GESELLSCHAFT
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Juni 2008 --------
Zwei Prozent der Kroaten sind in die RS zurückgekehrt
Zwei Prozent der Kroaten sind seit dem Krieg in die bosnische Entität
"Republika Srpska" (RS) zurückgekehrt, und das ist dem katholischen
Bischof der Diözese Banja Luka, Franjo Komarica, zu wenig: "Die einheimischen
Behörden müssen sich endlich mit den für Rückkehrer relevanten Fragen
beschäftigen, damit Flüchtlinge wieder dort würdig leben können, wo
sie geboren sind. Die Kroaten hatten keine adäquate politische, rechtliche
und materielle Hilfe bei der Rückkehr. Ich sage offen, eine solche
Hilfe haben ihnen weder die internationalen Vertreter noch die einheimischen
Behörden geleistet."
Caritas-Kampagne gegen Menschenhandel
Die Caritas
in Sarajevo hat eine Kampagne gestartet, die auf Menschenhandel hinweisen
und über die Methoden der Menschen aufklären will: "Arbeit im Ausland
- gute Gelegenheit oder Betrug". Einheimische Minderjährige machten
im Vorjahr 44 % der Opfer von Menschenhandel in BiH aus. Bosnien &
Herzegowina ist außerdem Transitland für Mädchen und Frauen, die zur
Prostitution in westeuropäische Länder verkauft und verschoben werden.
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April 2008 --------
Spitalsausstattung - teilweise museumsreif
Trotz umfangreicher Erneuerung der medizintechnischen Ausstattung
in den letzten Jahren fehlen in bosnischen Krankenhäusern und Klinikzentren
noch immer wichtige Geräte, und manches Material, das verwendet wird,
ist schon mehr als dreißig Jahre alt, zum Beispiel die Ausrüstung
im Allgemeinen Krankenhaus "Dr. Abdulah Naka¹" in Sarajevo. Auf hohem
Niveau dagegen sind die Ausstattungen des Klinikzentrums in Tuzla
und der Universitätsklinik in Sarajevo (KCUS) - dort ist man mit dem
derzeitigen Stand aber noch nicht zufrieden: "An die Regierung unserer
Entität ,Föderation’ haben wir einen Antrag auf 2,5 Millionen Mark
gestellt, wir warten auch auf einen Kredit aus Saudi-Arabien in der
Höhe von 14,5 Millionen Dollar. Damit wollen wir unsere kardiologische
Chirurgie und das Institut für Radiologie modern ausstatten", sagt
der Direktor des KCUS.
Im Klinik-Zentrum Ost-Sarajevo wiederum ist die technische Ausstattung
"ziemlich alt", und manches nötige medizinische Gerät gibt es dort
überhaupt nicht.
Im Klinikzentrum Banja Luka (Hauptstadt der anderen Entität "Republika
Srpska" - RS) konnte mit Hilfe eines koreanischen Kredits über 8 Millionen
Dollar einiges modernes Gerät für die Krankenhäuser und Klinikzentren
der RS angeschafft werden. Ein zweiter Kredit aus Korea ist in Aussicht.
Die Preise in den Privatkliniken der RS
Die Privatkliniken der RS ("Republika Srpska", das ist eine der beiden
bosnischen Entitäten) bestimmen die Preise für ihre Leistungen selbst,
und niemand kontrolliert diese Preise. "Die Preisliste muss nur an
einem gut sichtbaren Ort aufgehängt werden, und den Patienten muss
eine Rechnung ausgestellt werden - das allerdings kontrollieren wir",
sagt der zuständige Hauptinspektor.
Die Preise in den Privatkliniken sind meist höher als in den staatlichen
Krankenhäusern, allerdings sind sie gleich hoch, wenn die Patienten
nicht krankenversichert sind. Zum Beispiel kostet eine Magnetresonanzuntersuchung
in der Privatklinik zwischen 299 du 360 Mark - das gleiche wie für
nicht-krankenversicherte Personen in einem staatlichen Spital. Personen
mit Krankenversicherung müssen in einem staatlichen Spital zwischen
90 und 108 Mark selbst beitragen. Eine Infusion kostet in der Privatklinik
20 Mark, im staatlichen Spital, wenn man krankenversichert ist, 2,50
Mark.
"Unsere sind an den Markt angepasst", sagt eine Vertreterin der Privatkliniken
in der RS, "aber sie sind niedriger als in den Ländern ringsum. Mit
Rücksicht auf die geringe Kaufkraft." Die Privatkliniken sind an einem
Vertrag mit dem Krankenversicherungsfonds interessiert, "dann wären
unsere Preise gleich wie die in den staatlichen Kliniken". Doch von
staatlicher Seite kam darauf bisher keine positive Antwort.
Das Elend der Roma
Etwa 76.000
Roma leben auf dem Gebiet von Bosnien & Herzegowina. Von diesen
haben weniger als 1 Prozent eine reguläre Arbeit, und 80 Prozent sind
ohne Wohnung. Ihre Hauptprobleme sind: Beschäftigung, Wohnen, Krankenversicherung
und Schulbildung. In die Grundschule gehen nur 30 Prozent der Roma-Kinder.
