission schlägt vor: Etwas mehr Tempo bei der Einführung der Visumfreiheit für BiH-Bürger, höhere Ausgaben für Stipendien, Hilfsprogramme, regionale Zusammenarbeit und vorbeugende Maßnahmen im Naturkatastrophenschutz. Diese Vorschläge wurden an den EU-Rat weitergeleitet und präsentiert - in Brüssel von Olli Rehn (Kommissar für EU-Erweiterung), in Sarajevo von Dimitris Kurkulas (Chef der Delegation der Europäischen Kommission in BiH). Laut Kurkulas erhält Bosnien & Herzegowina in diesem Jahr rund 62 Millionen Euro an Hilfe; im nächsten Jahr sollen es 74 Millionen sein, und im Jahr 2010 dann 106 Millionen. Die politische Botschaft dieser EU-Maßnahmen: Die Integration von BiH und aller anderen Länder des Westbalkans wird nach Kräften unterstützt.
USA bemängeln den Stand der Menschenrechte in BiH
Das US-State-Department stellt BiH im jüngsten Jahresbericht hinsichtlich des Standes der Menschenrechte kein besonders gutes Zeugnis aus, trotz unbestreitbarer Fortschritte im Laufe des letzten Jahres. Es gebe weiterhin Übergriffe der Polizei, die Gefängnisse seien überfüllt, Journalisten würden malträtiert und eingeschüchtert. Besorgt zeigt man sich in Washington über die Diskriminierung von Frauen, von ethnischen und religiösen Minderheiten und von Invaliden. Als Probleme werden auch die Behinderung der Rückkehr von Flüchtlingen, der Menschenhandel und die Beschränkungen der Beschäfigungsrechte genannt; die politischen Parteien hätten in politisch delikaten Fällen Einfluss auf die Justiz, und viele mutmaßliche Kriegsverbrecher seien ungestraft geblieben.
Schlusslicht BiH - dank seiner Politiker
Bosnien und Herzegowina entferne sich derzeit von der EU mehr als es ihr näher komme, stellt die deutsche Bertelsmann-Stiftung in einer Untersuchung der Demokratie-Qualität, der Marktwirtschaft und der politischen Verwaltung in 125 Transitländern fest. Unter den Ländern Südosteuropas nimmt BiH laut dieser Analyse den letzten Platz ein, was Demokratie und Wirtschaftsmarkt betrifft, und auch die Arbeitsleistung der politischen Führungsschicht sei hier am miserabelsten.Die gescheiterte Verfassungsreform (2006) führt die Liste der politischen Schwachpunkte des Landes an, samt den damit vertanen Chancen zur dringend nötigen Rationalisierung der Staatsstruktur. Die führenden Politiker engagierten sich nicht genug für Reformen und engere Bindungen an die EU. Umgekehrt habe die internationale Gemeinschaft nicht genug Vertrauen in die Fähigkeit der BiH-Institutionen, allein die Stabilität ihres Landes zu sichern - daher die Entscheidung, das Büro des Hohen Repräsentanten in BiH bis auf weiteres nicht zu schließen. Eine Mehrheit (60 %) der BiH-Bürger wolle die Integration in die EU, die politische Führung sollte daher sofort konkrete Schritte dazu setzen.
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Januar 2008 --------
OHR-Team gegen organisierte Kriminalität und Korruption
Das OHR - das Büro des höchsten Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in BiH - will mit einem eigenen Spezialteam wirksam zur Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Korruption beitragen. Hauptsächlich sollen Verbindungen zwischen Politikern und den kriminellen Kreisen, inklusive der Kriegsverbrecher, die sich versteckt halten, aufgedeckt werden. Das Team nimmt seine Arbeit im April auf; es wird eng mit einheimischen und internationalen Behörden zusammenarbeiten und deren Arbeit beobachten und analysieren, selbst aber nicht aktiv Ermittlungen führen.
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