Im vorigen Jahr sind 100 Häuser für Roma gebaut worden, der Großteil
der Roma-Familien aber lebt in inoffiziellen Siedlungen, sagt Sanela
Ba¹iæ, Koordinatorin des Roma-Rates in BiH.
In der bosnischen Entität "Republika Srpska" gehen laut Angaben des
Bildungsministeriums etwa 500 Roma-Kinder in Grund- und Mittelschulen,
drei Roma studieren.
Die Hälfte der Bevölkerung ist in einer prekären Lage
Der neueste
Bericht von UNICEF über die allgemeine humane Entwicklung in BiH gleicht
früheren Berichten dieser Art: Die Hälfte der Bevölkerung ist definitiv
arm, 20 Prozent leben unter dieser Grenze, ein Teil lebt knapp darüber.
Das Hauptproblem von rund 50 % der Bevölkerung heißt "soziale Ausschließung".
Damit sind schon Kinder konfrontiert. Es bedeutet auch, dass man keinen
Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen hat, sagt Juno Kunugi, die
Chefin der UNICEF-Mission in BiH.
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März 2008 --------
Bischof tritt für Rückkehrer ein
Franjo Komarica, Bischof der Diözese Banja Luka (in der bosnischen Entität "Republika Srpska"), macht sich zum Fürsprecher von 62 kroatischen Familien, die in das Dorf Liskovica bei Mrkonjiæ Grad heimkehren möchten: "Leider wurden ihnen die Grundbedingungen für eine Rückkehr nicht sichergestellt. Zurückgekommen sind bisher fünf Familien, aber sie haben es schwer - ohne Strom, ohne Wasser. Ich werde den kroatischen Generalkonsul, den Gemeindevorsteher und die Regierung der Republika Srpska ersuchen, endlich mit der Erfüllung ihrer Versprechen zu beginnen."
Dodik wirbt für Rückkehr von Kroaten
um katholischen Osterfest hat Milorad Dodik, Premierminister der "Republika Srpska" (RS), die Kroaten zur Rückkehr aufgerufen - sie seien willkommen, die Behörden würden ihre Rückkehr nicht behindern, sondern alles dafür tun, dass sie - die Rückkehrer - ungestört in der RS leben können. "Man versucht immer, die RS als einen schlimmen Ort hinzustellen, aber es ist klar sichtbar, dass jene, die hier geblieben oder zurückgekehrt sind, keine Sicherheitsprobleme haben", so Dodik.
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Januar 2008 --------
BiH-Bürger wollen mehrheitlich zur EU
Achtzig Prozent der BiH-Bürger sind laut einer Umfrage, die vom "Alumni-Zentrum für interdisziplinäre Postdiplomstudien" (ACIPS) angeregt wurde, für eine Integration ihres Landes in die EU. Gut die Hälfte der 1550 befragten Personen meint, dass von der EU eine bessere Zukunft für die Jugend zu erwarten ist. Immerhin 53 % BiH-Bürger wissen, was das Abkommen über Assoziierung und Stabilisierung (SAA) bedeutet, und 26 % erhoffen sich von diesem Abkommen mit der EU, dass man dadurch leichter zu einem Visum kommt. Interessanter Unterschied zwischen den beiden bosnischen Entitäten: In der "Föderation" ist in den Augen der Bürger (74 %) die EU wichtiger als die Polizeireform, wohingegen in der EU-skeptischen "Republika Srpska" die Polizei an erster Stelle kommt.
Für Rückkehr ist noch 1 Milliarde Mark nötig
Die mit Macht ausgestatteten Institutionen in BiH müssen noch rund 1 Milliarde Mark (KM) sicherstellen, wenn der Prozess der Rückkehrer zu einem Ende gebracht werden soll. So steht es jedenfalls in einer Information des BiH-Ministeriums für Menschenrechte und Flüchtlinge, und der BiH-Ministerrat hat dieser Information zugestimmt. Für die Erneuerung zerstörter Häuser sind noch 600 Millionen KM nötig, und Maßnahmen zur nachhaltigen Rückkehr werden mit rund 470 Millionen KM veranschlagt.
Indessen arbeitet das genannte Ministerium an einer Revision der Strategie von Annex 7 des Dayton-Vertrags. Zehn Arbeitsgruppen, gebildet aus Vertretern der zuständigen Ministerien und von NGOs, stehen vor der Aufgabe, Probleme im Zusammenhang mit der Rückkehr von Flüchtlingen und Umgesiedelten zu identifizieren und Lösungen dafür vorzuschlagen. Das daraus resultierende Papier soll dann von den Regierungen der bosnischen Entitäten und im BiH-Parlament diskutiert werden. "Es ist ein Irrtum, dass die Rückkehr in BiH gut läuft", sagt eine Vertreterin der Flüchtlingsvereinigungen, "bis jetzt ist nur ein Drittel der Flüchtlinge in seine Häuser zurückgekehrt."
Traumjob: Reinemachefrau im Regierungsgebäude
Dreißig Jobs für Reinemachefrauen wurden ausgeschrieben, eintausendzweihundert Bewerberinnen haben sich gemeldet... Der Arbeitsplatz, das ist das Regierungsgebäude der bosnischen Entität "Republika Srpska" in Banja Luka. Für den Job der Reinemachefrau wird nur Grundschuldbildung verlangt, doch hat die Mehrheit der Bewerberinnen einen Mittelschulabschluss, eine Kandidatin hat sogar ein Maschinenbaustudium absolviert.
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Dezember 2007 --------
Ungerechte
Mehrheiten in den Gemeindestuben
Ein Vergleich
der heutigen Vertretung der konstitutiven Völker in den Gemeindeorganen
von Bosnien & Herzegowina mit den Daten der Volkszählung von 1991
zeigt: Alles ist anders, und das nicht von ungefähr. Offenbar werden
Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen über die Beschäftigung der drei
großen Gruppen - Bosniaken, Kroaten und Serben - von den jeweiligen
lokalen Behörden missachtet. Eine Studie des "Zentrums für die Promotion
der Zivilbevölkerung" in 37 bosnischen Gemeinden liefert hierfür die
Belege.
Zum Beispiel Mostar: Vor dem Krieg lebten hier 35 % Bosniaken, 34
% Kroaten, 19 % Serben. Heute arbeiten in Mostar 55 % Kroaten, 22
% Bosniaken und 2 % Serben...
Oder Banja Luka: Vor dem Krieg 54 % Serben, 15 % Bosniaken, 15 % Kroaten.
Heute beschäftigen die Machtorgane dieser Hauptstadt der sogenannten
"Republika Srpska" 85 % Serben sowie 15 % der anderen Gruppen.
In der Gemeinde Kljuæ wiederum lebten vor dem Krieg 49 % Bosniaken,
47 % Serben, 1 % Kroaten. Heute sind in der Gemeinde ausschließlich
Bosniaken beschäftigt... Und es gibt noch mehr solche Beispiele. In
den Gemeindebehörden der gesamtbosnischen Hauptstadt Sarajevo etwa
gibt es fast nur Bosniaken.
Das Leben wird teurer
Deutlich
teurer - und zwar um 30 % - sind in den letzten Monaten die Lebensmittel,
besonders Öl, Milch, Zucker, Obst und Gemüse geworden. Manche Grundlebensmittel
sind in BiH sogar teurer als in Deutschland! Der Verbraucherkorb mit
den wichtigsten Lebensmitteln für eine vierköpfige Familie wurde im
September 2007 in der bosnischen Entität "Föderation" mit 530 Mark
(KM) berechnet. Der durchschnittliche Nettolohn betrug 596 Mark...
In Sachen AIDS ist Bosnien besser dran
Seit AIDS
im Jahr 1986 ausgebrochen ist, sind in BiH 138 Personen mit diesem
Immunschwächevirus infiziert worden. "In dieser Hinsicht ist die Situation
in Bosnien besser als in der Region ringsum und in der Welt", sagt
der Gesundheitsminister der bosnischen "Föderation". Das Klinikzentrum
in Sarajevo ist für Diagnose und Therapie denkbar modern ausgestattet.
Beratung und Test sind kostenlos und können in allen Krankenhäusern
durchgeführt werden.
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Oktober und November 2007 --------
Roma-Vereinigungen
sagen, die Behörden tun nichts
In Zenica
zeigten sich Roma-Vereinigungen von BiH unzufrieden damit, wie der
schon 2004 vom BiH-Ministerrat verabschiedete Aktionsplan zur Schulbildung
von Roma und anderen Minderheiten in der Praxis durchgeführt wird.
"Die Behörden tun einfach nicht genug dafür", sagt Fehim Osmanoviæ,
der Vorsitzende des BiH-Romarates. Der Aktionsplan sieht kostenlose
Schulbücher, kostenlosen Schulbus und eine warme Mahlzeit vor. Doch
Romarat und das Zentrum für Förderung, Information und gemeinsame
Wirkung bosnischer Roma-Vereinigungen behaupten, dieser Plan werde
ungenügend oder überhaupt nicht umgesetzt. "Wenn nicht bald etwas
geschieht, werden wir friedliche Proteste organisieren", sagte Osmanoviæ.
Viel weniger echte Rückkehrer als auf dem Papier
Die Zahl
der Rückkehrer nach BiH sei in Wirklichkeit um zwei Drittel niedriger,
als ein Bericht des Ministeriums der Entität "Föderation" angibt,
sagt Mirhunisa Zukiæ, die Vorsitzende des Verbands der Vereinigungen
für Flüchtlinge und umgesiedelte Personen in BiH. "Es handelt sich
da um einen großen Irrtum. Im Bericht des Ministeriums sind 750 Familien
in Mostar als Rückkehrer angeführt, aber deren Vorkriegswohnungen
existieren gar nicht mehr, sie sind zerstört worden." Laut Ministerium
sind seit Unterzeichnung des Dayton-Abkommens 1.020.289 Flüchtlinge
oder umgesiedelte Personen zurückgekehrt (davon etwa zwei Drittel
in die "Föderation", ein Drittel in die andere Entität "Republika
Srpska" sowie eine kleine Zahl in den Distrikt Brèko). "Die Zahl der
Rückkehrer, die das Ministerium präsentiert, ist im Grunde nur die
Gesamtzahl derer, die ihr Privatvermögen übernommen haben. Nach den
Informationen unseres Verbandes sind nur etwa 330.000 Personen tatsächlich
zurückgekehrt - das ist ein Drittel der vom Ministerium vorgelegten
Zahl."
Auch der Verband für Flüchtlinge und umgesiedelte Personen in Banja
Luka (Hauptstadt der Entität "Republika Srpska") nennt die Angaben
des Ministeriums "ungenau", zumindest für das Gebiet der "Föderation",
und politisch motiviert. Zugrunde lägen ihnen vermutlich bloß Dokumente
und Ansuchen um Unterstützungen.
Jedes zweite Kind ohne Krankenversicherung
"Jedes
zweite Kind in BiH ist ohne Krankenversicherung, etwa 6 Prozent der
Kinder sind nicht in der Grundschule, 60 Prozent der Kinder sind ohne
Gesundheitsfürsorge, 18 Prozent der Kinder verrichten schwere physische
Arbeit, jedes vierte Kind ist Opfer von Gewalt, und die meisten Opfer
von Minen sind Kinder", sagte Menschenrechte- und Flüchtlingsminister
Haliloviæ auf der Konferenz "Kinder und NGOs sprechen über Kindermenschenrechte
in BiH".
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September 2007 --------
Moderne
Ausbildung für angehende Journalisten
Die neue Fakultät für Journalistik und Kommunikation in Banja Luka,
der Hauptstadt der bosnischen Entität "Republika Srpska",
wird im Rahmen der Universität für Geschäftsstudien arbeiten. Das
eben eröffnete 1300 m2 große Objekt ist modern ausgerüstet, u.a. mit
einer Fachbibliothek. Die Schulgebühr für ein dreijähriges Studium
beträgt rund 2500 Mark (KM); der Lehrplan enthält auch Studienexkursionen
zu wichtigen Medienhäusern der Region.
Bischof Komarica sieht Katholiken in der RS "dramatisch
verschwinden"
Franjo Komarica, Bischof der Diözese Banja Luka, hat eine Delegation
des US-State Department über das "dramatische Verschwinden der
Katholiken aus der Entität RS" informiert. Er sprach dabei von
"ethnischer Säuberung". Komarica nannte mehrere Beispiele
für die Verhinderung der Rückkehr von Kroaten/Katholiken durch einheimische
Politiker wie auch internationale Vertreter aus Europa und den USA.
Er zählte die konkreten Sozial-, Bildungs-, Erziehungs- und Wirtschaftsprojekte
auf, die sein Bistum unter großen Schwierigkeiten zum Nutzen der gesamten
Bevölkerung verwirkliche. Die unumgängliche Vorausetzung für diese
nötige Arbeit sei jedoch die nachhaltige Rückkehr der vertriebenen
Katholiken in ihre Geburtsorte und Pfarreien. Die US-Delegation teilte
dem Bischof mit, dass sie seine Arbeit sehr schätze.
Roma, die größte Minderheit
In Bosnien & Herzegowina sind 17 Gruppen als nationale Minderheiten
anerkannt, insgesamt etwa 100.000 Personen; ein Gesetz aus dem Jahr
2003 versichert sie aller bürgerlichen Rechte und Menschenrechte.
Das größte Problem ist für diese Minderheiten aber die Dreiteilung
der Macht im Lande (Bosniaken, Serben, Kroaten), wodurch sie faktisch
aus den politischen Gremien ausgeschlossen sind. Ein neues Gesetz
sieht vor, dass nationale Minderheiten in jeder Gemeinde am Organisieren
der Gemeinschaft teilnehmen; das gab es bisher nicht.
Die größte unter den Minderheiten sind die Roma - Schätzungen zufolge
80.000 bis 90.000 Personen. Sie verlangen elementare Lebensbedingungen,
Schulbildung und Arbeit für ihre Jugendlichen - wohingegen andere
nationale Minderheiten sich meistens um die Bewahrung ihrer Kultur
Sorgen machen, sagt Jasmila Pa¹iæ von der NGO "Zentrum der Zivilinitiativen".
Der Roma-Rat von BiH hat die Details zur schweren Lage der Roma parat:
Arbeit gibt es für 1 Prozent; 70 Pozent haben, euphemistisch ausgedrückt,
"ihre Wohnfrage nicht gelöst", nur 28 Prozent der Kinder
sind ins System der Schulbildung eingeschlossen, 70 Prozent der Roma
in BiH leben ohne jegliche Gesundheitsfürsorge.
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August 2007 --------
Rückkehrer
- und bloß wieder weg aus Bosnien
Die Lage ist für Mirhunisa Zukiæ, Vorsteherin des Verbandes vertriebener
und umgesiedelter Menschen in BiH, schlicht alarmierend: "In diesem
Jahr hat es überhaupt keine Rückkehrer gegeben. Denn jene, die zurückgekehrt
sind, sind auch gleich wieder ausgewandert. Für Rückkehrer gibt es
nur selten einen Arbeitsplatz..."
Mario Nenadiæ, Stellvertretender Minister für Menschenrechte und Flüchtlinge,
zeigt weitere Gründe auf: "Die Tatsache, dass mehr als siebentausend
Menschen zwölf Jahre nach dem Krieg in BiH noch immer in Kollektivzentren
leben, dass 40.000 Familien Hilfe beim Wiederaufbau brauchen und 3700
Häuser von Rückkehrern keinen Strom haben, zeigt, wie schwer es Leute
haben, die gerne wieder in ihre Heimat zurückkommen würden."
Ohne Visum können Bosnier zum Beispiel nach Samoa reisen
BiH-Bürger, die nur einen bosnischen (also nicht auch einen kroatischen)
Pass haben, können in gezählte 22 Länder der Welt reisen, ohne dass
sie ein Visum beantragen müssen. Für die übrigen 170 Länder, die der
UNO angehören, brauchen sie ein Visum... Diese Regelung beruht in
den meisten Fällen auf Gegenseitigkeit, aber es gibt auch viele Länder,
die von BiH-Bürgern ein Visum verlangen, während ihre eigenen Bürger
ohne Visum in Bosnien einreisen dürfen - Länder, die für BiH hinsichtlich
der illegalen Migration nicht riskant sind oder an deren Präsenz (Wirtschaft,
Tourismus) Bosnien ein Interesse, wie etwa die EU-Länder, die USA
usw.
Ohne Visum können BiH-Bürger u.a. nach Montenegro, Kroatien, Mazedonien,
Serbien, Russland, Kuba, Nordkorea, in die Türkei sowie auf etliche
Inseln in der Karibik und in der Südsee, etwa Samoa, reisen...
Achttausend NGOs in Bosnien
In der Zeit nach dem Krieg hat die Zahl der NGOs in Bosnien enorm
zugenommen. Heute sind ungefähr 8000 solcher Organisationen im Lande
tätig, ganz genau weiß man es nicht, weil die Definition im Gesetz
sehr vage ist - der Fußballverband BiH und der Fischereiverband zum
Beispiel werden auch zu den NGOs gezählt. Und nicht jede NGO wurde
um eines allgemeinen Wohls willen gegründet, sondern um des Wohls
der Gründer willen, doch das soll das Verdienst jener "NGOs, die den
Bürgern helfen und dabei erfolgreich sind, nicht schmälern", sagt
der Soziologe Ivan ©ijakoviæ. Im Zentrum für Zivilinitiativen sieht
man ein Problem bei den NGOs nicht in deren Zahl, sondern in Manipulationsmöglichkeiten,
besonders in Wahljahren: "Sehr wenige NGOs sind auf irgendeine Weise
in Entscheidungsprozesse eingeschlossen. Deshalb haben wir voriges
Jahr die Bewegung ,Grozd’ (Traube) gegründet, eine Koalition von rund
300 NGOs. Durch aktive Teilnahme am politischen Leben versuchen wir,
zum besseren Leben der Bürger beizutragen."
Mehrheit glaubt an friedliches Zusammenleben
Rückkehr von Flüchtlingen und Beziehungen zwischen den ethnischen
Gruppen in BiH waren Thema einer Untersuchung des Instituts "Strategisches
Marketing". Befragt wurden in repräsentativer Auswahl 1299 volljährige
Personen - 992 in der Entität "Republika Srpska"(RS), 707
in der anderen Entität "Föderation" (FBiH). Dabei kam heraus,
dass eine Mehrheit (68 % in der RS, 77 % in der FBiH) an die Möglichkeit
eines friedlichen Zusammenlebens von Serben, Kroaten und Bosniaken
glaubt. Hinsichtlich der Rückkehr von Flüchtlingen ist der Prozentsatz
noch höher: 86 bzw. 90 % der Befragten geben an, die Rückkehr von
Flüchtlingen an die Orte, wo sie vor dem Krieg lebten, zu unterstützen.
Tuzla
tut mehr für die Roma
Laut Büro für Menschenrechte ist es dem Kanton Tuzla am besten gelungen,
einen Aktionsplan zur Ausbildung von Roma umzusetzen. Tuzla hat auch
viel mehr Geld in die Schulbildung von Roma-Kindern gesteckt als finanziell
besser gestellte Kantone. Im Rahmen eines Projektes wurden 500 Roma-Kinder
in die ordentliche Schulbildung eingeschlossen, die Lehrbücher bekamen
sie kostenlos. Zur weiteren Förderung der Ausbildung für Roma ist
im Kultusministerium des Kantons Tuzla ein Angehöriger der Roma-Nationalität
eingestellt worden; seine Aufgabe ist es, den Roma-Eltern begreiflich
zu machen, wie wichtig es ist, dass sie ihre Kinder in der Grundschule
einschreiben.
Glamoè droht Öko-Katastrophe durch unkontrollierte Abholzung
Der Gemeindevorsteher von Glamoè, R. Gvero, schlägt Alarm: "Infolge
der langjährigen unkontrollierten Abholzung unserer Wälder sind wir
von einer ökologischen Katastrophe bedroht. Die ganze Region wird
an den Auswirkungen leiden. Es wird doppelt so viel abgeholzt wie
erlaubt, und die Bevölkerung hat daran nicht einmal einen Nutzen.
Es sind durch die Abholzung auch schon zahlreiche Trinkwasserquellen
ausgetrocknet."
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Juli 2007 --------
Korrumpierte
Justiz
Der Verband für Kriminalitäts- und Korruptionsbekämpfung behauptet,
dass es in der bosnischen Entität "Republika Srpska" (RS) keine unabhängige
Justiz gibt und die Mehrzahl der Richter korrumpiert ist und unter
dem Einfluss von Politik und Mafia steht. Einhellig kommen Vertreter
dieses Verbandes zu dem Schluss, dass solche Richter von den höheren
Gerichts- und Staatsanwaltschaftsinstanzen geschützt werden. "Jene,
die Kriminalität aufdecken, und diejenigen, die die Arbeit der Justiz
kritisieren, bekommen mehr Probleme als die Kriminellen selbst", sagen
Vertreter des Verbandes, der von den einheimischen NGOs "Narodni front"
(Volksfront) und "Centar za humanu politiku" (Zentrum für humane Politik)
sowie der Vereinigung "Zajedno do istine" (Gemeinsam zur Wahrheit)
gegründet wurde.
Ab 2008 leichter zum Visum
Vermutlich ab 1. Januar 2008 werden viele BiH-Bürger leichter zu einem
Visum für EU-Länder kommen als bisher. Das Abkommen über die Erleichterungen
ist im vergangenen April paraphiert worden, im September soll es von
BiH und 27 EU-Ländern unterzeichnet werden, und die Ratifizierung
durch BiH- Parlament und Europäisches Parlament sollte bis Jahresende
zustandekommen.
Das Abkommen begünstigt bei der Visumsbeschaffung folgende Personengruppen:
Studenten, Professoren, Wissenschafter, Geistliche, Geschäftsleute,
Journalisten sowie Personen, die nahe Familienmitglieder in EU-Ländern
besuchen oder zur ärztlichen Behandlung dorthin reisen wollen.
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Juni 2007 --------
Zivilisation
der Liebe nicht ohne Job und Ausbildung
Etwa fünftausend
junge Katholiken aus allen bosnischen Bistümern sowie aus Kroatien,
Slowenien, Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen
in diesem Jahr zum traditionellen Treffen der kroatischen Jugend,
das erstmals in Bosnien stattfand, nämlich in Komu¹ina bei Tesliæ.
Gemeinsame Botschaft der jungen Leute: "Wir drücken unsere Bereitschaft
aus, unsere von Gott geschenkten Talente in Zusammenarbeit mit den
anderen für den Bau einer neuen Zivilisation der Liebe einzusetzen.
Wir drücken unseren Wunsch und unsere Forderung an alle Verantwortungsträger
in BiH aus, uns Beschäftigung und gleiche Bildungsmöglichkeiten wie
in den europäischen zu ermöglichen, damit wir zur Verbesserung der
Gesellschaft und des Volkes beitragen können."
Lagerinsassen klagen auf Entschädigung
Der BiH-Verband
der Lagerinsassen hat vor dem Amtsgericht Banja Luka 2148 Entschädigungsanträge
von Personen eingebracht, die während des Kriegs in Bosnien in Gefängnissen
im Raum Prijedor und Manjaèa bei Banja Luka inhaftiert waren. "Es
handelt sich um erste Klagen von Personen, die durch Lager entlang
der Republika Srpska durchgegangen sind", sagt Murat Tahiroviæ, der
Vorsitzende des Verbandes. "Für Banja Luka selbst erwarten wir bis
Sommeranfang weitere 10.000 solcher Anträge." Rechtsanwalt Sladiæ,
Bevollmächtigter der Lagerinsassen, nennt die Ansprüche: "300 Euro
für jeden Tag im Lager, bis zu 120.000 Mark, wenn ein Mitglied der
engsten Familie umgebracht wurde, und 40.000 Mark, wenn der Tote ein
einfacher Verwandter war."
Verbrechen gegen die Jugend
"Ausbildung
als Geisel in der Hand des Nationalismus ist ein Verbrechen gegen
die Jugendlichen in BiH." Scharf kritisierte Christian Schwarz-Schilling,
höchster internationaler Repräsentant in Bosnien, in einem Vortrag
an der Universität Tuzla die bisherige Praxis im Bildungssystem. Universitäten
und Studenten sollten Einfluss auf die Politiker nehmen, forderte
er: "In BiH trachten Politiker nach Schließung einiger Universitäten,
während sie andere zu Universitäten für nur ein Volk zu machen versuchen.
Das ist keine Zukunft für ein Land, das in die EU möchte. Es wäre
sehr nützlich für BiH, Serbien, Montenegro und Kroatien, wenn sie
sich gemeinsam mit dem Bildungssystem beschäftigten."
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Mai 2007 --------
Infos
zur EU
In
Zenica ist ein Info-Zentrum eröffnet worden, wo man neueste Informationen
über die Europäische Union erhalten kann. In BiH gibt es nunmehr zwölf
solche Büros.
65
Prozent der jungen Bosnier wollen weg aus ihrem Land
Noch immer ist BiH mit großen wirtschaftlichen Problemen, mit materieller
Armut und sozialer Isolation - eng verbunden mit Langzeitarbeitslosigkeit
- konfrontiert. Laut einer Umfrage beziehen 55,8 Prozent der Bevölkerung
ein monatliches Einkommen unter 500 Mark (Jahreseinkommen unter 6000
Mark). Der Anteil der Jugendlichen, die wegen der allgemeinen wirtschaftlichen
Situation das Land verlassen möchten, beträgt 65,7 Prozent! In der
Entität "Republika Srpska" ist die Armutsquote mit 20,8
% übrigens höher als in der "Föderation" (15,4 %). Auf BiH-Ebene
sinkt die Armutsquote gegenüber dem Jahr 2000 nur unbedeutend, dafür
wird der Unterschied zwischen Armen und Reichen immer größer.
Mehr
Opfer von Menschenhandel
Menschenhandel in BiH: Im Jahr 2006 wurden 71 Opfer gezählt (davon
31 einheimische Personen) - um fünf mehr als im Jahr davor, sagt Samir
Rizvo, staatlicher Koordinator für die Bekämpfung von Menschenhandel,
bei der Präsentation eines Dokuments, das von der NGO "Bosnisch-Herzegowinisches
weibliches ökonomisches Netz" mit Hilfe der humanitären Organisation
CRS ausgearbeitet wurde. Diese Studie soll Regierungsorganisationen
und NGOs mit Fakten auf dieses Problem im Land hinweisen. "Eine
Lösung sehen wir in der Bestrafung von Menschenhändlern, in der Entschädigung
der Opfer und in einer wirksamen Prävention", sagt Lejla Spaho,
Koordinatorin des "Netzes".
Ministerrat
und NGOs wollen zusammenarbeiten
Zwischen dem BiH-Ministerrat und der Koalition der im Lande wirkenden
NGOs ist ein Abkommen über Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Nützen
soll es allen: In erster Linie den BiH-Bürgern, sagt Fadil ©ero, Chef
des Zentrums für Förderung der Zivilgesellschaft, "denn die NGOs
werden viel mehr als bisher in alle Aktivitäten des Ministerrats -
etwa Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen - eingebunden
sein. Denn dem Klima im Land: Ministerratsvorsitzender Nikola Spiriæ
nennt das Abkommen eine "gute Grundlage, um den Versöhnungsprozess
und den Dialog anzuregen". Für Christian Schwarz-Schilling, den
internationalen "Verwalter" von Bosnien, ist das Abkommen
ein "wichtiger Schritt in einem Moment, da die internationale
Gemeinschaft den einheimischen Machtträgern immer mehr Verantwortlichkeiten
überträgt". Die EU unterstütze in diesem Jahr zwei Projekte zum
Ausbau der Zivilgesellschaft und zur Stärkung der lokalen Demokratie
mit 1,5 Millionen Euro.
Hilfe
für das Recht im Staat
"Rechtsstaatlichkeit ist eine der Schlüsselprioritäten der EU
im Prozess der europäischen Integration", sagte Dimitris Kurkulas,
Chef der Delegation der EU-Kommission in BiH, in Sarajevo anlässlich
der Übergabe einer EU-Donation von 2,3 Millionen Euro an Gericht &
Staatsanwaltschaft BiH, Abteilung für Kriegsverbrechen und organisierte
Kriminalität. "Vor zehn Jahren, als das Tribunal in Den Haag
geschaffen wurde, haben wir gesagt: Ohne Gerechtigkeit wird es keinen
Frieden geben", so Kurkulas. "Die Europäische Kommission
hat die Bedeutung des Gerichtswesens erkannt und mit Hilfe von Deutschland,
Großbritannien, Holland und der USA Unterstützung geleistet. Bisher
hat die EU für die Gerichtsreform in Bosnien 36 Millionen Euro zur
Verfügung gestellt."
Das
bosnische Volk soll gezählt werden
Die erste Volkszählung in BiH nach dem Krieg kann frühestens im Jahr
2011 stattfinden. Laut dem Ministerratsvorsitzenden Nikola Spiriæ
brauchen die Vorbereitungen drei bis fünf Jahre; das Büro für Statistik
sei jedenfalls beauftragt worden, einen Plan für die Vorbereitung
auszuarbeiten. Ziel sei es, die Volkszählung in BiH zur gleichen Zeit
wie die nächste Volkszählung in den EU-Ländern durchzuführen.
Deutschland
lässt Bosnien alte Schulden nach
In Sarajevo wurde ein Abkommen zwischen Deutschland und BiH über Finanzhilfe
unterzeichnet. Demnach wird Deutschland 11,5 Millionen Euro für den
Neubau des Wasserkraftwerks Rama und für die Sanierung von zwei Mülldeponien
in Mostar zur Verfügung stellen. Außerdem erlässt Deutschland der
bosnischen Regierung Vorkriegsschulden in der Höhe von 20 Millionen
Euro. Dieser Schritt war durch ein früheres Abkommen in Aussicht gestellt
worden, unter der Bedingung, dass BiH in Projekte investiert, die
von deutscher Seite unterstützt werden.
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April 2007 --------
Die
neue "Psychiatrie" ist eröffnet
Der neu
gebaute Teil der Klinik für psychische Krankheiten im Klinikzentrum
Banja Luka ist vom Chef des örtlichen Büros der deutschen Botschaft,
Klaus Wendelberger, und dem Direktor des Klinikzentrums, Milan Skrobiæ,
eröffnet worden. Das deutsche Auswärtige Amt hatte für die Sanierung
der deprimierenden "Psychiatrie" 152.000 Euro zur Verfügung
gestellt; das Klinikzentrum hatte dazu noch 30.400 Euro an Donationen
auftreiben können. In den Neubauten wird u.a. die Abteilung für Kinderpsychiatrie
untergebracht.
"Die Arbeiten haben vorigen Oktober begonnen und wurden sehr
schnell und gut ausgeführt", sagt Marija Burgiæ-Radmanoviæ, die
Vorsteherin der "Psychiatrie", "wir haben jetzt eine
Fläche von rund 850 Quadratmetern zur Verfügung." Klinik-Direktor
Skrobiæ bedankte sich bei den Donatoren und verhieß für die nächste
Zeit die Ausstattung der Laboratorien. Klaus Wendelberger sagte die
weitere deutsche Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium der
Republika Srpska zu. Die Dokumentation für den endgültigen Ausbau
des Psychiatrieklinikobjekts auf Paprikovac ist laut RS-Gesundheitsminister
Ranko ©krbiæ schon vorbereitet.
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März 2007 --------
Eine
Hälfte ist rechtlos
"Mehr
als die Hälfte der BiH-Bürger ist auf dem sozialen, ökonomischen und
politischen Feld der Gesellschaft rechtlos", sagte ®arko Papiæ, Direktor
des Unabhängigen Büros für humanitäre Fragen, als der Bericht über
humane Entwicklung und soziale Eingliederung in BiH präsentiert wurde.
Den Bericht hat dieses Büro mit Unterstützung von UNDP ausgearbeitet.
Die am meisten bedrohten Gruppen der Bevölkerung sind Roma, Invalide,
Dorfbewohner und Jugendliche.
Psychiatrische Klinik bereit zur Eröffnung
Ende
März soll die Erneuerung der "Psychiatrie" des Klinikzentrums
Banja Luka samt vollständiger Ausstattung abgeschlossen sein. Es handelt
sich auch um eine Erweiterung: Vierzig Betten mehr stehen nun zur
Verfügung. Den erneuerten Teil wird der deutsche Botschafter in BiH
eröffnen, hat doch die deutsche Bundesregierung 152.000 Euro dafür
bereit gestellt. (Das Klinikzentrum selbst steuerte aus eigenen Mitteln
30.400 Euro bei, sagt Direktor Milan Skrobiæ.)
Die deutsche Donation wurde vom "Büro für wirtschaftliche und
soziale Projekte" in Banja Luka vermittelt. Dessen Leiter, Dr.
Hans Jürgen Möller, ist mit der ausgeführten Arbeit zufrieden. Er
fügt hinzu: "Unsere Regierung erwartet, dass die zuständigen
Institutionen alles tun werden, um die Lage der Patienten auch in
den anderen Kliniken zu verbessern."
-------- Januar 2007 --------
Illegal
erworbenes Vermögen: Experten bereiten Gesetz vor
Milorad
Dodik, Premierminister der bosnischen Entität "Republika Srpska"
(RS), kündigt die Einsetzung einer Gruppe ein von nationalen und internationalen
Experten an, welche binnen 60 Tagen eine Gesetzesvorlage über den
Entzug von illegal erworbenem Vermögen vorbereiten soll. "Unsere
Grundabsicht ist es, in diesem Bereich Ordnung zu schaffen, auch wenn
das sehr schwer sein wird", so Dodik.